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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Instrumentarium zur Anforderungs- und Belastbarkeits-Analyse - ABA


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Arbeitswissenschaftliches ForschungsInstitut GmbH (AWFI)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 1985


Jahr:

1985



Abstract:


Das Instrumentarium zur Anforderungs- und Belastbarkeits- Analyse (ABA) wurde im Rahmen eines vom Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderten Vorhabens im Rahmen des Programms Humanisierung des Arbeitslebens in enger Kooperation zwischen Arbeitsmedizinern und Arbeitswissenschaftlern entwickelt und unter Praxisbedingungen eingesetzt.

Es besteht aus drei Teilen:
Teil A1 dient zur Einschätzung der Einsatzfähigkeit eines Behinderten oder Leistungsgewandelten durch den Betriebsarzt. Dieser dokumentiert seine Einschätzungen auf einem in Unterlage A1 eingelegten Formularblock durch Ankreuzen der zutreffenden Merkmalsabstufungen. Außerdem hat er die Möglichkeit, nichtstandardisierte Einschätzungen festzuhalten.

Da der Betriebsarzt der Schweigepflicht unterliegt und somit keine Befunde beziehungsweise Diagnosen weitergeben darf, werden seine Angaben durch Einlegen des ausgefüllten Formulars in die Unterlage A2 in Anforderungen an die Arbeitsgestaltung übersetzt.

Der Arzt ist auf dem vorgegebenen Formular nicht gezwungen, den aktuellen Gesundheitszustand des jeweiligen Mitarbeiters exakt zu dokumentieren, sondern hat die Möglichkeit, Anforderungen an die Gestaltung des Arbeitsplatzes beziehungsweise der Tätigkeit zu stellen, die auch prophylaktischen Gesichtspunkten genügen.

Mit Hilfe des Formulars in Verbindung mit der Unterlage A2 kann der für den Personaleinsatz Verantwortliche (zum Beispiel Meister oder Personalreferent) die Notwendigkeit für Gestaltungs- oder Umsetzungsmaßnahmen überprüfen und entsprechend handeln.

Auf der Rückseite des Formulars wird im Maßnahmenplan für den Personaleinsatz vom betrieblichen Vorgesetzten dokumentiert, welche Maßnahmen nötig und möglich sind, um die Auflagen des Betriebsarztes zu erfüllen. Sieht der Vorgesetzte keine Möglichkeit des Verbleibs des Mitarbeiters in der bisherigen Abteilung, so muss er dies begründen und anschließend den Laufzettel ggf. unter Hinzufügung weiterer Informationen an das zuständige Personalreferat weiterleiten, damit dort in Abstimmung mit anderen betrieblichen Stellen abteilungsübergreifende Lösungen beraten und initiiert werden können.

B. Leitfaden zur Überprüfung von präventiven und korrektiven Arbeitsgestaltungsmaßnahmen

Teil B enthält zwar inhaltlich die gleichen Merkmale wie die Teile A1 und A2, ist jedoch von den Formulierungen her auf die Anforderungsanalyse eines Arbeitsplatzes ausgerichtet. Deshalb finden sich auch in Teil B bei einzelnen Merkmalen ausnahmsweise Anforderungshöhen, die in den Teilen A1 und A2 nicht enthalten sind. Mit einer beiliegenden Folie können vorhandene und geplante Arbeitsplatzprofile auf Übereinstimmung mit vorher definierten Gestaltungszielen überprüft werden.

Im ABA sind 46 Merkmale zu bewerten.
Die Einstufung der Merkmale erfolgt in vorgegebenen Definitionen, die bereits konkrete Aussagen enthalten.
Die Anwendung des Instrumentariums zur Anforderungs- und Belastbarkeitsanalyse sollte nur nach entsprechender Unterweisung erfolgen.

Beispiel: das Merkmal Hörvermögen im ABA-Verfahren

A1 - 19. Hörvermögen
Anforderung an das Hörorgan durch Lokalisation von Geräuschen oder Tönen

19.3 Volles Hörvermögen
19.2 Eingeschränktes Hörvermögen
19.1 Kein Hörvermögen

A2 - 19. Hörvermögen
Anforderung an das Hörorgan durch Lokalisation von Geräuschen oder Tönen

Die Tätigkeit kann die Wahrnehmung akustischer Reize im gesamten Hörbereich abfordern.
Die Tätigkeit sollte höchstens die volle Verständigkeit im Sprachbereich erfordern.
Zur Ausübung der Tätigkeit sollte die Wahrnehmung akustischer Reize nicht erforderlich sein.

B - 19. Hörvermögen
Anforderung an das Hörorgan durch Lokalisation von Geräuschen oder Tönen

Tätigkeit erfordert...
19.4 ... hochkonzentrative Wahrnehmung akustischer Reize im
gesamten Hörbereich
19.3 ... die Wahrnehmung akustischer Reize im gesamten
Hörbereich
19.2 ... mindestens volle Verständigkeit im Sprachbereich
19.1 ... keine Wahrnehmung akustischer Reize

Weiterhin wird das Hörvermögen auch noch im Merkmal 'Geräuschbelastung' berücksichtigt.

Die im ABA enthaltenen Merkmale (46):

Beweglichkeit der oberen Extremitäten (einschließlich Schultergelenk)
Muskelbelastung der oberen Extremitäten und des Schultergürtels bei Tätigkeiten im Sitzen
Muskelbelastung der oberen Extremitäten und des Schultergürtels bei Tätigkeiten im Stehen
Überkopfarbeit
Fingerfertigkeit
Tastsinn
Beweglichkeit des Rumpfes
Heben und Tragen
Beweglichkeit der Hüftgelenke
Beweglichkeit der Kniegelenke
Beweglichkeit der Fußgelenke
Gehen
Sitzen
Stehen
Sehschärfe im Nahbereich
Sehschärfe im Fernbereich
Unterscheiden von Farben
Räumliches Sehen

Hörvermögen
Geräuschbelastung
Unfallgefahr durch sich bewegende oder sonst gefährdende Teile
Umwelteinflüsse
a) Hitze
b) Schwingungen (Vibrationen)
c) Säuren/Laugen
d) Mineralöle/Fette
e) Dünnflüssige Öle (Destillate)
f) Nässe
g) Toxische/allergisierende Substanzen
h) Luftüber- oder Unterdruck
i) Gase/Dämpfe
k) ionisierende und hochfrequente Strahlen
m) Hochfrequente Ströme
n) Laserstrahlen

Körperschutzmittel
a) Gehörschutz
b) Atemschutz
c) Handschutz
d) Schutzhelm, Schweißerschild oder ähnliches
e) Spezialschuhwerk

Taktgebundener Arbeitsplatz
Arbeiten mit Absturzgefahr
Einsamer Arbeitsplatz (ohne menschlichen Kontakt)
Einzelarbeitsplatz
Arbeit in der Gruppe
Leistungsentlohnung
Arbeitszeit


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

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Referenznummer:

R/AF0003


Informationsstand: 04.04.1991

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