Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Muster-Kursbuch Rehabilitationswesen

Methodische Empfehlungen, Lehr- und Lerninhalte sowie Lernziele für den Grund- und Aufbaukurs in der Zusatz-Weiterbildung Rehabilitationswesen ...



Autor/in:

Gutenbrunner, Christoph; Güntert, Annette; Maas, Hans-Jürgen [u. a.]


Herausgeber/in:

Bundesärztekammer (BÄK)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Stand: 21. Oktober 2011, 24 Seiten


Jahr:

2011



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Link zu dem Kursbuch (PDF | 229 KB)


Abstract:


... nach der (Muster-)Weiterbildungsordnung 2003 und den (Muster-) Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung gemäß Beschluss Vorstandes der Bundesärztekammer vom 30.04.2004.

Bei den (Muster-)Kursbüchern der Bundesärztekammer handelt es sich um methodische Empfehlungen, Lehr- und Lerninhalte sowie Lernziele für die in der jeweiligen Zusatz-Weiterbildung geforderten Kurse nach der (Muster-) Weiterbildungsordnung und den (Muster-) Richtlinien über den Inhalt der Weiterbildung.

Durch die demografische Entwicklung und die durch den medizinischen Fortschritt verbesserten Überlebenschancen bei schweren Unfällen oder Erkrankungen nimmt der Bedarf an Rehabilitation in der Bevölkerung kontinuierlich zu. Diese Situation ist eine Herausforderung auch für die Ärzteschaft. Konsequenterweise hat der 106. Deutsche Ärztetag 2003 in Köln dieser Entwicklung Rechnung getragen, als er die Facharztweiterbildung Physikalische und Rehabilitative Medizin den aktuellen Entwicklungen inhaltlich angepasst und für andere Fachrichtungen die Möglichkeit der Zusatzweiterbildung Rehabilitationswesen erhalten und inhaltlich verbessert hat.

Daher ist es notwendig geworden, das 1996 von der Bundesärztekammer in Erstauflage herausgegebene Curriculum Rehabilitation neu zu bearbeiten. Dabei kam es nicht nur darauf an, den Veränderungen der (Muster-)Weiterbildungsordnung Rechnung zu tragen, sondern vielmehr auch die aktuellen Weiterentwicklungen in der Rehabilitation auf nationaler und internationaler Ebene in das Curriculum aufzunehmen.

Einige Eckpunkte der Weiterentwicklung seit Herausgabe der ersten Auflage des Kursbuches Rehabilitationswissenschaften seien hier kurz zusammengefasst:

- Die Grundlagen der Rehabilitation haben sich durch die Verabschiedung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit durch die World Health Assembly im Jahre 2003 fundamental weiterentwickelt. Das lineare Krankheitsfolgenmodell der ICIDH wurde durch ein komplexeres bio-psycho-soziales Modell ersetzt, das von komplexen Wechselwirkungen zwischen Krankheit, Funktionen, Aktivitäten und der Teilhabe ausgeht. Darüber hinaus wurde erstmals auch die Relevanz von Kontextfaktoren für die Funktionsfähigkeit des Individuums herausgestellt.

- Durch zahlreiche weitere internationale Erklärungen [UN Standard Rule (1993), Malaga-Declaration des Council of Europe (2003), Resolution 58.23 of the World Health Assembly (2005)] wurde die Rehabilitation gestärkt und das Recht von behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen auf eine optimale Integration in die Gesellschaft klar gestellt.

- In Deutschland wurde durch das Inkrafttreten des IX. Sozialgesetzbuches unter dem Titel Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen 2001 das Recht auf Rehabilitation festgeschrieben und die Rehabilitation in allen Sektoren der medizinischen Versorgung festgeschrieben.

