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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsmedizinische Beurteilung der körperlichen Eignung der Mitarbeiter


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Mannesmann AG - Hauptabteilung Arbeitsgestaltung; Arbeitskreis der Betriebsarztzentrenleiter


Quelle:

Düsseldorf: Eigenverlag, 1977


Jahr:

1977



Abstract:


Die arbeitsmedizinische Eignungsbeurteilung hat zum Ziel, zu einem Personaleinsatz beizutragen, bei dem die körperliche Eignung und die arbeitsbedingte Anforderung übereinstimmen und individuelle Fähigkeiten ohne körperliche Überforderung am Arbeitsplatz eingesetzt werden.

Auf diese Weise sollen besonders bei partiell eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit geeignete Arbeitsplätze gefunden und eine allgemeine gesundheitlich begründete Einsatzverneinung vermieden werden. Ein System zum anforderungsgerechten Personaleinsatz soll unter Beachtung der genannten Ziele mit einem Mindestmaß an Aufwand eine hohe Zuverlässigkeit erreichen.

Die Beurteilung der Eignung sollte nach Kriterien erfolgen, die
- die Anforderungen möglichst vieler Arbeitsplätze hinreichend beschreiben,
- für die Beurteilung der körperlichen Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter relevant sind,
- eine hinreichende Analogie zwischen Eignungsbefundung und Anforderungsermittlung sicherstellen und
- die Grenzen arbeitsmedizinischer Differenzierung berücksichtigen.

Der Betriebsarzt ermittelt die Eignung des Arbeitnehmers für die im Eignungsprofil genannten Anforderungen und veranlasst die Ermittlung der Arbeitsanforderungen. Die Ergebnisse aller eignungsrelevanten Anforderungen sind in einem Anforderungsprofil in einer mit dem Eignungsprofil vergleichbaren Weise darzustellen und mit den jeweils zuständigen Betriebsärzten sowie Ergonomen abzustimmen.

Die Personalabteilung erhält die Ergebnisse der Anforderungs- und Fähigkeitsermittlung in Form arbeitsplatzrelevanter Aussagen und entscheidet über den Personaleinsatz.

In den Profilen sind 28 für Anforderungen und Fähigkeiten identische Kriterien enthalten. Es existieren Erläuterungen sowie eine beispielhafte Aufzählung von Richtarbeitsplätzen für den Anwendungsbereich der Mannesmann - Röhrenwerke.

BEISPIEL: Das Merkmal 'Hören' im Mannesmann-Verfahren

Eignungsprofil - Für die aufgeführten Beanspruchungen beziehungsweise Voraussetzungen ist die Eignung nicht gegeben: Volle Hörfähigkeit für Umgangssprache und Signale

Anforderungsprofil - Körperliche Arbeitsanforderung des Arbeitsplatzes/Bereiches:
Volle Hörfähigkeit für Umgangssprache und Signale

ERLÄUTERUNG:
Übermittlung entscheidender Nachrichten und Signale auf akustischem Wege

Richtarbeitsplätze:
Steuerleute
Rangierer
Lokführer
Telefonist
E-Karrenfahrer

Weiterhin wird die Hörfähigkeit auch noch im Merkmal 'Lärm über 90 dB(A)' berücksichtigt.

Kriterien, die im Mannesmann - Anforderungs- und Eignungsprofil untersucht werden (28)

Leichte Muskelarbeit
Mittelschwere Muskelarbeit
Schwere Muskelarbeit
Handfertigkeit

Körpergewandtheit
Häufiges Bücken
Funktionsfähigkeit Arme und Hände
Funktionsfähigkeit Beine und Füße
Langes Stehen ohne Sitzmöglichkeit
Heben von Lasten
Zwangshaltung des Körpers
Volle Sehschärfe
Gutes Raumsehvermögen
Hohes Nahsehvermögen
Volle Hörfähigkeit für Umgangssprache u. Signale
Lärm über 90 dB(a) (Gehörschutz erforderlich)

Schwindelfreiheit (Höhe)
Betriebsbedingte große Hitze
Hautbeanspruchung durch chemische Stoffe, starke Verschmutzung
Staub, Rauch, Dämpfe, Gase
Tragen von Atemschutzgeräten

Körpererschütterung
Überwiegender Aufenthalt im Freien
Hohe Temperaturschwankungen oder Zugluft
Betriebsbedingte Nässe
Nachtschicht
Wechselschicht
Erhöhte psychische Belastung


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


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Dokumentart:


Graue Literatur / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

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Referenznummer:

R/AF0002


Informationsstand: 15.04.1991

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