Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Berufspraktische Fortbildungsmaßnahme (BPFS im kaufmännischen Bereich)

Die Modellmaßnahme ist vorgesehen für arbeitslose schwerbehinderte Erwachsene aus dem kaufmännischen Bereich. Bezüglich des Alters und des Ausbildungsniveaus gibt es keine Einschränkungen. Deshalb ist der Stoffplan als eine Übersicht über mögliche Unterrichtsinhalte zu sehen, die je nach Teilnehmerstruktur, individueller Bildungsvoraussetzungen sowie zukünftiger beruflicher Chancen der Teilnehmer entsprechend modifiziert werden müssen. Die Konzeption sieht eine möglichst weitgehende Individualisierung vor: d. h. eine auf den individuellen Bedarf der Teilnehmer abgestimmte Vermittlung relevanter Unterrichtsinhalte im kaufmännischen Bereich. Dies wird durch das CBT (Computer-Based-Training) möglich. Mit computergestützten Lernprogrammen kann aufgrund des 'Einzelunterrichts' auf die Lerngeschwindigkeit des Benutzers eingegangen werden. Der Lernende kann bekannte Themen schnell bearbeiten, bei Unbekanntem länger verweilen und die Anzahl der Trainingseinheiten entsprechend seiner Lernfortschritte erhöhen. So sind die Voraussetzungen für individuelle Übungseinheiten gegeben. Weiterhin wird der Lernende an eingeständiges Lernen mit Computerunterstützung herangeführt. Dies erscheint sinnvoll, da die zunehmend raschen Veränderungen der beruflichen Anforderungen ein lebenslanges und selbstorganisiertes Lernen erfordern. Der Umgang, mit modernster Technologie umzugehen, ist besonders für Behinderte geeignet, Ängste vor Marginalisierung abzubauen. Die Lernsoftware wird nach folgenden Kriterien ausgewählt: Lernerfolg, Benutzerfreundlichkeit, Adaptionsmöglichkeiten für spezifische Behinderungen, berufsrelevantes Wissen und Aktualität des Lehrstoffs. Voraussichtlich werden Tutorensysteme eingesetzt, um Regeln zu erlernen und anzuwenden (z. B. Prinzipien der Buchhaltung) und Simulationssysteme durch die kaufmännische Inhalte vermittelt und Entscheidungsfähigkeit trainiert (Warenwirtschaft) wird. Während des betrieblichen Trainings wird durch intensive Beratung und entsprechenden Akquisitionsaktivitäten den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, verschiedene Arbeitsplätze auch in berufsverwandten oder berufsfremden Tätigkeiten kennenzulernen. Da die Teilnehmer dieser Maßnahme überwiegend schwerbehindert und bereits länger arbeitslos sind, muß von behinderungsbedingten Folgeerscheinungen und psychischer Instabilität ausgegangen werden. Deshalb ist während der gesamten Dauer der Maßnahme eine sozialpädagogische Betreuung erforderlich. Für die Nachbetreuung wird die regionale Arbeitsassistenz rechtzeitig eingeschaltet. Wesentlicher Moment der Maßnahme ist die Förderung fachübergreifender Qualifikationen. Hier wird besonders Wert gelegt auf soziale Kompetenzen, die auf die jeweilige Behinderung bezogen sind. Viele behinderte Arbeitnehmer haben in ihrem bisherigen Berufsleben feste Verhaltensmuster im Umgang mit der Behinderung entwickelt, die auf den sozialen Strukturen ihres jeweiligen betrieblichen Umfelds basiert haben. In einer neuen Umgebung, unter anderen örtlichen, sozialen und beruflichen Anforderungen können psycho-soziale Folgeerscheinungen der Behinderung erneut an Bedeutung gewinnen. Dies führt häufig zu Friktionen, die durch Information des Arbeitgebers, arbeitsorganisatorische oder arbeitsplatzbezogene Veränderungen behoben werden können. Gleichzeitig ist eine Auseinandersetzung mit Verhaltensweisen der Betroffenen selbst, die zu Problemen führen, erforderlich. Diese Erweiterung der Sozialkompetenz ist ein weiterer Schwerpunkt während der gesamten Maßnahme. Sowohl im Einzelgespräch als auch in einzelnen Informationsmodulen werden mit den Teilnehmern Lösungsansätze im Umgang mit der eigenen Behinderung unter den ungewohnten Bedingungen des betrieblichen Alltags erarbeitet, um die Flexibilität auch im sozialen Bereich zu fördern.

Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.



Beginn:

01.11.1995


Abschluss:

30.11.1996


Art:

Gefördertes Projekt



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Abstract

Practical job training measures (BPFS in the business area)

The pilot project is planned for unemployed, severely disabled adults in the area of commerce. There are no limitations with respect to age and level of education. Therefore, the subjects planned are to be seen as an overview of possible teaching contents, which must be appropriately modified according to the structure of participants, individual training prerequisites as well as the future vocational chances of the participants. The concept expects as widespread individualisation as possible: i.e. the transferral of relevant teaching material in the business area tailored to the individual needs of the participants. This is possible by means of CBT (Computer Based Training). The learning speed of the user can be catered to by means of 'individual teaching' with a computer-supported teaching programme. The pupil can work quickly through familiar subjects, take longer with unknown subjects and increase the number of training units according to his learning progress. Thus, the requirements for individual practice units are given. As well as this the pupil is led to independent learning by computer support. This appears to make sense as the increasingly rapid changes in vocational requirements need lifelong and self-organised learning. Dealing with the latest technology is particularly suitable for the disabled in decreasing their fears of marginalisation. The teaching software is chosen according to the following criteria: learning success, user-friendliness, adaptation possibilities for particular disabilities, information relevant to vocation and the topicality of the subject matter. It is expected that tutor systems will be introduced for learning and applying rules (e.g. principles of bookkeeping) and simulation systems through which business contents are transferred and the ability to make decisions is trained (merchandise economy). During the business training the participants are given the chance through intensive advice and the appropriate aquisition activities, to become acquainted with various workplaces with vocationally related and vocationally different activities. As the participants in these measures are mainly severely disabled and have already been unemployed a long time, it must be assumed that there are accompanying results of the disability and mental instability. Therefore social welfare support is needed for the whole duration of the measure. Regional work assistence will be included in time for the aftercare. The important moment of the measure is the support of qualifications extending the subject. Here there is particular importance placed on the social competence which is related to each disability. In their working life up to now many disabled employees have developed set patterns of behaviour in coping with their disability which have been based on the social structure of each of the working environments. In a new surrounding with other local, social and vocational demands, psychosocial accompanying results of the disability assume a new importance. These often lead to frictions which can be removed by information from the employer, work organisational or work related changes. At the same time a confrontation is necessary with the patterns of behaviour of those affected which may lead to problems. This increasing of the social competence is particularly important throughout the whole measure. In the individual talks as well as in the individual information modules, solution approaches to dealing with own disabilities under the unfamiliar conditions of the everyday business life will be worked through by the participants, in order to encourage flexibility in the social area as well.


Referenznummer:

i960625z04


Informationsstand: 17.11.1997