Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Verbesserung des Arbeitseinsatzes sowie der beruflichen Förderung für mehrfachbehinderte Jugendliche mit dem Ziel des menschengerechten Arbeitseinsatzes

In Berufsbildungswerken (BBW) werden mehrfachbehinderte Jugendliche in gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen ausgebildet. Diese Ausbildung soll sie zur selbständigen Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt befähigen. Die retrospektive Erhebung der beruflichen und sozialen Situation ehemaliger Rehabilitanden ist seit Nov. 89 abgeschlossen und hat eine Rücklaufquote von ca. 66% bezogen auf das Gesamtkollektiv ehemaliger Rehabilitanden (n=1752) erbracht. Die Tätigkeitsanalysen (n=418) zeigen die Charakteristika der Ausbildungsgestaltung (exemplarisch im Bereich Metall) des BBW nach Art, Höhe und zeitlichem Verlauf der Anforderungen. Die durchweg sehr hohen mentalen Anforderungen sind durch ihren zeitlichen Verlauf als optimal zu werten, Gestaltungsbedarf besteht jedoch für die körperlichen Anforderungen sowie die Kooperationsanfordernisse. Die besondere Funktion des vorgeschalteten Förderlehrgangs zur Schaffung der Ausbildbarkeit zeigt sich in dessen spezifischen Anforderungen. Aus der Synthese der objektiven Gestaltungsbedingungen von Ausbildung und Arbeitsmarkt wird eine Leitlinie zur systematischen Einarbeitung von Absolventen des BBW auf dem Arbeitsmarkt erstellt, deren Kernstück ein Tätigkeitsprofil darstellt, das an die bei den Absolventen nach der Ausbildung vorhandene Leistungsfähigkeit angepaßt ist.
Die Erkenntnisse über die mit dem Förderlehrgang verwirklichte Ausbildungskonzeption werden, mit dem Ziel der Anpassung an normale 'Betriebsbedingungen', für eine besondere Übergangsgestaltung auf dem Arbeitsmarkt genutzt. Zentrale Elemente dieser Gestaltung sind der zeitlich zunehmende Zeit- und Leistungsdruck bei gleichzeitiger Reduktion einer zu Beginn überdurchschnittlich hohen Rückkopplung durch Vorgesetzte oder überbetriebliche Betreuer. Das empfohlene angepaßte Tätigkeitsprofil wird an Fallbeispielen des Arbeitsmarktes validiert. Zur Beschreibung der subjektiven Wahrnehmung der Auszubildenden wird eine bei anderen Personengruppen bewährte Arbeitszufriedenheitsbefragung, aufgrund der mentalen Einschränkungen des Kollektivs erforderlich, modifiziert und methodisch überprüft.
Die generelle Einsetzbarkeit des angepaßten Verfahrens bestätigen statistische Verfahren; die inhaltliche Aussagekraft kann exemplarisch aufgezeigt werden.
Es können spezifische und differenzierte Wertvorstellungen der Befragten erhoben werden, die Gestaltungsansätze möglich machen. Das in zwei Vollerhebungen erprobte Verfahren wird zur regelmäßigen jährlichen Anwendung im BBW vorgeschlagen. Die Erkenntnisse der Untersuchung sind in geeigneter Form dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, um das bestehende Informationsdefizit bezüglich des Arbeitseinsatzes mehrfachbehinderter Menschen abzubauen. Aufeinander aufbauende Gestaltungsempfehlungen für diese Erkenntnisvermittlung werden in Ansätzen konzipiert und erprobt.



Beginn:

01.03.1992


Abschluss:

01.03.1993


Art:

Eigenprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Forschung und Technologie



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Abstract

Improving the deployment of labour and the vocational support of teenagers with multiple disabilities with the aim of humane labour profiles

Teenagers with multiple disabilities are trained in the vocational training centres for commercial-technical and business jobs. This training should enable them to independently integrate into the job market. This retrospective investigation of the vocational and social situation of previous rehabilitants has been completed in Nov. 89 and had a return quota of approx. 66% with respect to the total collective of previous rehabilitants (n=1752). The activity analyses (n=418) show the characteristics of the training organisation (as an example in the area of metal work) of the vocational training centres according to type, amount and duration of the requirements. The altogether very high mental demands are assessed as being optimal by their duration. However, there is an organisational need for the physical demands as well as the cooperation requirements. The particular function of the connected course of instruction to achieve trainability is seen in these specific demands. From the synthesis of the objective instruction requirements of the training and the job market, a guideline to the systematic initiation of those finishing at the vocational training centre and entering into the job market will be developed, which will basically represent an activity profile which is adapted to the capabilities of those who have completed the training. The results of this together with the education concept realised in the support training course, will be used for special transition instructions on the job market, with the aim of adaptation to normal 'working conditions' The central elements of this instruction is the increasing duration of time and pressure with at the same time reduction of an initial above average high feedback by superiors or attendents outside of work. The recommended adapted activity profile will be validated by means of case examples from the job market.
For the description of the subjective perception of those undergoing training, a proven questionnaire on job satisfaction will be modified and methodologically tested in another subject group because of the mental limitations of the collective.
The general usability of the adapted procedure confirms statistical procedures; the predictive value of the contents can be listed with examples.
Specific and differential valuation concepts of those questioned can be investigated, making organisational attempts possible. The procedure which will be tested in two complete investigations will be suggested for regular annual application in the vocational training centres. The results of the investigation in a suitable form will be placed at the disposal of the job market, in order to improve the present lack of information with respect to the deployment of labour for people with multiple disabilities. Instruction recommendations which can be built up on each other will be conceptualised and tested in approach for this collection of results.


Referenznummer:

i891010r11


Informationsstand: 10.11.2014