Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Integrationsfachdienste zur beruflichen Eingliederung von Menschen mit Behinderung in Deutschland

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung zur Arbeit der Modellprojekte des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung in 16 Bundesländern



Sammelwerk / Reihe:

Forschungsberichte des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, Band F295


Autor/in:

Kastl, Jörg Michael; Trost, Rainer; Lavorano, Stefano [u. a.]


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA); Pädagogische Hochschule Ludwigsburg - Fakultät für Sonderpädagogik Reutlingen


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2002, 324 Seiten


Jahr:

2002



Link(s):


Link zu dem Abschlussbericht (PDF, 2 MB).


Abstract:


Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung zur Arbeit der Modellprojekte des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung in 16 Bundesländern.

Projektlaufzeit: 1. August 1999 bis 31. Juli 2002

Die bundesweiten Modellprojekte Integrationsfachdienste, vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) aus Mitteln der Ausgleichsabgabe im Zeitraum von Juni 1998 bis Dezember 2001 gefördert, markieren den vorläufigen Endpunkt einer mehr als ein Jahrzehnt dauernden Phase der modellhaften Entwicklung des Konzeptes und zugleich den Übergang in eine flächenweite Institutionalisierung von Integrationsfachdiensten. Dieser übergang war mit einer Reihe von grundlegenden Veränderungen der Zielgruppe, der Funktion, der institutionellen Anbindung und der Arbeitsweise von Integrationsfachdiensten verknüpft. Die Bundesmodellprojekte nehmen eine Schlüsselrolle in dieser Entwicklung ein.

Die Laufzeit der Projekte fiel mit einer äußerst dynamischen sozialpolitischen Entwicklung im Bereich der Rehabilitation zusammen. Schon unmittelbar nach dem Beginn der Bundesmodellprojekte, im zweiten Halbjahr 1998, intensivierten sich die Beratungen zu einer Reform des Schwerbehindertenrechts. Diese Reform wurde unverzüglich in Angriff genommen und fand schließlich im Oktober 2000 ihren Niederschlag im Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter, mit dem die Integrationsfachdienste - vorbehaltich einer näheren Regelung in Form einer Rechtsverordnung - noch während der Laufzeit der Bundesmodellprojekte endgültig als Element des deutschen Rehabilitationssystems etabliert.

Der Verlauf der Modellprojekte, die Gegenstand dieses Berichts sind, war von der Diskussion umd die gesetzliche Verankerung der IFD und von den Ende des Jahres 2000 einsetzenden Umsetzungsschirtten erheblich tangiert. Unklar war zunächst, ob die Modellphase nicht abgebrochen und ein umgehender Übergang in die Regelförderung angestrebt werden sollte. Seitens des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung wurde aber ein nach wie vor bestehendes Interesse an den Erfahrungen der Projekte signalisiert und die Absicht bekräftigt, die Ergebnisse in eine gegebenenfalls zu erstellende Rechtsverordnung und die endgültige Regeleung der Finanzierung der Integrationsfachdienste einzubeziehen.

Auch im Jahr 2001 setzten sich die sozialpolitischen Entwicklungen und mit ihnen die Auseinandersetzung mit den Arbeitsgrundlagen und finanziellen Rahmenbedingungen der Integrationsfachdienste fort. In diesem Jahr stand eine für die Entwicklung des Systems der beruflichen Rehabilitation einschneidende Zäsur an: das Inkrafttreten des Neunten Sozialgesetzbuches am 1. Juli 2001.

Das ein Jahr zuvor revidierte Schwerbehindertenrecht wurde als dessen zweiter Teil integriert. Bezüglich der Integrationsfachdienste kam es dabei noch einmal zu einer Veränderung: Neben der Bundesanstalt für Arbeit und den Rehabilitationsträgern wurden die Integrationsämter explizit als Auftraggeber der Dienste genannt. Im Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter war die Einbeziehung der Integrationsämter eher implizit geblieben, um eine Zustimmungspflichtigkeit des Gesetzes im Bundesrat zu umgehen und damit die schnelle Umsetzung nicht zu gefährden.

Die außergewöhnlich temporeiche politische Entwicklung ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Erst heute ist richtig absehbar, dass viele Probleme, die sich bei der flächenweiten Institutionalisierung der Integrationsfachdienste zeigen, von den Bundesmodellprojekten bereits vorweg genommen worden sind, aber - in Anbetracht der rasanten Entwicklung - aus dem Blickfeld gerieten. Für die an den Bundesmodellprojekten beteiligten Träger und MitarbeiterInnen führte der Umstand, dass bereits während der Modellphase eine gesetzliche Verankerung von Integrationsfachdiensten erfolgte, die ja eigentlich erst Ergebnis der Erfahrungen der Projekte sein sollte, teilweise zu erheblichen Belastungen. [...]

Der Bericht dokumentiert so nicht mehr die Pionierphase einer Innovation, sondern den erfahrungsgemäß mühsameren und mit anderen Schwierigkeiten behafteten Prozess ihrer Institutionalisierung. Wie immer ist ein solcher Prozess ein komplizierter Vorgang, in dessen Verlauf sich die innovative Idee selbst, aber auch das vorhandene Institutionsgefüge verändert. [...]

Der Forschungsbericht versucht, diesem besonderen Status der Bundesmodellprojekte gerecht zu werden und legt den Schwerpunkt auf das eigentlich Neue dieser Projekte, nämlich ihre institutionelle Einbettung und die daraus resultierenden Veränderungen er Klientel und der Arbeitsweise.

Die Studie ist das Ergebnis einer fast zweieinhalbjährigen Begleitforschung, die im Herbst 1999 einsetzte, also etwa ein Jahr nach dem Beginn der Modellprojekte selbst, und die Dienste bis zum Ende der Modellphase im Dezember 2001 begleitete.

Der Forschungsauftrag bestand in der umfassenden Dokumentation und Analyse der Arbeitsweise, der Klientenstruktur, der äußeren Arbeitsbedingungen und der Kooperationsbeziehungen der Integrationsfachdiesnte. Daraus sollten Empfehlungen zur endgültigen gesetzlichen Verankerung, zur institutionellen Anbindung zur Finanzierung von Integrationsfachdiensten abgeleitet werden. Dieser Auftrag blieb auch nach der vorweg genommenen Umsetzung dieser Vorgaben im Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter beziehungsweise im SGB IX in dieser Form bestehen.

[Aus: Vorwort]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/publikat...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

FB0080


Informationsstand: 08.07.2003

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