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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Benachteiligung behinderter Frauen

Bericht der Arbeitsgruppe



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Landeswohlfahrtsverband Hessen - LWV; Die Frauenbeauftragte


Quelle:

Kassel: Eigenverlag, 1993, 58 Seiten: DIN-A4, Broschur


Jahr:

1993



Abstract:


Behinderte Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt zum einen von der allgemeinen Benachteiligung der Frauen gegenüber Männern betroffen, sind aber zusätzlich als Frauen mit Behinderung auch gegenüber nichtbehinderten Frauen benachteiligt. Bei den allgemeinen Regelungen zur Integration Behinderter wird die weibliche Lebenssituation kaum beachtet, die Orientierung erfolgt an männlichen Lebens- und Erwerbsmustern.

Im Juni 1992 wurde eine Arbeitsgruppe beauftragt, folgende Fragen zu klären:
- Braucht man eine weibliche Behindertenbeauftragte für die Einrichtungen des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen?
- Braucht man in der Hauptverwaltung eine Frauenbeauftragte für Behinderte?
- Existiert eine Benachteiligung von Frauen gegenüber männlichen Behinderten bei der Beantragung und Gewährung von Leistungen?
- Welche Maßnahmen könnten gegebenenfalls Änderungen bewirken?
- Wie können die Interessen behinderter Frauen in welchen Ausschüssen vertreten werden?

Die Aufgaben der Arbeitsgruppe waren folgendermaßen definiert:
1) Zusammenstellung der Fördermöglichkeiten und -maßnahmen für behinderte Frauen (Landesprogramme, Förderinstrumente der Hauptfürsorgestelle, Arbeitsamt, Bundessozialhilfegesetz).
2) Prüfung vorhandener gesetzlicher Bestimmungen und Programme auf Benachteiligung von Frauen (zum Beispiel Benachteiligung von behinderten Hausfrauen durch das Schwerbehindertengesetz).
3) Klärung der Situation behinderter Frauen innerhalb und außerhalb von eigenen und fremden Einrichtungen (gegebenenfalls Bericht analog des Berichtes Mädchen in der Jugendhilfe) sowie Entwicklung von Vorschlägen zur Beseitigung der Benachteiligung.
4) Entwicklung von konkreten Kooperationsprojekten zwischen Landesregierung und LWV sowie von Modellprojekten der Landes-/Bundesregierung beziehungsweise der EG.

Durch die Arbeit wurde festgestellt, dass die vorliegenden Gesetze in ihren Auswirkungen eine strukturelle Benachteiligung von behinderten Frauen bedeuten. Es muss gefordert werden, dass behinderte Frauen bei der Stellenbesetzung entsprechend ihrer bisherigen Benachteiligung bei gleicher Qualifikation bevorzugt vor Männern mit Behinderung oder nichtbehinderten Frauen berücksichtigt werden.

Auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für behinderte Frauen können Sonderprogramme und Frauenförderung jedoch nur Übergangsregelungen sein.

Durch die Erarbeitung des Sozialgesetzbuches IX, in dem alle gesetzlichen Regelungen für Menschen mit Behinderung gebündelt werden, bietet sich die Chance, dass alle Änderungen aufgenommen werden, die eine Benachteiligung behinderter Frauen verhindern.

Im Anhang des Berichtes findet man eine Zusammenstellung von Forderungen, die geeignet sind, die Benachteiligung behinderter Frauen zu vermindern sowie Fördermöglichkeiten und Fördermaßnahmen zur beruflichen Rehabilitation behinderter Frauen in Hessen.

Zum Abschluss erfolgt eine tabellarische Auflistung finanzieller Hilfen an den Arbeitgeber mit Rechtsgrundlage, Voraussetzungen, Gegenstand/Art, Höhe und Dauer sowie Zuständigkeit.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV Hessen)
Homepage: https://www.integrationsamt-hessen.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL0602


Informationsstand: 28.04.1994

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