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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Arbeitslosigkeit und Mortalität in den Vereinigten Staaten

In Untersuchungen konnte konsequent eine Verbindung zwischen Arbeitslosigkeit und allgemeiner Sterblichkeit nachgewiesen werden. Es scheint sich hierbei um eine Steigung zu handeln, wobei wiederholte oder längere Arbeitslosigkeit eine höhere Sterberate als kürzere oder seltenere (bzw. keine) Arbeitslosigkeit aufweist. Auch nach Bereinigung um mögliche irreguläre Einflüsse in der Ausgangssituation ließ sich diese Verbindung nachweisen. Aus Untersuchungen ging hervor, dass diese Beziehung durch die regionale Arbeitslosenquote beeinflusst wurde. Zwei von vier Studien zeigten eine höhere Sterblichkeitsrate unter Arbeitslosen in Regionen oder in Zeiten mit hoher Beschäftigung.
Das Projekt betrachtet die Verbindung zwischen Arbeitslosigkeit und Mortalität bei 2868 männlichen Haushaltsvorständen über eine Zeitraum von 25 Jahren und bei 2676 Männern über einen Zeitraum von 16 Jahren im Rahmen der 'Panel Study of Income Dynamics'.
Der Jahreswert der Arbeitslosigkeit wurde als zeitliche Variable in der Cox-Regressionsanalyse zugrunde gelegt, wobei Kontrollvariablen für mögliche irreguläre Einflüsse als Jahreswerte einbezogen wurden.
Untersucht wurde allgemeine Assoziation, Steigungskurve für diese Assoziation und Varianz innerhalb der Assoziation nach regionaler Arbeitslosenquote und Zeitraum.
Der Bericht wurde als Teil der Doktorarbeit von Lavis an der Harvard University fertiggestellt.

Ergebnisse:

Männer, die einmalig oder mehrfach zum Zeitpunkt der Jahreserhebung arbeitslos waren, hatten im Verlauf ihres Berufslebens ein höheres Todesrisiko als die zum Untersuchungszeitpunkt beschäftigten Männer (Risikoverhältnis 3,23 [1,61-6,48]). Auch im Berufsleben und im Ruhestand wiesen diese Männer ein höheres Todesrisiko als die entsprechenden Vergleichsgruppen auf (3,47 [1,41-8,56]).
Männer, die langzeitarbeitslos waren, starben im Verlauf ihres Berufslebens oder im Ruhestand früher als Männer, die kürzer oder nie arbeitslos waren (Risikoverhältnis 1,03 [1, 00-1,05] bei Abweichung von einer Woche in der Dauer der Arbeitslosigkeit).
Es ließ sich keine eindeutige Beziehung zwischen der Häufigkeit der Arbeitslosigkeit und der Mortalität nachweisen.
Männer, die zum Erhebungszeitpunkt arbeitslos waren und in einer Gegend mit niedriger Arbeitslosenquote lebten, starben im Verlauf ihres Berufsleben früher als Männer, die zu diesem Zeitpunkt beschäftigt waren oder/und in einer Gegend mit hoher Arbeitslosenquote lebten (Risikoverhältnis 3,50 [0,78-15,67]).

Bedeutung:
Arbeitslosigkeit und deren Dauer erhöhen das Todesrisiko. Diese Verbindungen ließen sich auch nach Bereinigung um mögliche irreguläre Einflüsse als Jahreswerte weiterhin nachweisen. Aus dieser Studie lässt sich ableiten, dass Männern in Gegenden mit niedriger Arbeitslosigkeit gezielt geholfen werden sollte. Gegenstand zukünftiger Forschung sollten die Verhaltensmechanismen und biologischen Faktoren sein, durch die Arbeitslosigkeit die Mortalität negativ beeinflussen könnte, sowie Faktoren mit eventuell positivem Einfluss.



Beginn:

01.05.1996


Abschluss:

31.07.1998


Art:

Dissertation


Kostenträger:


Health Canada
Tunney's Pasture,
PL 0913A
Ottawa, Ontario K1A 1B4
Canada



Weitere Informationen


Abstract

Unemployment and Mortality in the United States

Studies have consistently found evidence of an association between unemployment and all-cause mortality. The association appears to follow a gradient, with more or longer unemployment spells associated with higher mortality rates than fewer or shorter (or no) unemployment spells. The association persists after simultaneously adjusting for potential confounders measured at baseline. Studies have found that the local unemployment rate modified the relationship, with two of four studies finding that the mortality rate for the unemployed group was higher in areas or periods with low unemployment rates.
This project examined the relationship between unemployment and mortality in 2868 male household heads followed for up to 25 years and 2676 male household heads followed for up to 16 years as part of the Panel Study of Income Dynamics. We used annual measures of unemployment were used as time-varying variables in Cox regression analyses and controlled for annual measures of potential confounders. We looked for an overall association, for a gradient in the association, and for variation in the association according to the local unemployment rate and the time period.
This paper was completed as part of Lavis' doctoral thesis at Harvard University.

Findings:
Men who were unemployed one or more times on the days of the annual survey had a higher hazard of death while in the labour force than men who were working on the days of the survey (hazard ratio 3.23 [1.61-6.48]) and had a higher hazard of death while in the labour force or retirement than men who were working or retired (hazard ratio 3.47 [1. 41-8.56]). Men who experienced longer unemployment spells died earlier while in the labour force or retirement than those who experienced shorter (or no) unemployment spells (hazard ratio 1.03 [1.00-1.05] for a one week change in the duration of unemployment). No clear relationship emerged between the number of unemployment spells and mortality. Men who were unemployed on the day of the survey and lived in an area with a low local unemployment rate tended to die earlier while in the labour force than men who were working on the day of the survey or who lived in an area with a high unemployment rate or both (hazard ratio 3.50 [0.78-15.67]).

Significance:
Unemployment spells and their duration increase the hazard of dying. These associations persisted after adjusting for annual measures of potential confounders. The study provides suggestive support for targeting assistance at men in areas with low unemployment rates. Future research should explore the behavioural and biological mechanisms through which unemployment could affect mortality and examine possible ameliorating factors.


Referenznummer:

RE00024VS


Informationsstand: 19.06.1998