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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Literaturübersicht - Psychosoziale Risikofaktoren am Arbeitsplatz und die Gesundheit von Frauen: Kritik und Anregungen für die zukünftige Forschung

Ziel dieser strukturierten Literaturübersicht ist eine Analyse der ´sozio-epidemiologischen´ Studien, die eine Auswirkung psychosozialer Risikofaktoren am Arbeitsplatz auf die Gesundheit (z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen) von Frauen erkennen.
In einem ersten Schritt erfolgt eine kritische Analyse der Studien nach den üblichen epidemiologischen (d. h. methodischen) Kriterien.
Dann werden diese Studien nach konzeptuellen Gesichtspunkten bewertet.
Zum Beispiel wird die Herkunft der Modelle untersucht. Stammen sie aus Studien mit männlichen Teilnehmern oder basieren sie auf von Frauen gemachten Erfahrungen (zum Beispiel aus qualitativen Untersuchungen mit Teilnehmerinnen)?
Behandeln diese Studien auch die Gesundheitsfolgen der zahlreichen psychosozialen Faktoren, die in der soziologischen Literatur beschrieben werden, wie: Doppelbelastung, sexuelle Belästigung, emotionelle Arbeit oder Gewaltandrohung?
Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele dieser Faktoren vernachlässigt worden sind.
Aus welcher Disziplin stammen diese Modelle? Welche theoretische Ausrichtung liegt zugrunde und welche Auswirkung hätte eine andere Orientierung?
Abschließend werden Vorschläge für die zukünftige Forschung gemacht. Kategorien von Streßfaktoren, die in der sozio-epidemiologischen Literatur bisher nicht identifiziert wurden, werden beschrieben, nach konzeptuellen Gesichtspunkten gruppiert und für weitere Forschung vorgeschlagen, um die Verbindung zwischen psychosozialen Risikofaktoren und der Gesundheit von Frauen zu erforschen.

Ergebnisse:

Erste Ergebnisse weisen daraufhin, dass viele dieser Instrumente für eine männliche Arbeitnehmerschaft entwickelt und getestet wurden. Eine direkte Übertragung der Forschungsergebnisse und -instrumente von Männern auf Frauen scheint jedoch kritisch zu sein. Aufgrund der geschlechtsbedingten Trennung von Arbeitskräften, sind Frauen häufig anderen psychosozialen Risikofaktoren ausgesetzt als ihre männlichen Kollegen. Außerdem können sich dieselben Faktoren bei Frauen anders als bei Männern physiologisch auswirken. Zusätzlich könnten dieselben Faktoren für Frauen eine unterschiedliche Bedeutung als für Männer und damit auch andere Folgen haben. Bedeutung: Dieser Überblick über psychosoziale Determinanten der Gesundheit von Frauen bietet Anregungen für Fachleute auf dem Gebiet der Beschäftigung und Sicherheit sowie für Entscheidungsträger, die an einer Verbesserung der Gesundheit ihrer Belegschaft interessiert sind.
Aufgrund des methodologischen Schwerpunkts könnte dieser Forschungsansatz auch zu einer Verbesserung zukünftiger Untersuchungen beitragen.



Beginn:

01.04.1998


Abschluss:

31.10.1999


Art:

Eigenprojekt


Kostenträger:


Institute for Work & Health (IWH), Canada



Weitere Informationen


Abstract

Literature Review - Workplace Psycho-social Risk Factors And Health Outcomes Among Women: Critique And Suggestions For Future Research

The purpose of this structured literature review will be to describe and critique the 'socio-epidemiological' studies linking workplace psycho-social risk factors to health outcomes (such as CVD), among women. First, these studies will be critically appraised in terms of standard epidemiological (i.e. methodological) criteria. Second, these studies will be critiqued from a conceptual level. For instance, where do these constructs come from? Do they originate from studies using male subjects or are they grounded in women's experience (for instance from qualitative studies of female subjects)? Do these studies examine the health consequences of many of the psycho-social factors that have been described in the sociological literature such as: the double burden, sexual harassment, emotional work, or the threat of violence? Preliminary findings suggest that many of these factors have been neglected. What is the disciplinary origin of these constructs? Furthermore, what is the theoretical orientation of these constructs and what would be the consequence of using a different theoretical orientation? Finally, suggestions for future research will be identified.
Categories of stressors, not previously identified in the socio-epidemiological literature will be described, conceptually grouped and suggested as future research avenues for exploring links between psycho-social risk factors and health outcomes among women.
Findings: Preliminary results suggest that many of these instruments have been developed and tested on workforces with male workers. Yet there are dangers in applying research findings and research tools directly from men to women. Due to highly gender-segregated nature of the labour force, women are frequently exposed to different types of psycho-social exposures from men. Also, the same exposures may physiologically affect women differently from men. In addition, similar exposures, may have a different meaning for women compared to men and thus result in different consequences.
Significance: The summarised evidence on the psychosocial determinants of health among women could help occupational and safety professionals & workplace parties who are concerned about improving the health of their workforce. With its methodological focus, this research could also help to create better studies in the future.


Referenznummer:

RE00012VS


Informationsstand: 19.06.1998