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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Junge Menschen mit Behinderung in der Berufsausbildungsvorbereitung


Sammelwerk / Reihe:

Berichte und Materialien, Band 16


Autor/in:

Bölke, Claus; Eser, Karl-Heinz; Gronewold, Albert [u. a.]


Herausgeber/in:

Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik - INBAS


Quelle:

Offenbach a. M.: Eigenverlag, 2006, 119 Seiten: PDF, ISBN: 3-932428-50-1; 978-3-932428-50-0


Jahr:

2006



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Abstract:


Das Fachkonzept zur Berufausbildungsvorbereitung der Bundesagentur für Arbeit wird seit 2004 flächendeckend umgesetzt. Seit der Einführung gelten die konzeptionellen und formalen Vorgaben des Fachkonzepts für junge Menschen mit und ohne Behinderung. Damit soll der Anspruch umgesetzt werden, diesen Personenkreis so normal wie möglich und so speziell wie nötig zu fördern.

In den 2001 begonnenen Modellversuchen der Entwicklungsinitiative - Neue Förderstruktur für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf - war diese Zielgruppe zunächst nicht explizit einbezogen. Deshalb traten die Beteiligten mit dem Einbezug junger Menschen mit Behinderungen in allgemeine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) weitgehend Neuland. Umso wichtiger war es, Expertinnen und Experten vor Ort ebenso wie die Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Organisationen der Rehabilitation in Arbeitskreise, Workshops, Fachkonferenzen und Projektkonferenzen einzubinden.

Neben den Auseinandersetzungen mit dem Fachkonzept und den vermuteten und tatsächlichen Auswirkungen auf die Zielgruppe beschäftigte sich das Prozessbegleitungsteam der INBAS GmbH intensiv mit der Weiterentwicklung des Fachkonzeptes und formulierte entsprechende Empfehlungen. Diese sind auf der Internetseite http:// neuefoerderstruktur.de nachzulesen.

In den Arbeitskreisen, Workshops und Fachtagungen, die sich mit der Frage der Förderung und Qualifizierung junger Menschen mit Behinderungen in Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen beschäftigten, gab es eine Vielzahl von interessanten und wichtigen Beiträgen - einige davon wollen wir mit dieser Veröffentlichung einem breiteren Publikum zugänglich machen:

D. Wolfgang Seyd, Universität Hamburg, stellt in seinem Beitrag die Perspektiven für die berufliche Integration junger Menschen mit Behinderung dar. Er beleuchtet den Arbeits- und Ausbildungsmarkt, insbesondere hinsichtlich der Situation von benachteiligten Jugendlichen und jungen Menschen mit Behinderung. Auch die Veränderungen in der Förderung und der Förderlandschaft werden thematisiert. Als zentrale Frage für die Integration junger Menschen mit Behinderung wird die Weiterentwicklung und die Reform der beruflichen Rehabilitation betrachtet. Dabei werden - auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Untersuchung - vor allem die Förder- und Integrationsansätze der Berufsbildungswerke in Augenschein genommen. Abschließend werden drei Szenarien zur Perspektive der beruflichen Rehabilitation skizziert.

Dr. Rolf Werning von der Universität Hannover versucht, das komplexe Gebiet der Pädagogik der Lernbeeinträchtigten in seinem Beitrag genauer zu fassen und berücksichtigt dabei aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, die aufzeigen, welche Merkmalsbündel bei der Lernbeeinträchtigung eine Rolle spielen und wie sie zu gewichten sind. Im zentralen Kapitel des Beitrags stellt er den Zusammenhang zwischen Lernen und der Behinderung des Lernens aus systemisch-konstruktivistischer Perspektive dar. Auch wenn sich der Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die Schule beziehungsweise die Sonderschule bezieht, lassen sich doch viele Anregungen auf das Feld der Berufsausbildungsvorbereitung übertragen.

Karl-Heinz Eser, Leiter des Berufsbildungswerks Dürrlauingen, setzt sich im Speziellen mit der Lernbehinderung auseinander. Vor dem Hintergrund teilweise neuester neuropsychologischer und förderdiagnostischer Forschungsergebnisse stellt er die grundsätzliche Frage nach der Behinderungsqualität von Lernbehinderung im Vergleich zu den anderen Behinderungsarten. Karl-Heinz Eser ist es zu verdanken, dass die Behinderung auf den zweiten Blick, so nennt er die Lernbehinderung, weiterhin in den Diskussionen präsent bleibt.

Mechthild Ziegler, Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Lernbehinderungen e. V., beschreibt junge Menschen mit Lernbehinderungen aus Elternsicht. Wie bei anderen Behinderungsarten auch sind Eltern sehr in den Entwicklungsprozess der Kinder und Jugendlichen eingebunden. Gerade beim Übergang Schule - Beruf kommt es aus ihrer Sicht darauf an, ob diese jungen Menschen in die Ausbildungs- und Arbeitswelt integriert werden können. Mit Blick auf dieses Ziel hatten Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen aus Sicht des Bundesverbands schon immer eine besondere Bedeutung für die Personengruppe.

