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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Lastenhandhabungsverordnung als gesetzliche Grundlage der betrieblichen Prävention und Rehabilitation bei Rückenerkrankungen

Vortrag auf dem Sechzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 26. bis 28. März 2007 in Berlin



Autor/in:

Zipprich, Jana


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2007, Sonderausgabe, Seite 55-57, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2007



Abstract:


Jana Zipprich legt die gegenseitige Ergänzung des heutigen Arbeitsschutzrechts und der Regelungen des betrieblichen Eingliederungsmanagements in der präventiven Zielsetzung dar. Demonstriert wird diese wechselseitige Ergänzung am Beispiel der Lastenhandhabung.

Erkrankungen der Wirbelsäule spielen in einer Reihe von Gerichtsentscheidungen zu den §§ 81 und 84 SGB IX eine große Rolle. Den Beschäftigten kann nach einer lang andauernden Arbeitsunfähigkeit ihre bisherige Tätigkeit oft nicht mehr in gewohntem Umfang zugewiesen werden. Andererseits stehen andere Tätigkeiten nicht immer zur Verfügung.

Der Umstand, dass sich durch die Lastenhandhabungsverordnung von 1996 aus den arbeitsschutzrechtlichen Normen verbindliche Anforderungen an die Gestaltung der Arbeit ergeben, ist den Beteiligten oft nicht bewusst. Die Verordnung gilt für alle Personen, die aus beruflichen Gründen Lasten bewegen müssen und ist verbindlich für alle Arbeitgeber und Beschäftigten. Der Leitgedanke der Verordnung ist das Ausschalten oder zumindest das Minimieren der betrieblichen Ursachen für mögliche Gesundheitsschädigungen.

Eine Gefährdungsanalyse für eine bestimmte Tätigkeit steht zu Beginn des Präventionsverfahrens. Kommt die betriebliche Tätigkeit als Ursache für Gesundheitsgefahren in Betracht, so schließen sich abgestufte Pflichten des Arbeitgebers an. Dieser muss zunächst alles tun, um die Gefährdung durch geeignete arbeitsorganisatorische Maßnahmen auszuschalten. Können die Gefahren nicht vollständig beseitigt werden, so müssen sie auf der zweiten Stufe verringert werden. Um die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen sicherzustellen, werden die Hauptpflichten von begleitenden Maßnahmen wie Dokumentation, Evaluation und Information unterstützt.

Die Einwirkung dieser Pflichten auf den Beschäftigungsanspruch des Arbeitnehmers ist juristisch entscheidend. Es besteht ein Anspruch eines jeden Arbeitnehmers gegen seinen Arbeitgeber, mit Tätigkeiten beschäftigt zu werden, die den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Für die behindertengerechte Beschäftigung ist seit langem geklärt, dass die konkrete Tätigkeit den besonderen Anforderungen des Behindertenschutzes entsprechen muss. Dasselbe gilt auch für die arbeitsschutzrechtlichen Pflichten aus der Lastenhandhabungsverordnung. Es besteht ein Anspruch der Arbeitnehmer, die berufliche Lasten handhaben, nur mit solchen Tätigkeiten beschäftigt zu werden, die den Vorschriften der Verordnung entsprechen.

Die arbeitsschutzrechtlichen Pflichten sind auch für die betriebliche Rehabilitation wichtig, da im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements (§ 84 SGB IX) die Gefährdungsbeurteilung heranzuziehen ist. Umgekehrt ist es möglich, dass das Verfahren nach § 84 SGB IX ein Anlass ist, erstmalig eine Gefährdungsbeurteilung zu erfassen oder sie zu aktualisieren. Beim Verfahren nach § 84 SGB IX werden verbindliche Anforderungen an die Gestaltung der Arbeitsbedingungen berücksichtigt, die sich auch aus der Lastenhandhabungsverordnung ergeben. Somit kann das Verfahren vor allem in Kooperation mit den Rehabilitationsträgern einen effektiven Beitrag zur gesundheitsförderlichen Anpassung der Arbeitsbedingungen leisten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '16. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Gesund älter werden - mit Prävention und Rehabilitaton' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

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Referenznummer:

R/GL137805


Informationsstand: 22.06.2007

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