Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Schwerstbehindert

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Autor/in:

Schneider, Maria; Stumpf, Fritz; Dank, Susanne [u. a.]


Herausgeber/in:

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung des Landes Rheinland-Pfalz


Quelle:

Mainz: Eigenverlag, 1994, 96 Seiten


Jahr:

1994



Abstract:


Am 7. November 1991 wurde die Fachdidaktische Kommission zum ersten Mal in das Ministerium für Bildung und Kultur in Mainz einberufen. Der Auftrag lautete, Handreichungen für die schulische Förderung schwerstbehinderter Kinder und Jugendlicher zu erstellen. Die Erwartung war auf klare, zielbetonte, didaktisch-methodische Empfehlungen gerichtet. Doch beim Versuch, den Personenkreis der Schwerstbehinderten zu beschreiben, stießen wir auf Grenzen. Die Beschreibungen meinten in der Regel körperbehinderte Kinder mit und ohne Mehrfachbehinderung, aber nicht verhaltensauffällige und geistig behinderte Kinder mit schweren Aggressionen und Autismen.

In zahlreichen Schulbesuchen wurde uns die Komplexität von Schwerstbehinderung deutlich, und je intensiver und näher wir diesen Menschen begegneten, desto mehr entfernten wir uns von gewohnten pädagogischen Denkweisen und Strukturen. Wir erkannten, dass Schwerstbehinderte den Aspekt von Menschsein verdeutlichen, den wir allzu gern und oft verdrängen, weil er uns an Unzulänglichkeiten, Hilflosigkeit, Angewisensein, Bewegungseinschränkung, Zwanghaftigkeit, Krankheit, Hunger, Tod, Isolierung erinnert.

Dies widerspricht den Dimensionen von Dynamik, Leistung, Erfolg, Jugendlichkeit und Schönheit, Unabhängigkeit, Sportlichkeit und Leben. Elternsein als lebenslange Aufgabe, Lehrersein als hautnahe Begleitung und Schulraum als gefühlsnaher, familiärer Rahmen sind Ungewohntheiten, lösen Befremden aus und werden, wenn Begegnungen nicht zum Vertrautsein führen, abgelehnt.

Unser Lesebuch will Ihnen die Hand reichen, etwas näher auf schwerstbehinderte Kinder, deren Eltern, Lehrer, Erzieher und Bekannte zuzugehen und ihnen so nahe zu kommen, wie Sie es können oder möchten. Die Anordnung der Berichte, Gedichte, Ausarbeitungen, Aussagen, Gespräche ist so gewählt, dass sowohl selektives wie globales Lesen möglich sind. Insgesamt bedarf es einer Fülle von Sichtweisen, um Menschen in extremen Lebenssituationen zu verstehen.

[Aus: Vorwort]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Sammelwerk




Bezugsmöglichkeit:


Heute:
Rheinland-pfälzisches Ministerium für Bildung
Homepage: https://bm.rlp.de/de/startseite/

und

Rheinland-pfälzisches Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK)
Homepage: https://mwwk.rlp.de/de/startseite/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV1360


Informationsstand: 02.03.2005

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