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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Arbeitslosigkeit und Ausnutzung der Gesundheitsvorsorge in Manitoba

Die Mehrzahl der repräsentativen Untersuchungen über die Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit ergaben eine positive Beziehung: der Gesundheitszustand bei der Gruppe der Arbeitslosen war schlechter als bei den Arbeitnehmern.
Langzeitstudien zeigen im allgemeinen, daß dieser Kausalzusammenhang wechselseitig ist: Personen mit schlechtem Gesundheitszustand werden eher arbeitslos, was sich wiederum direkt negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Betrachtet wurde die Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten über jeweils 3 Jahre vor bzw. nach einem 12monatigen Zeitraum, in dem beschäftigungsbezogene Daten für eine Kohorte von 18.000 erwachsenen Bewohnern von Manitoba erhoben wurden.

Ergebnisse: Zwischen Juni 1985 und Juni 1986 war die Inanspruchnahme von Gesundheitsvorsorge bei der Gruppe der Personen, die in diesem Zeitraum eine oder mehrere Wochen arbeitslos waren, höher als in der Vergleichsgruppe der Beschäftigten. Außerdem wies die Gruppe der Arbeitslosen auch eine höhere Inanspruchnahme von Gesundheitsvorsorge in den drei Jahren vor bzw. nach dem 12monatigen Erhebungszeitraum auf.
In den dreijährigen Intervallen waren die Unterschiede bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten geringer als in dem 12monatigen Erhebungszeitraum für den genaue Informationen zur Arbeitsaktivität vorlagen.

Bedeutung: Diese Resultate tragen dazu bei, den Kausalzusammenhang in der Beziehung zwischen Beschäftigungsstatus und Gesundheit zu klären. Einerseits belegen sie die Bedeutung der Gesundheit für den beruflichen Erfolg, wobei ein schlechter Gesundheitszustand zu kurzzeitiger oder langfristiger unfreiwilligen Arbeitslosigkeit bei einigen Menschen führen kann.
Andererseits wird ein Anstieg bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten während der Arbeitslosigkeit deutlich, was wiederum belegt, daß akute oder chronische Krankheiten durch unfreiwilliges Ausscheiden aus dem Berufsleben ausgelöst werden können. Es scheint daher angebracht, die politischen Ziele und Leistungsstrukturen der Programme in der Arbeitslosenversicherung vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse zu überprüfen.



Beginn:

01.01.1996


Abschluss:

31.10.1998


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Health Canada
Tunney's Pasture,
PL 0913A
Ottawa, Ontario K1A 1B4
Canada



Weitere Informationen


Abstract

Unemployment and Health-Care Utilization in Manitoba

The large majority of cross sectional studies examining the relationship between unemployment and health have reported a positive relationship: as a group, unemployed labour force participants have poorer health status than employed labour force participants. Longitudinal studies have generally found that the causal pathway may operate in both directions: persons who are unhealthy are more likely to becomes unemployed, and conversely, becoming unemployed has direct and negative effects on health status. In this study we examined the use of health care services for a three year period before and a three year period after a 12 month period for which information on labour force activity was available for a cohort of 18,000 adult residents of Manitoba.

Findings: The use of health care services among persons employed for one or more weeks in the period from June 1985 to June 1986 was greater than among the employed. In addition, persons who were unemployed in this period also had higher health care utilization in the three year period prior to and the three year period following the 12 months from June 1985 to June 1986. Differences in health care utilization in the before and after periods were smaller than in the 12 month period when accurate information was available on labour force activity.

Significance: These results contribute to clarifying the direction of causation in the relationship between employment status and health. At one level, they emphasize the role of health status determining labour market success, suggesting that poor health may be involved in precipitating or prolonging involuntary unemployment among some individuals. At another level, however, these results clearly show an elevation in health care utilization during a period of unemployment, consistent with propositions that acute or chronic effects on health are attributable to involuntary withdrawal from labour force participation. It may be appropriate to reconsider the policy objectives and benefit structures of unemployment insurance programs in light of these findings.


Referenznummer:

RE00026VS


Informationsstand: 19.06.1998