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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Evaluation der Entwicklungspartnerschaft Keine Behinderungen trotz Behinderung

Abschlussbericht - Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und den Europäischen Sozialfonds



Autor/in:

Hohn, Kirsten


Herausgeber/in:

Gemeinschaftsinitiative EQUAL; Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

Hamburg: Eigenverlag, Online-Ressource, 2005, 240 Seiten


Jahr:

2005



Abstract:


Im Rahmen der mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten EQUAL-Entwicklungspartnerschaft Keine Behinderungen trotz Behinderung (2002-2005) war die BAG UB unter anderem für die Evaluation zuständig.

Kernstück des Evaluationsberichtes ist die Darstellung einzelner (nicht nur beruflicher) Integrationsprozesse. Hierbei werden die in zahlreichen Interviews beschriebenen Erfahrungen und Sichtweisen von jungen Menschen mit Behinderung, deren Eltern, ProjektmitarbeiterInnen und ArbeitgeberInnen aus Praktikumsbetrieben einbezogen und daraus Konsequenzen für (pädagogische) Handlungsfelder im Übergang Schule-Beruf benannt.

Mit dem Bericht liegen die Ergebnisse der dreijährigen Evaluation und wissenschaftlichen Begleitung der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft (EP) Keine Behinderungen trotz Behinderung vor. Im Rahmen der europäischen Gemeinschaftinitiative EQUAL und mit einer Förderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) arbeiteten verschiedene Teilprojekte von 2002 bis 2005 zusammen. Im Januar 2002 startete die Partnerschaft mit einer Konzeptionierungs-, Planungs- und Organisierungsphase in Aktion 1. Der Durchführungszeitraum der Projekte ging von Mai 2002 bis Juni 2005.

Das zentrale gemeinsame Ziel der EP bildete die strukturelle und konzeptionelle Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf für junge Menschen mit Behinderungen. Folgende Teilprojekte waren an der Entwicklungspartnerschaft beteiligt:
- das Institut für Erwachsenenbildung in Aurich (Niedersachsen) als Bildungsträger zur Erprobung innovativer Qualifizierungsmaßnahmen
- das Föbis Institut in Querfurt als Bildungsträger zur Erprobung innovativer Qualifizierungsmaßnahmen in Merseburg (Sachsen-Anhalt)
- die ACCESS Integrationsbegleitung gGmbH, Erlangen (Bayern), mit dem Projekt 'Persönliche Zukunftsplanung' im Übergang Schule - Beruf
- die Gustav-Heinemann-Schule, Pforzheim (Baden-Württemberg) für die Kooperation zwischen Schule, IFD und Arbeitsamt
- das Neurologische Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche in Friedehorst e.V., Bremen mit dem Bereich der Berufstherapie
- die Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. für die Bereiche Qualitäts- und Case-Management, Evaluation, transnationale Zusammenarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung
- die Hamburger Arbeitsassistenz (Integrationsfachdienst) für den Bereich Fortbildung
- die Fraport AG (Frankfurt Airport Services Worldwide - Schwerbehindertenvertretung) als Repräsentant unternehmerischer Sichtweisen und als Initiator eines bundesweiten 'Unternehmensforums'
- das Innovative Qualifizierungszentrum (IQZ) Sangerhausen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Informationsaustausch mit Hilfe von Internet-Foren und anderem
- das Institut für Erwachsenenbildung, Nordhorn, für den Bereich nationale Koordination
- der Landkreis Aurich als Antragsteller und Mittelverwalter

Die Umsetzung des EQUAL-Querschnittsziels Gender Mainstreaming beziehungsweise die Unterstützung der EP und der einzelnen Projekte erfolgte zunächst durch ein Teilprojekt, später durch externe Auftragsvergabe.

Daneben sind folgende verschiedene strategische Partner ohne eigenes Teilprojekt eingebunden:
- das Forum Übergang Schule-Beruf
- das Staatliche Seminar für Schulpädagogik, Heidelberg
- verschiedene Unternehmen aus den beteiligten Regionen
- die Arbeitsagenturen in Emden und Merseburg
- die Handwerkskammer in Aurich
- das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Hannover
- das Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn
- der Behindertenbeauftragte des Landkreises Wittmund
- der Verein für integratives Leben und Wohnen betreuungsbedürftiger junger Menschen, Emden

Auf einer transnationalen Ebene arbeitete die EP mit vier Partner-EPen aus Österreich, Tschechien, den Niederlanden und Deutschland zusammen, deren Thema und Ziel ebenfalls der Übergang Schule-Beruf war (vgl. Evaluationsbericht der transnationalen Arbeit im Anhang). Dem Ziel der EP, die Integrationschancen von jungen Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt durch innovative Modelle und die Entwicklung effektiver Konzepte und Netzwerkstrukturen zu verbessern, wurde mit einem Evaluationskonzept begegnet, das die verschiedenen Erfahrungen der HauptakteurInnen beruflicher Integrationsprozesse aufgreift und, indem es diese zu Wort kommen lässt, die Vernetzungsstrukturen auf persönlichen und regionalen Ebenen aufdeckt. Gezielt ging es dabei um die Verdeutlichung von Hemmnissen und Barrieren in beruflichen Integrationsprozessen sowie um die Suche nach notwendigen professionellen Interventions-und Veränderungsmöglichkeiten.

