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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Telearbeit: Technische Hilfen für EDV-Arbeitsplätze: Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Personen

In Teil 1: Hilfestellungen zur praktischen Einführung von Telearbeitsplätzen für behinderte Menschen



Sammelwerk / Reihe:

Telearbeit für behinderte Menschen, Band 272


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2002


Jahr:

2002



Abstract:


Die neuen elektronischen Medien, insbesondere das Internet und die Online-Dienste eröffnen Blinden und Sehbehinderten verbesserte Möglichkeiten des Zugangs zu schriftlichen Informationen, die sonst nur mühsam (zum Beispiel) oder nur mit Hilfe Sehender zugänglich wären.

Bei der Bedienung der handelsüblichen Computertastaturen haben blinde und sehbehinderte Personen meist keine Schwierigkeiten, und auch die Benutzung einer Maus wäre kein Problem, wenn es nur darum gehen würde, sie auf dem Maus-Pad zu bewegen und die beiden Maustasten zu drücken. Probleme ergeben sich, weil das zentrale Ausgabemedium,der Bildschirm, nur eingeschränkt oder gar nicht benutzt werden kann.

Spezielle technische Hilfen zur Ein- und Ausgabe von Informationen sollen diese Einschränkung ausgleichen:
Großschriftsysteme und
Bildschirmlesegeräte

Personen mit ausreichender Restsehfähigkeit setzen Großschriftsysteme und Vergrößerungssoftware als Hilfsmittel ein. Sie erfordern zu ihrer sinnvollen Nutzung große Farbbildschirme (ab 20 Zoll). Mit entsprechender Hardware beziehunsweise Software ist eine Vergrößerung bis zum 20fachen und eine individuell optimierte Kontrastgestaltung aller auf dem PC-Bildschirm dargestellten Zeichen möglich. Zur Unterstützung kann eine Sprachausgabe eingesetzt werden, mit der Bildschirminhalte in gesprochene Sprache umgewandelt, also vorgelesen werden.

Unabhängig vom Computer arbeiten Bildschirmlesegeräte für sehbehinderte Personen. Mit einer Videokamera wird eine Vorlage (Zeitschrift, Buch, Zeichnung usw.) vergrößert und auf einen Bildschirm projiziert.

Dort sind Vergrößerungsstufen, Kontrast, Helligkeit u.a. einstellbar:
Braillezeilen und
Sprachausgaben

Wenn die Sehfähigkeit soweit eingeschränkt ist, dass Vergrößerungen des Bildschirminhalts nicht mehr genutzt werden können, werden alternative Ausgabegeräte wie Braillezeile und Sprachausgabe eingesetzt. Braillezeilen sind - vereinfacht ausgedrückt - Geräte, mit denen der Bildschirminhalt in Blindenpunktschrift (Braille) ausgegeben und von dem Benutzer mit den Fingerspitzen ertastet wird. Für den Einsatz der Braillezeile sind Kenntnisse in Computerbraille erforderlich. Braillezeilen werden häufig in Kombination mit Sprachausgaben eingesetzt.

- Grafische Benutzeroberflächen
Blinde Computerbenutzer kommen mit DOS-Programmen gut zurecht, das Arbeiten mit grafischen Benutzeroberflächen aber bereitet Probleme. Windowsanpassungen für Blinde sollen den Zugang zu Programmen mit grafischer Benutzeroberfläche ermöglichen. Sie werden zusammen mit der PC-Tastatur, der Braillezeile und der Sprachausgabe verwendet. Windowsanpassungen sind eine komplexe, noch nicht voll ausgereifte Technologie. Vor allem die Kompatibilität mit handelsüblicher Hard- und Software und mit anderen Computerhilfsmitteln ist derzeit noch eingeschränkt. Für das Arbeiten mit Windowsanpassungen sind spezielle Schulungen und ein hohes Motivationsniveau der blinden Benutzer erforderlich.