Mit der Einführung eines persönlichen Budgets, in anderen europäischen Ländern bereits erprobt, soll eine erweiterte Teilhabe von Behinderten am Arbeitsleben ermöglicht werden. Rolf Maier-Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation beschreibt in seinem Beitrag die rechtlichen und politischen Grundlagen dieses teilhabeorientierten Instruments. Der behinderte Mensch soll eigenverantwortlich und kompetent, in Abstimmung mit den entsprechenden Diensten, seinen Weg durch Ausbildung und Beschäftigung organisieren. Welches Potenzial in einem solchen Ansatz steckt, muss noch weiter ausgelotet werden; zu seiner Umsetzung sind gerade nur die ersten Schritte getan worden.

Wie bereits erwähnt, hat sich die Entwicklungsinitiative - Neue Förderstruktur für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf - der Zielgruppe junger Menschen mit Behinderung erst in den letzten Jahren intensiv zugewandt. Einzelne Modellversuche hatten aber schon vor der Einführung des neuen Fachkonzepts die Trennung zwischen Förderlehrgängen und allgemeinen BvB aufgehoben. Die Praxisberichte im letzten Teil dieses Werkstattberichts ergänzen die theoretischen Beiträge und runden das Gesamtbild ab.

Petra Körner-Schmidt stellt die Arbeit der INITEC gGmbH aus Lippstadt vor. Neben der Problemsichtung beschreibt sie vor allem die differenzierte Qualifizierung von jungen Menschen mit Behinderung auf der Grundlage einer individuellen Förder- und Qualifizierungsplanung. Auch die Ausrichtung der Arbeit an Qualifizierungsbausteinen ist ein wesentliches Element der Angebotspalette.

Die Berufsvorbereitung für junge Rehabilitanden an der Kreisvolkshochschule Aurich steht im Mittelpunkt des Beitrags von Albert Gronewold. Die Kreisvolkshochschule arbeitet seit vielen Jahren im Feld der beruflichen Qualifizierung von jungen Menschen mit Behinderung. Interessant ist vor allem die starke betriebliche Orientierung dieser Arbeit, die sehr erfolgreich umgesetzt worden ist.

Die Eingliederung von Jugendlichen mit Schwerbehinderung konnte als Teilprojekt im Rahmen des Modellversuchs Frankfurt umgesetzt werden. In Frankfurt arbeiten alle Träger, die in der Qualifizierung von jungen Menschen mit Behinderung Erfahrungen gesammelt hatten und von der Agentur für Arbeit beauftragt wurden, zusammen. Diese Kooperation ermöglichte es auch, spezielle Ansätze in den Modellversuchen zu integrieren. Im Beitrag von Monika Scholdei-Klie, Landesarbeitsgemeinschaft gemeinsam leben - gemeinsam lernen e.V., wird die betriebsnahe Qualifizierung von Jugendlichen mit schweren Behinderungen beschrieben. Dieser stark individuell ausgeprägte Ansatz zeigt eine wohnortnahe Form der Förderung von Jugendlichen, und er ist - das wird in einem Beispiel noch einmal deutlich gezeigt - nur durch erhöhten Betreuungsaufwand umzusetzen. Diese Arbeit kann, so die Bewertung der beteiligten Expertinnen und Experten, im Rahmen von Regel-Maßnahmen in der Berufsvorbereitung nicht fortgesetzt werden. Hier bedarf es weiterer Überlegungen, wie solche Formen der wohnortnahen Teilhabe am Arbeitsleben realisiert werden können.

Claus Bölke, Synapse Weimar KG, stellt ein aktuelles Projekt der Berufsausbildungsvorbereitung für Rehabilitanden vor. Im Rahmen der Initiative job - Jobs ohne Barrieren engagiert sich mittlerweile eine Reihe von Großbetrieben in der Qualifizierung behinderter Jugendlicher. In dem Beitrag wird gezeigt, dass auch Berufsausbildungsvorbereitung betrieblich durchgeführt werden kann. Ergebnisse des Versuchs liegen noch nicht vor, werden aber sicherlich mit Interesse verfolgt werden.

Ein Hinweis auf die vielfältigen Projekte im Rahmen der Europäischen Gemeinschaftsinitiative Equal, die mit über 130 Entwicklungspartnerschaften neue Ansätze des Zugangs und der Rückkehr zum Arbeitsmarkt erproben und begleiten, runden die Handreichung ab.

[Gemäß Einleitung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


INBAS GmbH
Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH
Homepage: https://www.inbas.com/startseite.html

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Referenznummer:

R/NV1633


Informationsstand: 01.08.2007

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