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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Universability for Disability

Studium von Behinderten und Studienreform an Hochschulen in NRW



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Gemeinsame Kommission für die Studienreform im Land Nordrhein-Westfalen


Quelle:

Bochum: Eigenverlag, 1999, 9 Seiten


Jahr:

1999



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Abstract:


Europaweit wird gegenwärtig eine intensive Diskussion um die Reform der Hochschulen geführt, die unter anderem die Möglichkeiten der Veränderung von Studiengangstrukturen (BA/MA), der Qualitätssicherung in der Lehre, aber auch der Modularisierung des Studienangebotes und der Flexibilisierung und Individualisierung von Lehr- und Lernprozessen (neue Medien in Lehre und Studium) sowie einer gezielten Berufsqualifizierung des Studiums zum Gegenstand hat.

Diese Diskussion geht in der Regel in ihren allgemeinen Analysen und Planungen von 'Norm-Studierenden' aus, für die das Studium studierbar sein soll. Individuelle Anforderungen an Studiengestaltung von zum Beispiel Teilzeit-, ausländischen oder behinderten Studierenden sowie je nach geschlechtsspezifischer Tradition der Fächer bisweilen auch männlichen oder weiblichen Studierenden bleiben oft unberücksichtigt. Hochschul- und Studienreform muss jedoch alle Studierenden im Blick haben.

Denn: Hochschulentwicklung ist Kulturentwicklung: Die Hochschule als universitas, als Ort der Vielfalt und Verschiedenheit, ist aufgerufen, die Potenziale je unterschiedlicher Begabungen zu entwickeln und damit einen Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten. In Bezug auf die Entwicklung der Potenziale behinderter Studierender kommt die Hochschule diesem Auftrag nicht angemessen nach. Denn die Aufgabenstellung der Hochschule kann nicht so verstanden werden, dass sich beeinträchtigte Studierende nur den gegebenen Bedingungen anzupassen beziehungsweise sich selbst so zu verändern haben, dass sie die Anforderungen zu erfüllen vermögen. Vielmehr muss die Hochschule (University) selbst ihre Fähigkeit (Ability) unter Beweis stellen, der Vielfalt und Verschiedenheit der Studierenden in Lehre und Forschung gerecht zu werden; also: Universability for disability.

Tatsache ist, wie die 15. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes von 1998 anführt, dass sich etwa 13 Prozent aller Studierenden als gesundheitlich geschädigt bezeichnen: 11 Prozent leiden unter einer chronischen Krankheit und bei 2 Prozent liegt eine Behinderung vor. Die bisher vielfach üblichen speziellen Angebote für behinderte Studierende, bei denen es sich zumeist um zusätzliche und damit 'aussondernde Maßnahmen' handelt, reichen nicht aus. Vielmehr muss die Hochschule eine Integration der bildungsfördernden Maßnahmen für Behinderte und Nicht-Behinderte leisten.

Die Gemeinsame Kommission macht mit ihren Empfehlungen auf ein bisher vernachlässigtes Feld der Studienreform aufmerksam.

(Vorwort der Kommission)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Wissenschaftliches Sekretariat für die Studienreform
44780 Bochum

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Referenznummer:

R/NV0035


Informationsstand: 16.12.2003

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