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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Fachtagung 25 Jahre Psychosozialer Dienst - Berufsbegleitender Dienst - Integrationsfachdienst im Rheinland

Die Entwicklung der arbeitsbegleitenden Betreuung und zukünftige Herausforderungen



Autor/in:

Seel, Helga; Schröder, Helmut; Hofmann, Frank [u. a.]


Herausgeber/in:

LVR-Integrationsamt


Quelle:

Köln: Eigenverlag, 2003, 78 Seiten: DIN-A4, Broschur


Jahr:

2003



Abstract:


Die Broschüre dokumentiert die Fachtagung: 25 Jahre Psychosozialer Dienst - Berufsbegleitender Dienst - Integrationsfachdienst im Rheinland. Berücksichtigt werden dabei die Entwicklung der arbeitsbegleitenden Betreuung und zukünftige Herausforderungen. Abgedruckt sind die Reden der ReferentInnen, die zusammenfassend vorgestellt werden:

Die erste Ansprache wurde gehalten von Dr. Helmut Schröder vom infas Institut für angewandte Sozialwissenschaften in Bonn. Er referierte über die Berücksichtigung der Kundenwünsche bei der Gestaltung passender Dienstleistungsangebote. Er stellte die Integrationsfachdienste, beziehungsweise Psychosozialen Dienste und ihre Vermittlungsrolle in Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes vor.

Zur besseren Koordination zwischen Integrationsfachdiensten und Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes beleuchtet Schröder anhand mehrerer Thesen mögliche betriebsinterne Gründe und Ursachen für oder gegen eine Einstellung von behinderten Menschen. Er sieht es als wichtig an, dass sowohl Betriebe als auch die Integrationsfachdienste die Position des jeweils anderen nachvollziehen können, da nur so optimale Vermittlungsleistungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt, beziehungsweise die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen der Fachdienste in Anspruch genommen werden können.

Dr. Frank Hofmann von der IMAKA in Stuttgart thematisierte die Erbringung einer gemeinsamen Dienstleistung in einem komplexer werdenden System. Er berichtet zunächst über die Organisation von Integrationsfachdiensten und deren Entwicklung. Im Bereich der Tätigkeiten zeigt sich eine immer weitere Differenzierung der Aufgaben. Hofmanns Empfehlung für die weitere Entwicklung ist deshalb ein spezielles und eigenes Marketing der IFD, da dieses die Institutionen nach innen und außen stärken werde.

Martina Hoffmann-Badache, Landesrätin und Leiterin des Dezernates für Soziales und Integration hielt ihre Rede zum Thema: Der IFD im Spiegel der Jahre. Darin gibt sie einen Überblick über die 25 Jahre der Entwicklung der Integrationsfachdienste. Dazu stellt sie Originaltexte und -berichte aus der Vergangenheit vor, die die Einführung von Neuerungen dokumentieren und kommentiert deren Bedeutung. So lernt der Leser die wichtigsten Modelle und Projekte kennen, die zur heutigen Organisation und Aufgabenbreite der IFD führten.

Der Vortrag der Vorsitzenden der AGPR in Duisburg, Elisabeth Hofmann, stand unter dem Titel 'Beteiligung der Trägervereine an der aktiven Weiterentwicklung des Fachdienstangebotes'. Frau Hofmann beleuchtet die Arbeit des Psychosozialen Dienstes im Rheinland, bei dem sie selbst 12 Jahre lang tätig war. Hauptsächlich geht sie ein auf die Zusammenarbeit zwischen Trägervereinen und auf die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit, wie zum Beispiel auf die Ausdehnung des Beratungsangebotes und stärkere Kooperation zwischen Trägervereinen, Kostenträgern und Fachdiensten.

Rainer Krix arbeitet beim Integrationsfachdienst Mönchengladbach. Er referierte über den 'Wandel von der klientenbezogenen Betreuung zu einer kundenorientierten Dienstleistung.' Sein Hauptaugenmerk richtet er somit auf den Wandel. Diesen sieht er darin, dass die Fachdienste zur Anpassung an geänderte gesellschaftliche Bedingungen aus behinderungsspezifischen Nischen heraustreten mussten, um mit anderen, in dem Bereich arbeitenden Institutionen zusammenzuarbeiten und ein gemeinsames Angebot für Betroffene zu erstellen. Außerdem stellt er seine Vorstellung von Kundenorientierung in den IFD vor. Ein wichtiger Punkt diesbezüglich ist für ihn, eine Dienstleistung zu schaffen, die den Kunden ernst nimmt.

Helga Seel ist Amtsleiterin im Integrationsamt. Ihr Vortrag hatte den Titel: Der IFD und seine zukünftigen Herausforderungen. Sie stellt darin Fragen danach, welchen Handlungsbedarf es in Zukunft gibt und welche Fragen noch ungeklärt sind. Dies macht sie an drei Spannungsfeldern deutlich, die sie sieht: das erste Spannungsfeld ist das zwischen der Zwei- und Dreigliedrigkeit des Systems der Integrationsfachdienste. Zur Entspannung muss nach Seel neben einer organisatorischen Einheit verschiedener Träger vor allem eine inhaltliche Einheit geschaffen werden.

Das zweite Spannungsfeld sieht sie im Integrationsfachdienst als Auftragnehmer und dem Integrationsamt als Auftraggeber. Das dritte Spannungsfeld ist aus ihrer Sicht die Dreiecksbeziehung zwischen allen Mitgliedern der Gesellschaft, behinderten Menschen und deren Arbeitgebern. Spannung entsteht in diesem Bereich hauptsächlich aus der Tatsache, dass sowohl behinderte Menschen als auch Arbeitgeber zu den Kunden der Integrationsämter gehören. Eine günstige zukünftige Entwicklung wird nach Frau Seel nur stattfinden können, wenn die von ihr aufgezählten Schwierigkeiten wahrgenommen werden.

Dieter Braun ist Personalleiter bei der SB-Warenhaus GmbH Real. Er stellt in seiner Rede die Integration in den Arbeitsmarkt sowie die von Vorrednern angesprochenen Probleme nun aus Sicht der Arbeitgeber im Handel dar. So berichtet er über die bisherige Zusammenarbeit von behinderten Menschen mit dem Integrationsamt und den Integrationsfachdiensten. Braun selbst bemühte sich nach Erstellung der Integrationsvereinbarung im SGB IX, § 83, verstärkt schwerbehinderte Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren. Er nutzte die Vermittlungsfunktion und die Beratungsdienste der IFD, um für 'den richtigen Menschen' den 'richtigen Arbeitsplatz' zu finden.

Gerade im Handel sieht Braun vor allem im Bereich des Dosenpfandes eine gute Möglichkeit, Menschen mit Behinderungen einzustellen. Er fordert deshalb die Integrationsfachdienste und den Handel zur Zusammenarbeit auf.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Sammelwerk / Graue Literatur / Tagungsdokumentation




Bezugsmöglichkeit:


Landschaftsverband Rheinland (LVR)
LVR-Dezernat Soziales
Homepage: https://www.lvr.de/de/nav_main/soziales_1/lp_soziales_neu.js...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV0690


Informationsstand: 01.07.2014

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