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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Planungskompetenz in der Beruflichen Rehabilitation - Entwicklung und Validierung eines strategischen Planspiels

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Arling, Viktoria; Spijkers, Wilhelmus


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 83-85, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Planungskompetenz ist für unser Leben in Beruf wie im Alltag eine sehr wichtige Fähigkeit. Entsprechend breit ist im arbeitspsychologischen wie klinischen Kontext das Interesse an Diagnoseinstrumenten. Vor allem der Bereich der Beruflichen Rehabilitiationspsychologie beschäftigt sich mit solchen Messverfahren, um das Qualitätsmanagement zu verbessern und mit Hilfe der Analyse von Kompetenzen die Eignung der Rehabilitanden für spezifische Berufe beziehungsweise Umschulungen zu ermitteln. Deshalb entwickelt das Institut für Psychologie der RWTH Aachen in der Abteilung Berufliche Rehabilitation das Planspiel Tour Planer, welches zur Messung von Planungskompetenz dienen soll.

Aufgabe des Spielers in Tour Planer ist es, unter Berücksichtigung verschiedener Vorgaben und mit Unterstützung durch ein Spielbrett eine Sightseeing-Tour durch eine fiktive Stadt zu planen. Nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne muss der Spieler dem Spielleiter die geplante Route mitteilen.

Der Spielleiter analysiert die erledigte Aufgabe nach unterschiedlichen Kriterien, die nach dem Büro-Test von Marschner mit der allgemeinen Organisationsfähigkeit in Beziehung gesetzt werden. Der Tour-Planer an sich ermittelt vor allem Kompetenzen in Merkfähigkeit, Arbeitsgedächtnis sowie die Fähigkeit, Regeln zu erkennen. Eine Konstruktvalidierung mit Intelligenz wurde zusätzlich aufgrund der Beziehungen zwischen Planung und Intelligenz gesetzt. Alle Kriterien sind an bedeutenden psychologischen Theorien orientiert. Die verschiedenen Untersuchungen wurden mit der Unterstützung von insgesamt 139 Rehabilitanden aus dem kaufmännischen Bereich des Reha-Assessment der Berufsförderungswerke Michaelshoven in Köln sowie in Frankfurt und Oberhausen durchgeführt.

Die Annahmen im Test, dass die oben aufgezählten und ermittelten Kriterien Grundlage von Planungskompetenz sind, konnten nach der Durchführung bestätigt werden. Zwischen dem Büro-Test und dem Planspiel zeigte sich eine signifikante Korrelation. Die Zusammenhänge zwischen Tour-Planer und den grundlagenpsychologischen Testverfahren haben sich ebenfalls als signifikant erwiesen; ähnliches gilt für die Korrelation des Planspiels mit Intelligenztests.

Im Ergebnis zeigt sich durch den deutlichen Zusammenhang zwischen Tour-Planer und Büro-Test, dass der Tour-Planer wie beabsichtigt die Planungskompetenz misst. Berechnungen zufolge gibt dieser Zusammenhang auch Hinweis darauf, dass beide Verfahren zwar mit Intelligenz zu tun haben, ihre Beziehung zueinander jedoch nicht ausschließlich darüber zu erklären ist, was die Annahme eines eigenständigen Konstruktes 'Planungskompetenz' unterstützt.

Folgern kann man hier, dass die vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass sich der Tour-Planer als Messinstrument für Planungskompetenz eignet. Derzeit ist eine Erweiterung der Zielgruppe um Menschen mit Sehbehinderung geplant.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x39


Informationsstand: 07.06.2006

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