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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsweltbezogene Ergebnisse der stationären Entwöhnungsbehandlung suchtmittelabhängiger Patienten mit komorbider Persönlichkeitsstörung: Prä-Post-Ergebnisse und Einjahreskatamnese

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Schuhler, Petra; Vogelgesang, Monika; Wagner, A.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 462-464, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Die berufliche Integration suchtmittelabhängiger Patienten mit komorbider Persönlichkeitsstörung gestaltet sich deutlich schwieriger als die unabhängiger Patienten. So weisen betroffene Patienten deutlich längere Arbeitsunfähigkeitszeiten auf und die Arbeitsplatzsituation ist typischerweise in sozi-emotionaler Hinsicht noch stärker belastet. Der im Spannungsfeld zwischen beruflicher Integration und Suchtmittelabhängigkeit mit komorbider Persönlichkeitsstörung angesiedelte Beitrag soll die Effektivität therapeutischer Interventionen auf arbeitsweltbezogene Merkmale geprüft werden.

In der Suchtabteilung der Fachklinik Münchwies wurde ein drittmittelfinanziertes Forschungsprojekt durchgeführt, das prüfte, ob abhängige Patienten mit komorbider Persönlichkeitsstörung, die zusätzlich zum herkömmlichen Therapieprogramm der Entwöhnungsbehandlung an einem neuen kognitiv-verhaltenstherapeutischen persönlichkeitsstörungsspezifischen Gruppentherapieprogramm teilnahmen, günstigere Abstinenzquoten, Arbeitsunfähigkeitszeiten und Zufriedenheit mit der sozialen Situation ein Jahr nach der Entlassung erzielen als vergleichbare Patienten, die ausschließlich am etablierten Behandlungsprogramm teilnahmen.

Der Studie lag ein quasi-experimentelles Kontrollgruppendesign zugrunde und umfasste zudem eine Einjahreskatamnese. Mit den Patienten einer zweiten Stichprobe wurde eine Prä-Post-Untersuchung mit dem AVEM-Fragebogen durchgeführt. Im Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit steht die Persönlichkeitsstörung. Das Programm basiert auf einem dimensionalen Modell der Persönlichkeitsstörung, orientiert auf Ressourcen und positives reframing und verzichtet auf Pathologisierung zugunsten einer Kompetenzorientierung.

Das Programm sieht eine heterogene Gruppenzusammensetzung vor und zielt auf Transparenz und Veränderungsbereitschaft. Es umfasst zwölf Gruppenstunden, wobei jeweils zwei Gruppenstunden eine bestimmte Persönlichkeitsstörung thematisieren. Behandelt werden die selbstunsichere, die dependente, die zwanghafte, die histrionische, die narzisstische und die Borderline Persönlichkeitsstörung.

Die Studie ergab einen deutlichen Rückgang der AU-Zeiten in der Experimentalgruppe. Signifikante hypothesenkonforme Unterschiede zwischen Experimental- und Kontrollgruppe erbrachte die Einjahreskatamnese hinsichtlich der Zufriedenheit mit der sozialen Situation und der Rückfallbeendigung, die in engem Zusammenhang mit der beruflichen Leistungsfähigkeit steht.

Die AVEM-Auswertung zeigt eine Dominanz des Risikotyps B, das heißt reduziertes Engagement bei zugleich eingeschränkter Distanzierungsfähigkeit gegenüber Arbeitsproblemen, starke Resignationstendenzen und verminderte psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen. Die Patientengruppe zeigte bei Therapieende unter anderem deutliche Verbesserungen hinsichtlich dem Perfektionsstreben, der Distanzierungsfähigkeit, der Lebenszufriedenheit und der inneren Ruhe.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Adresse: AHG Klinik Münchwies
Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x67


Informationsstand: 19.06.2006

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