- Tastaturen
Sehbehinderte und auch blinde Personen benutzen - wie schon gesagt - mit guten Erfolgen handelsübliche Computertastaturen. Eine für blinde oder sehbehinderte Nutzer geeignete Tastatur sollte - um Mehrfachauslösungen zu vermeiden - einen deutlich spürbaren Druckpunkt besitzen und auf einigen Tasten mit tastbaren Orientierungspunkten ausgestattet sein. Blinde Personen, die besser mit der Punktschrifteingabe als mit der Buchstabentastatur vertraut sind, können mit Hilfe einer speziellen Brailletastatur mit dem Computer in Blindenschrift kommunizieren.

- Scanner und Drucker
Mit Scannern und Zeichenerkennungssystemen werden in gedruckter Form vorliegende Informationen, teils über eigene Sprachausgaben, teils über den Computer zugänglich gemacht. Bei den Brailledruckern handelt es sich um mechanische Drucker, bei denen im Unterschied zu den üblichen Druckern der Ausdruck auf Papier in Brailleschrift erfolgt.

- Anpassung des Arbeitsplatzes
Sehbehinderte Computerbenutzer haben oft besondere Anforderungen an die Arbeitsplatzbeleuchtung. Hierzu gehören neben Art, Anordnung und Stärke künstlicher Lichtquellen auch Anforderungen an den Tageslichteinfluss und an die Blendfreiheit von Arbeitsflächen. Nicht vergessen werden sollte, dass die Ausstattung des PC- Arbeitsplatzes mit Sprachausgabe, Scanner und Braillezeile zusätzlichen Stellplatz erfordert.

Weiterführende Informationen:
Fit im Beruf

- Wie Blinde und Sehbehinderte am PC arbeiten - Worauf zu achten ist

Da sehbehinderte und blinde Personen nur unter Einsatz spezieller Hilfsmittel mit dem Computer arbeiten können, sind bei der Einrichtung eines Telearbeitsplatzes folgende Punkte zu beachten:

- Kompatibilität der Hilfsmittel mit der vorgesehenen Hard- und Software:
Insbesondere bei eigenentwickelter Software, bei Großrechnern und bei Netzwerken muss geprüft werden, ob die notwendigen Hilfsmittel kompatibel sind.

- Service und Wartung spezieller Computerhilfsmittel - Telefon:
Für die Beseitigung von Störungen und die Wartung von Computerhilfsmitteln kommen meist nur vom Hersteller autorisierte, meist ortsferne Fachfirmen in Frage. Funktionsstörungen führen oft zu Arbeitszeitausfällen, da im Betrieb Ersatzgeräte meist nicht vorhanden sind.

- Schulung im Umgang mit den Hilfsmitteln:
Der Umgang mit Computerhilfsmitteln muss in speziellen Kursen oder Einzelplatzschulungen erlernt werden. Auch bei der Einführung neuer Softwareprogramme kann ein spezieller Schulungsbedarf erforderlich werden.

- Das Internet
Mit den speziellen Hilfsmitteln zur Umsetzung von Bild- schirminformationen in synthetische Sprache, Blindenschrift und vergrößerten Zeichen wird auch das Internet für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich. Mit dem Internet wird es möglich, an Informationen zu gelangen, die bisher nur Sehenden vorbehalten waren. Dazu müssen die im Internet verbreiteten Informationen wie zum Beispiel Seiten im World Wide Web oder im Intranet eines Unternehmens nach bestimmten Regeln gestaltet sein. Das ist bisher häufig nicht der Fall.

Um die Zugänglichkeit des Internets für Blinde und Sehbehinderte zu verbessern, hat der Fachausschuss für Informations- und Telekommunikationssysteme (FIT) der Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbände Minimalan- forderungen für die blinden und sehbehindertengerechte Gestaltung von Web-Seiten verabschiedet. Diese und weitere wichtige Grundregeln der blinden- und sehbehindertengerechten Webseiten-Gestaltung finden sich unter dem Stichwort: Wie Web-Seiten gestaltet sein sollten, damit sie zugänglich sind, unter http://www.dbsv. org, der Homepage des Deutschen Blinden und Sehbehindertenverbandes e.V.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Kapitelübersicht: Technische Hilfen für EDV-Arbeitsplätze




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/publikat...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

D0026


Informationsstand: 01.08.2002

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