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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Qualitätsmanagementsystem für Weichteilverletzungen

In einem Pilotversuch hat das Institut ein unabhängiges System zur Sammlung, Analyse und Aufbereitung von Daten entwickelt, die aus sieben Reha-Einrichtungen zur Behandlung von Weichteilverletzungen stammen. Diese Initiative berücksichtigt die Interessen der Anbieter sowie die Bedürfnisse der Gemeinschaft und erfolgt unter Federführung des Institutes aufgrund des dort vorhandenen Expertenwissens.
Von allen Erkrankungen weisen Weichteilverletzungen die bei weitem unterschiedlichsten Prognosen, Therapien und Kosten auf. Unzählige biomedizinische und psychosoziale Faktoren beeinflussen die Genesung, wobei relevante Informationen nur selten systematisch gesammelt und verwendet werden.
Ein breites, zum Teil nicht evaluiertes Behandlungsspektrum wird von unterschiedlichen medizinischen Fachleuten angeboten.
Die Behandlungskosten werden von einer Mischung öffentlicher und privater Träger im Rahmen diverser Kostenpläne übernommen. Die Komplexität der Faktoren bei der Heilung von Weichteilverletzungen erfordert eine systematische und koordinierte Datensammlung, durch die Behandlungserfolge belegt werden können.
Informationen über den Heilungsverlauf sind durch den Mangel an geeigneten Meßinstrumenten nicht leicht zugänglich. Außerdem weiß man wenig darüber, welche Faktoren zu abweichenden Prognosen bei Rehabilitanden mit Weichteilverletzungen führen. Vom IHW und anderen Organisationen durchgeführte Arbeiten bringen erste Erfolge auf diesem Gebiet.
Das IWH hat entsprechende Meßinstrumente an einer großen Gruppe von Arbeitern mit Weichteilverletzungen erfolgreich identifiziert, getestet und angewandt. In Verbindung mit den wachsenden Kenntnissen über die biomedizinischen und psychosozialen Faktoren, die zu diesen Ergebnissen führen, generiert das Institut statistische Modelle mit mehreren Variationskoeffizienten, die ein besseres Verstehen des Genesungsprozesses ermöglichen sollen.

Ergebnisse:

Die sieben Reha-Zentren aus der Pilotstudie wurden von 1331 Rehabilitanden während der 8-monatigen Phase der Datensammlung aufgesucht; fast die Hälfte dieser Rehabilitanden war zur Teilnahme berechtigt. Es wurden Daten der 530 Rehabilitanden, die zu einer Teilnahme bereit waren, bei Aufnahme, nach 4 Wochen und bei Entlassung erhoben, sowie Daten der behandelnden Medizinern und Verwaltungsangestellten.
Den Kliniken liegen vorläufige unveröffentlichte Berichte vor, in denen ihre Daten mit den aggregierten Daten der Gruppe verglichen werden. Die an der Pilotstudie beteiligten Kliniken und Testpersonen beurteilten den Versuch als äußerst positiv. Zur Zeit werden zusätzliche Analysen und Berichte erstellt. Die während des Pilotversuches entwickelten Verfahren haben Auswirkungen auf eine übergreifenden Implementierung des Qualitätsmanagementsystems für Weichteilverletzungen.

Bedeutung:
Hauptziel des Qualitätsmanagementsystems für Weichteilverletzungen ist die Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Informationen, die den Entscheidungsträgern bei Qualitätsverbesserung und Auswahl geeigneter Maßnahmen zur Rehabilitation von Weichteilverletzungen helfen sollen.

Als Endergebnis soll das System den Entscheidungsträgern in der Rehabilitation ein Instrumentarium bereitstellen, um
  • Ergebnisdaten routinemäßig zu sammeln, zu analysieren und zu interpretieren;
  • Schlüsselvariablen der Prognose für verbesserte klinische Entscheidungsprozesse zu identifizieren;
  • die relative Wirksamkeit und Effektivität von unterschiedlichen Behandlungsangeboten zu demonstrieren; und
  • die Qualität des Reha-Managements auf dem Gebiet der Weichteilverletzungen zu verbessern.

