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Bibliographische Angaben zur Publikation

Medizinische Rehabilitation und Erwerbsminderungsrenten in Deutschland in regionaler Perspektive

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Behrens, Johann; Schubert, Michael; Zimmermann, Markus [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 278-280, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Hintergrund und Fragestellung:

In den Jahren vor 2003 stieg der Anteil der Erwerbsminderungsrenten in Deutschland an; seit 2003 ist der Anteil der Erwerbsminderungsrenten an allen Renten wieder etwas gesunken.

Die Studie untersucht, wie hoch das Ausmaß von Erwerbsminderungsrenten ist und welche Determinanten für den Bezug von Erwerbsminderungsrenten ursächlich in Deutschland verantwortlich sind. Besonderes Augenmerk wird dabei auf regionale Unterschiede der Charakteristika von Erwerbsminderung gelegt.

Die exakten Fragestellungen, die die Studie zu beantworten sucht, lauten:
- Welche Rolle spielt die Exklusion vom Arbeitsmarkt in Form von Arbeitslosigkeit, krankheitsbedingten Fehlzeiten und der Inanspruchnahme von medizinischen Rehabilitationsleistungen in den letzten Jahren vor dem Rentenbeginn?
- Inwiefern spielen Aspekte sozialer Ungleichheit eine Rolle für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente?
- Inwiefern sind Angehörige unterer sozialer Schichten beim Bezug von Erwerbsminderungsrenten hinsichtlich der Rentenhöhe benachteiligt?

Methodisches Vorgehen:

Mit Hilfe von Daten der Deutschen Rentenversicherung wird zunächst die Größenordnung von Erwerbsminderungsrenten beschrieben und in einer anschließenden Analyse die Determinanten eines vorzeitigen Rentenzugangs bestimmt.

Ergebnisse:

Der Anteil der Erwerbsminderungsrenten an allen Rentenzugängen betrug 2003 bei den in Deutschland wohnenden Versicherten 18,1 Prozent. Folgende Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland und zwischen einzelnen Bundesländern lassen sich feststellen:
In Ostdeutschland liegt der Anteil der Erwerbsminderungsrenten am Rentenzugang 2003 mit 20,7 Prozent höher als in Westdeutschland (17,5 Prozent). Bei den Bundesländern zeigt sich die größte Spannweite zwischen 15,4 Prozent in Schleswig-Holstein und 27,1 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Bezüglich des Durchschnittsalters der Personen mit Erwerbsminderungsrente zeigte sich, dass die Empfänger in Ostdeutschland mit 49,8 Jahren im Schnitt sechs Monate jünger waren als in Westdeutschland. Fast jeder zweite Versicherte mit einer Erwerbsminderungsrente hatte in den letzten fünf Jahren vor Rentenbeginn medizinische Rehabilitationsleistungen in Anspruch genommen. Frauen waren dabei deutlich häufiger als Männer Empfänger solcher Leistungen. Hier sind auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich: Während in Nordrhein-Westfalen nur 37,6 Prozent der Erwerbsminderungsrentner vor dem Rentenbeginn medizinische Reha-Leistungen erhielten, waren es in Thüringen 57,3 Prozent.

Die Erwerbsminderungsrente wird am häufigsten aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen gewährt (28,5 v). Deutliche Unterschiede zeigen sich sowohl zwischen Frauen und Männern, als auch zwischen Ost- und Westdeutschen: Frauen sowie Personen aus Westdeutschland waren in dieser Diagnosegruppe am häufigsten vertreten. Außerdem wurde festgestellt, dass der Erhalt der Erwerbsminderungsrente häufig mit längeren Phasen von Arbeitslosigkeit einherging. Etwa 20 Prozent der Frührentner fallen in diese Gruppe.

Diskussion und Ausblick:

Für die weitere Entwicklung sollte ein Augenmerk auf die regionalen wie soziodemografischen Unterschiede gelegt werden. Hier gilt es, die Frage zu beantworten, ob die Unterschiede durch soziodemografische Faktoren oder durch eine unterschiedliche Gewährungspraxis der verantwortlichen Akteure zu Stande kommen. Mit den der Untersuchung zugrunde liegenden Daten konnte nicht festgestellt werden, wem von den Personen mit einer Erwerbsminderungsrente es nicht mehr gelingt, wieder in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Diese Frage gilt es in einer weiteren Untersuchung zu klären.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x54


Informationsstand: 16.06.2006

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