Für die Evaluationsstudie wurden biografisch-narrative Interviews mit den TeilnehmerInnen der Praxisprojekte der EP durchgeführt sowie weitere narrative beziehungsweise problemzentrierte Interviews mit Eltern, ProjektmitarbeiterInnen, ArbeitgeberInnen und weiteren relevanten Personen. Mittels Fragebogen wurden relevante Grunddaten zu den TeilnehmerInnen der Maßnahmen erhoben. Das methodische Konzept und die Durchführung der Evaluation werden in Kapitel 2 vorgestellt. Dort werden die Fragestellungen und Zielrichtungen der EP beziehungsweise der Teilprojekte benannt und unter methodologischen Gesichtspunkten die Aussagekraft narrativer Interviews aufgezeigt. Die verschiedenen Bausteine der Evaluationsstudie und die konkrete Durchführung der einzelnen Schritte werden beschrieben.

In Kapitel 3 werden die Ergebnisse der Evaluation vorgestellt. Um sich ein Bild darüber machen zu können, wer an den Equal-geförderten Maßnahmen teilgenommen hat, geht es in 3.1 zunächst um die teilnehmerInnenbezogenen Daten, die mittels Fragebogen erhoben wurden. Die Verteilung der TeilnehmerInnen an den durch Equal geförderten Maßnahmen nach Geschlecht, Alter und Behinderungsarten, die Schulabschlüsse, Berufsausbildungen, Praktikumserfahrungen und der Erwerbsstatus nach Projektende sowie weitere relevante Daten werden projektbezogen dokumentiert.

Als Kernstück der Evaluation werden im zweiten Teil der Ergebnisdarstellung (3.2) einzelne Falldarstellungen präsentiert, die auf die Analyse der o.g. Interviews zurückgehen. Darin werden individuelle schul- und berufsbiografische Verläufe und Integrationsprozesse veranschaulicht, wobei die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen von SchülerInnen und MaßnahmeteilnehmerInnen, deren Eltern, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen, der MitarbeiterInnen der Equal-Projekte sowie weiterer Professioneller deutlich werden. Indem sie miteinander in Beziehung gesetzt werden, zeigt sich ihre Relevanz für den jeweiligen Prozess. Die aus den einzelnen Falldarstellungen entwickelten Konsequenzen für die pädagogische Praxis in der beruflichen Rehabilitation werden zusammenfassend in Kapitel 3.2.7 dargestellt, das von daher als ein zentrales zusammenfassendes Kapitel zu verstehen ist.

In den weiteren Ergebnisdarstellungen werden unter Einbeziehung der Analyse der genannten Interviews und weiterer mit den MitarbeiterInnen der Projekte und Rehabilitationsberatern der Agentur für Arbeit geführten Interviews sowie weiterer Datenerhebungen Aspekte der Netzwerkstrukturen und deren Entwicklungen bezogen auf eine Person, auf den Bereich der EP beziehungsweise der Teilprojekte und ihrer Regionen dargestellt (3.3). Im Anschluss werden die Perspektiven und Erfahrungen der interviewten ArbeitgeberInnen und PraktikumsanleiterInnen (3.4) und Eltern (3.5) der dokumentiert. Der Ergebnisteil wird abgeschlossen mit den bis dahin noch nicht dargestellten Aspekten zu Fragestellungen zu Geschlechterverhältnissen und Chancengleichheit von Frauen und Männern (3.6) sowie zu Unterschieden zwischen den alten und den neuen Bundesländern (3.7).

Abschließend werden die in den verschiedenen Kapiteln bereits dargestellten Konsequenzen für die pädagogische Praxis im Bereich der beruflichen Integration noch einmal zusammengefasst und mit Empfehlungen zur weiteren Arbeit in dem Bereich versehen (4). Der Evaluationsbericht ist so verfasst, dass die einzelnen Kapitel gemäß ihres thematischen Schwerpunktes auch für sich verstehbar sein sollen. Damit verbundene Redundanzen und zahlreiche Querverweise und Bezüge zwischen den einzelnen Kapiteln sind also durchaus gewollt. Der Evaluationsbericht zur transnationalen Partnerschaft wurde gemeinsam mit Lucie Procházkova von der sozialökonomischen Forschungsstelle Wien erstellt. Inhaltlich ist er im Kapitel 3.3 (Netzwerke) angesiedelt, als eigenständiger Bericht ist er aber erst im Anhang am Ende dieses Bandes zu finden. Während der Förderphase von EQUAL 1 hat sich am 1.1.2004 das Arbeitsamt in die Agentur für Arbeit umbenannt. Wenn im Rahmen dieses Berichtes dennoch häufig vom Arbeitsamt die Rede ist, so wird sich explizit auf die Zeit vor 2004 bezogen oder es werden Zitate der interviewten Personen aufgegriffen, unabhängig vom Bezugszeitraum.

Biografische beziehungsweise thematisch-fokussierte narrative Interviews, wie sie im Rahmen dieses Evaluationsprojektes geführt wurden, bieten sehr gute Möglichkeiten, die individuellen Sicht- und Erfahrensweisen und die (biografischen) Konstruktionsprinzipien Einzelner in den Blick zu nehmen und diese dadurch weiter zu ExpertInnen ihrer eigenen Sache zu machen, als dies mit manch anderen Erhebungsmethoden möglich wäre. Andererseits birgt die Herangehensweise auch die Gefahr, dass der Detailreichtum der Erzählungen einen Rückschluss auf die Identität der jeweiligen Personen ermöglichen kann. Aus diesem Grund sind alle Namen sowie weitere biografische und Umfelddaten anonymisiert, wodurch die hinter den Erzählungen stehenden Personen nicht objektiv rückführbar sind. Den circa 80 Menschen, die in den Interviews über ihre persönlichen und/oder professionellen Erfahrungen gesprochen haben, sei an dieser Stelle für ihre Offenheit und ihr Vertrauen gedankt.

[Gemäß Einleitung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Evaluation der Equal-Entwicklungspartnerschaft Keine Behinderungen trotz Behinderung | REHADAT-Forschung




Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)
Homepage: https://www.bag-ub.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV1713


Informationsstand: 21.12.2005

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