Zu den Zielen der Pilotstudie zählen:
  • Machbarkeitsstudie über die routinemäßige Sammlung standardisierter Patientendaten, insbesondere zu Verletzungen, Behandlung und Ergebnis;
  • den Teilnehmern die Möglichkeiten von Qualitätsmanagementsystemen für Weichteilverletzungen aufzuzeigen;
  • einzelnen Bevölkerungsgruppen können bestimmte Merkmale, die Ergebnisse beeinflussen, zugewiesen werden;
  • Rehabilitanden können gemäß ihrer Prognose kategorisiert werden (z. B. nach Schwere der Krankheit);
  • unterschiedliche Ergebnisse bei Rehabilitandengruppen können um unterschiedliche Vorbedingungen, die sich auf das Ergebnis auswirken, bereinigt werden;
  • kritische Datenelemente können identifiziert und in einem laufenden Qualitätsmanagementsystem für Weichteilverletzungen berücksicht werden;
  • die Zusammenarbeit zwischen dem IWH und Entscheidungsträgern aus dem Reha-Sektor kann gefördert werden.



Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.07.1998


Art:

Eigenprojekt


Kostenträger:


Institute for Work & Health (IWH), Canada



Weitere Informationen


Abstract

Quality Management System for Soft Tissue Injuries (QMS-STI) Pilot

The Institute has piloted an independent, voluntary system for collecting, analysing and reporting on data collected from seven rehabilitation facilities treating soft tissue injuries (STIs). This initiative was developed in response to provider interest, identified community need, and the Institute's own mandate and expertise.
Soft tissue injuries have the most varied prognoses, treatment approaches and costs of any health condition.
Numerous biomedical and psychosocial factors influence recovery, but information concerning these factors is rarely collected and used in a systematic way. A wide range of treatments, many of which are unevaluated, are provided by a variety of health professionals.
Treatment is paid for by a mix of public and private sponsors under a variety of payment schemes. The complexity of factors involved in recovery from soft tissue injuries necessitates the systematic, coordinated collection of data on which to judge the success of treatments in achieving positive outcomes.
Progress in the use of outcomes information has been impeded by the lack of appropriate measurement instruments and the lack of evidence about what factors contribute to the variable prognoses of clients with STIs. Work by the IWH and others has begun to provide tools to help address these issues. The IWH has successfully identified, tested and used outcome measurement instruments in a large population of soft-tissue-injured workers. Coupled with a growing understanding of the many biomedical and psychosocial factors that contribute to these outcomes, the Institute is building multivariate statistical models to help further the understanding of recovery.

Findings
The seven rehabilitation centres in the pilot study were visited by 1331 clients during the 8 month data collection period; nearly half of these clients were eligible to participate.
Data was collected at intake, 4 weeks following intake and at discharge from 520 clients who agreed to take part and from treating clinicians and administrative staff.
Clinics have received preliminary confidential reports comparing their data to the group aggregate.
Feedback from pilot clinics and clients in the system has been extremely positive.
Additional analyses and reports are in progress.
A number of process issues have been identified through the pilot process that have implications regarding the feasibility of the full-scale implementation of the QMS-STI.

Significance:

The overall goal of the QMS-STI is to provide high quality information to enable stakeholders to improve the quality and appropriateness of care in STI rehabilitation. Ultimately this system will provide rehabilitation stakeholders the tools to:
- routinely collect, analyse and interpret outcome-related data;
- identify key prognostic variables for improved clinical decision making;
- demonstrate the relative effectiveness and efficiency of various treatment services; and,
- improve the quality of STI rehabilitation management.

The objectives of the QMS-STI pilot included:
- testing the feasibility of routinely collecting standardized patient, injury, treatment and outcome data
- demonstrating how QMS-STI may enable participants to:
- describe client populations by the characteristics that influence outcomes;
- categorize clients by their probable predicted outcome (ie., by severity);
- adjust differences in outcomes between groups of clients for preexisting differences in characteristics that influence outcomes
- identifying crucial data elements to be included in an ongoing QMS-STI
- fostering a cooperative relationship between the IWH and stakeholders in the rehabilitation sector


Referenznummer:

RE00005VS


Informationsstand: 09.04.2020