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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Effekte berufsorientierter Interventionen in der kardiologischen Rehabilitation ein Jahr nach der Rehabilitation - Ergebnisse einer randomisierten Kontrollgruppenstudie

Vortrag auf dem Sechzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 26. bis 28. März 2007 in Berlin



Autor/in:

Kittel, Jörg


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2007, Sonderausgabe, Seite 259-260, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2007



Abstract:


Die berufliche Prognose hat sich in den letzten Jahrzehnten trotz einer deutlichen Verbesserung in der Akutversorgung kardiologischer Patienten nicht verbessert. Die berufliche Rehabilitation wird von psychosozialen Faktoren wie Depression, Motivation, Selbstvertrauen, Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit, Geschlecht, Alter, arbeitsplatzbezogene Faktoren und Ausbildungsstand am stärksten beeinflusst.

Die Studie hat die Evaluation eines berufsorientierten Rehabilitationsprogramms zum Ziel, das bei Patienten mit schlechter Prognose hinsichtlich der beruflichen Reintegration während einer stationären Rehabilitation durchgeführt wurde. In das Therapieprogramm wurden neben psychologischen Einzelinterventionen auch die realitätsnahen arbeitsplatzbezogenen Übungen der Evaluation der funktionalen Leistungsfähigkeit (EFL) integriert, um die Entwicklung einer realistische Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und den Aufbau von Selbstvertrauen zu fördern. Tätigkeiten wie Tragen, Heben oder Überkopfarbeit wurden an zwei Tagen für insgesamt rund sechs Stunden durchgeführt.

Es zeigten sich bei der schriftlichen Befragung der Patienten positive Ergebnisse der berufsorientierten Interventionen auf den Erwerbsstatus und die Arbeitsunfähigkeitszeiten nach der Rehabilitation. Die Studie analysiert Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Westfalen zur Objektivierung der Zielkriterien. Die Effekte des berufsorientierten Programms auf die berufliche Reintegration sollen mit Hilfe einer prospektiven, randomisierten Kontrollgruppenstudie evaluiert werden, wobei die Erwerbstätigkeit ein Jahr nach der Rehabilitation das Hauptzielkriterium ist. Durch die Auswertung der Versichertenkonten wird dieses für die Rentenversicherung sehr bedeutsame Outcome-Kriterium aufgezeichnet.

Von den 300 Patienten die an der Studie teilnahmen, liegen zur 12-Monatskatamnese die Versichertenkonten von 279 Patienten (93 Prozent) vor. Ein Jahr nach der Rehabilitation sind 69 Prozent der Patienten aus der berufsbezogenen Interventionsgruppe (IG) wieder berufstätig. Dagegen sind es in der Kontrollgruppe (KG) nur 54 Prozent. Bei Patienten, die zu Reha-Beginn ein Arbeitsverhältnis hatten, konnten in der IG 75,4 Prozent wieder zur Arbeit zurückkehren. In der KG hingegen nur 62,4 Prozent.

Die Ergebnisse machen die positiven Effekte einer berufsorientierten Rehabilitation hinsichtlich der beruflichen Prognose deutlich. Ein Grund für die guten Ergebnisse in der IG kann der verhaltensorientierte Ansatz der EFL sein, da die Patienten angeregt werden, berufsnahe Tätigkeiten durchzuführen. Laut der Psychotherapieforschung ist besonders bei Ängsten die Unterbindung von Vermeidungstendenzen und die direkte Konfrontation mit den angstauslösenden Bedingungen effektiv. Für welche Patienten das berufsbezogene Therapiekonzept gute Erfolge erwarten lässt und für welche Patientengruppe Modifikationen sinnvoller sind, sollte in weiteren Datenanalysen ermittelt werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '16. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Gesund älter werden - mit Prävention und Rehabilitaton' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

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Referenznummer:

R/GL137834


Informationsstand: 23.08.2007

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