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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Welchen Einfluss hat die psychische Komorbidität bei Tumorpatienten auf die Inanspruchnahme von Rehabilitationsmaßnahmen und auf die berufliche Entwicklung?

Vortrag auf dem 16. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 26. bis 28. März 2007 in Berlin



Autor/in:

Meyer, Angela; Anders, G.; Barthel, Y. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2007, Sonderausgabe, Seite 467-468, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2007



Abstract:


Bei vielen Patienten mit somatischer Erkrankung treten erhöhte Angst- und Depressionswerte auf. Vor allem bei Tumorpatienten gibt es häufig Komorbiditäts-Probleme und sie verdeutlichen die Notwendigkeit einer verbesserten psychiatrischen oder psychologischen Diagnostik und Behandlung im Bereich der Rehabilitation.

Da Längsschnittfragestellungen zur Rolle der psychischen Komorbidität bei Tumorpatienten hinsichtlich Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit bisher nur selten berührt wurden, beschäftigt sich der Artikel mit einer Studie, die eine solche Fragestellung als Grundlage benutzt. In die Längsschnittuntersuchung wurden bisher 118 Patienten aufgenommen. Sie wurden zu drei Messzeitpunkten über die Schwerpunkte Inanspruchnahme von Rehabilitationsmaßnahmen, Erwartungen an Rehabilitationsmaßnahmen, berufliche Situation vor der Tumorerkrankung sowie ein eventuell bestehender Rentenwunsch und Rentenantragstellung befragt.

In den Ergebnissen zeigt sich, dass die psychische Komorbidität der Tumorpatienten in der Studie 33 Prozent beträgt und damit höher ausgeprägt ist als in der Allgemeinbevölkerung. Solche Patienten, die zusätzlich an einer psychischen Erkrankung litten, äußerten tendenziell häufiger den Wunsch nach einer Anschlussheilbehandlung. Außerdem zeigte sich, dass diese Patientengruppe nach Abschluss der Primärbehandlung häufiger als die nicht psychisch komorbiden Patienten die Absicht hatten, einen Rentenantrag zu stellen. Sechs Monate nach der Beendigung der Anschlussheilbehandlung waren die psychisch erkrankten Befragten signifikant seltener arbeitsfähig und erhielten ebenfalls häufiger eine Erwerbsminderungsrente.

Insgesamt weisen die Ergebnisse auf einen bedeutenden Einfluss der psychischen Komorbidität bei Patienten mit primär somatischen Erkrankungen auf ihre Arbeitsfähigkeit hin. Dies unterstreicht die Wichtigkeit besonderer Maßnahmen für Tumorpatienten mit gleichzeitiger psychischer Erkrankung während der Anschlussheilbehandlung. Als Prädiktoren für eine Arbeitsunfähigkeit konnten das Vorhandensein von psychischer Komorbidität, die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage vor Primärbehandlung der Krebsbehandlung und die Absicht, einen Rentenantrag zu stellen, identifiziert werden. Das zeigt, dass spezielle Angebote für Tumorpatienten mit psychischer Begleiterkrankung notwendig sind. Derzeit weisen sie noch Verbesserungspotenzial auf.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '16. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Gesund älter werden - mit Prävention und Rehabilitaton' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL137874


Informationsstand: 19.10.2007

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