- Die Medizinische Rehabilitation hat sich in den vergangenen zehn Jahren stark weiterentwickelt, zum Beispiel durch die Schaffung und Weiterentwicklung neuer Rehabilitationsformen (ambulante und teilstationäre Modelle, Frührehabilitation im Akutkrankenhaus, mobile - aufsuchende - Rehabilitationsformen). Deutlich verstärkt wurde auch die Berücksichtigung rehabilitativer Versorgungselemente in der akutstationären Versorgung durch die im SGB V verankerte Frührehabilitation im Akutkrankenhaus. Darüber hinaus wurden neue Inhalte, wie zum Beispiel systematische Patientenschulungsprogramme in die Rehabilitation aufgenommen. Schließlich haben auch die rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbünde stark zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Rehabilitation beigetragen.

Nach der Definition der (Muster-)Weiterbildungsordnung umfasst die Zusatz-Weiterbildung Rehabilitationswesen die Einleitung und Koordination von Rehabilitationsmaßnahmen zur beruflichen und sozialen (Wieder-)Eingliederung im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit. Ziel der Weiterbildung ist somit nicht vorrangig die Durchführung von Rehabilitationsmaßnahmen. Daher ist das Curriculum auf die sozialmedizinischen Grundlagen, die inhaltlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Rehabilitation sowie auf die Abläufe im An6 tragsverfahren fokussiert. Die Absolvierung des Kurses beziehungsweise die Zusatz-Weiterbildung soll darüber hinaus dazu befähigen, Patienten in Rehabilitationsfragen zu beraten und eine fachgerechte Begutachtung durchzuführen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Teamaspekten und der Interdisziplinarität der Rehabilitation.

In der (Muster-)Weiterbildungsordnung ist festgelegt, dass der Grundkurs für die Weiterbildungsgänge Rehabilitationswesen und Sozialmedizin alternativ besucht werden kann, da die curricularen Inhalte beider Grundkurse weitgehend identisch sind. Erst in den sich anschließenden Aufbaukursen trennt sich die Kursweiterbildung auf (sogennantes Y-Modell). Daher waren an die Erarbeitung der Inhalte des Grundkurses besondere Anforderungen zu stellen und sie fachlich mit Vertretern beider Fachbereiche abzustimmen.

Neu im Curriculum ist die getrennte Auflistung von Lerninhalten und Lernzielen. Dem lag die Feststellung zu Grunde, dass Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzweiterbildung Rehabilitationswesen nicht nur besondere theoretische Kenntnisse haben, sondern vielmehr auch Kompetenzen und Fertigkeiten in der Anwendung erwerben sollen. Dem sollen auch interaktive Unterrichtsformen, ein problemorientiertes Lernen und die selbstständige Erarbeitung von Fällen und von Lösungswegen alltagsrelevanter Probleme dienen.

Bei der Formulierung dieses Curriculums wurde bewusst auf eine detaillierte Aufzählung möglichst vieler Einzelgesichtspunkte verzichtet und für die Ziele nur ein Rahmen angegeben. Mit dieser Beschränkung auf die Formulierung von wesentlichen Themenblöcken eröffnet sich auch die Möglichkeit, für die verantwortlichen Kursorganisatoren, Gestaltungsspielräume für Schwerpunktinteressen der Kursteilnehmer zu nutzen und eine flexible Anpassung an aktuelle Fragestellungen und Entwicklungen zu gewährleisten.

Die Erarbeitung des vorliegenden Curriculums erfolgte in Zusammenarbeit mit Experten aus der Rehabilitation und Sozialmedizin. Die inhaltlichen Entwürfe wurden in einem mehrstufigen Diskussions- und Abstimmungsprozess inhaltlich und formal weiterentwickelt. Nach der Konsensbildung innerhalb der Arbeitsgruppe erfolgte noch eine weitere Abstimmungsrunde mit den Vertretern der Fachgesellschaften und Berufsverbände aus der Sozialmedizin und der Rehabilitation. So konnte erreicht werden, dass die Grundkurse in den Kursbüchern Rehabilitationswesen und Sozialmedizin inhaltlich identisch sind.

(Gem. Vorwort d. Hrsg.s)


Weitere Informationen:


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Mehr zum Thema:


Curriculum Rehabilitation




Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Bundesärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern
Homepage: https://www.bundesaerztekammer.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL0899B


Informationsstand: 04.07.2014

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