Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit

Ein internationaler Vergleich von Arbeitsunfallversicherungssystemen



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Münchner Rück


Quelle:

München: Eigenverlag, 2004, 47 Seiten


Jahr:

2004



Abstract:


Die jüngste Veröffentlichung in einer englischsprachigen rechtsvergleichenden Reihe zu Fragen der Arbeitsunfallversicherung, die die weltweit größte Rückversicherungsgesellschaft Münchner Rück herausgibt, befasst sich mit dem Problem, wie und gemäß welcher Verfahren Körperschäden gemessen, bewertet, beziffert und schließlich entschädigt werden. Nach deutschem Verständnis geht es also um die scheinbar so altbekannte Frage der Bestimmung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE). Um so überraschender ist, wie verschieden und komplex die Lösungen dieser Kernfrage jeder Unfallversicherung in ausländischen Systemen sind.

Anhand ausgewählter Staaten werden exemplarisch die wichtigsten Zuordnungsverfahren dargestellt. So kann von der MdE ausgegangen werden (zum Beispiel Deutschland, Schweiz, Hong Kong) oder der Minderung der Arbeitsfähigkeit (Belgien, Italien Kolumbien) oder von einer Mischung dieser Ausgangspunkte (Dänemark, New South Wales).

Der Verlust von Erwerbs- und/oder Arbeitsfähigkeit kann rückschauend (Spanien), vorausschauend (Belgien), durch Vergleich mit einer gesunden Normal- oder Vergleichsperson (Großbritannien) oder durch Diagnosekataloge (in den meisten Bundesstaaten der USA) definiert werden. Ähnlich vielfältig sind die Anspruchsauslösenden Mindestgrade (ab 1 Prozent in Belgien, 10 Prozent in Frankreich, 20 Prozent in Deutschland, 33 Prozent in Spanien), die Verfahren zur Bestimmung der Höhe des Grades (zum Beispiel nach Art der Verletzung gemäß einer Tabelle oder nach Art der Verletzung in ihrer Auswirkung auf die Aktivitäten des täglichen Lebens gemäß der Einschätzung von Ärzten, usw.) oder die Zeiträume der Neueinschätzung/ Überprüfung des Funktionsverlust. Vielgestaltig auch, wem die Einschätzungsfrage übertragen wird: einem (medizinischen) Gutachter des Versicherungsträgers, dem staatlichen amtsärztlichen Dienst, dem Hausarzt.

Tröstlich, dass Kritik an der Gutachterauswahl nahezu systemunabhängig ist, auch wenn die Kritiker je nach gewählter Lösung aus verschiedenen Interessengruppen kommen. Ein Kapitel widmet sich künftigen Herausforderungen der Einschätzung und Bewertung von Funktionsverlusten, etwa durch Zunahme von psychischen oder nichtgreifbaren Beeinträchtigungen wie Stress oder muskelo-skeletären Störungen.

Das Schlusskapitel stellt tabellarisch Verfahren zur Bestimmung der Funktionsminderung in zwölf Staaten dar.

Insgesamt ein spannender und äußerst anregender einführender Überblick, der zu vielen behandelten Teilaspekten das Interesse an vertiefenden Einzelheiten weckt. Einmal mehr zeigt er die Relativität der real existierenden nationalen Lösungen und die daraus resultierende Schwierigkeit eines Effizienzvergleichs.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Assessing disability

An international comparison of workers' compensation systems

Abstract:


This new publication continues the series of analysis and comparisons about international workers' compensation schemes. The purpose of this publication is to compare different ways of defining what disability is and how to assess it, and to discuss some major related challenges that should be tackled by the workers' compensation systems.

Within workers' compensation systems, disability gives rise to high economic and social costs. The publication explains the variety of models, shows their complexity and discusses some major challenges that should be tackled by the workers' compensation systems in respect of the assessment of disability.

The brochure is intended as a contribution to the ongoing discussions on reform and privatisation in the various countries, which may be of interest to all parties concerned, i.e. governments, social insurance institutes and private insurers. We are convinced that this differentiated and neutral analysis of the subject will underscore Munich Re's opinion leadership in the debate on reforms in workers' compensation insurance and the business opportunities that will result worldwide.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie




Bezugsmöglichkeit:


Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft
Telefon: 089 3891-0
80791 München
E-Mail: feedback@munichre.com
Homepage: https://www.munichre.com/de/homepage/index.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV0129


Informationsstand: 09.11.2004

in Literatur blättern