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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden - auch nicht in der Arbeitswelt


Sammelwerk / Reihe:

Schriftenreihe des Landes Niedersachsen, Band 23


Autor/in:

Grimm, Uda; Bade, Thomas; Hensch, Rudolf [u. a.]


Herausgeber/in:

Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen


Quelle:

Hannover: Eigenverlag, 1998


Jahr:

1998



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Abstract:


Das Niedersächsische Bündnis Unterstützte Beschäftigung hat sich als loser Zusammenschluss von Eltern behinderter Kinder, Behindertenorganisationen, Gewerkschaften und kompetenten Einzelpersonen im Dezember 1997 gegründet.

Das Bündnis versteht sich als Forum, das Recht auf die freie Wahl des Berufes und des Arbeitsplatzes - die Integration in die Arbeitswelt - auch für behinderte Menschen politisch durchzusetzen. Die Sozialpolitik der Niedersächsischen Landesregierung favorisiert immer noch eine Behindertenpolitik, die nach dem Versorgungscharakter Fürsorge für unsere Schwachen organisiert.

Wir erkennen sehr wohl an, dass der Input an staatlichen Leistungen beachtlich ist und die Absichten ehrbar. Dennoch bleibt nachweislich - nicht nur der Anspruch des behinderten Menschen auf Selbstbestimmung und gleichberechtigter Teilhabe auf der Strecke, sondern auch der gewünschte Erfolg des Mitteleinsatzes aus. Während in anderen Bundesländern eine Neuorientierung von der Versorgung von behinderten Menschen durch eine traditionelle institutionelle Förderung - weg von der Segregation hin zur Integration in die Normalarbeitswelt - vollzogen wurde, fehlen in Niedersachsen trotz klarer politischer Aussagen die konkreten Schritte zur Umsetzung.

Selbst nach der Finanzierung eines Integrationsfachdienstes und Integrationsbetriebs im Rahmen eines Modellvorhabens durch das Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung sollen entsprechende Etatmittel aus der niedersächsischen Ausgleichsabgabe offensichtlich nur zur Gegenfinanzierung verwandt werden. Das Land Niedersachsen liegt zur Zeit mit drei Integrationsfachdiensten im unteren Drittel aller Bundesländer.

Da die Rechte behinderter Menschen - auch nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts für die Integration behinderter Kinder in die Regelschule - für Niedersachsen unter einen Finanzierungsvorbehalt fallen können, die Mittelzu wendungen des Staates aufgrund eines defizitären Landesetat auf dem Prüfstand stehen, erheben wir aus volkswirtschaftlicher Verantwortung im Interesse der Effizienz den Anspruch auf Umverteilung der Mittel. Wir sind nicht mehr bereit, auch nur eine Generation länger die Existenz und die Rechte der behinderten Menschen von etablierten Strukturen und den persönlichen Befindlichkeiten der Entscheidungsträger abhängig zu machen.

Es steht dem Land Niedersachsen gut zu Gesicht, wenn das Bundesland, das den Kanzlerkandidaten stellt und damit die deutsche Politik des 21. Jahrhunderts einläuten will, dies auch für den Bereich der Integration behinderter Menschen ins Auge fasst!

Der Workshop zeigte, dass die Kreativität in der Erschließung von Dauerarbeitsplätzen für behinderte Menschen groß ist. Wir fordern daher, dass ab sofort neben dem vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung finanzierten Modellvorhaben in Niedersachsen bereits bestehende Integrationsfirmen, Beratungs- und Assistenzprojekte in ihrem Bestand erhalten und weiterentwickelt werden (zum Beispiel Ausbau des Berufsbegleitenden Dienstes für sogenannte geistig Behinderte in Oldenburg). Aufgabe ist jetzt, den politischen Willen umzusetzen und jährlich drei bis fünf neue Integrationsfachdienste oder ähnliche Projekte zu schaffen, so dass zum Ende der Legislaturperiode 20 bis 25 Projekte behinderten Menschen die Chance bieten, in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingliedert zu werden.

Wir verbinden mit der Vorlage dieser Broschüre, die den Workshop dokumentiert, die Absicht, einen Beitrag zur weiteren Diskussion vorzulegen und fordern alle Verantwortlichen zum Dialog auf.

(Für das Niedersächsische Bündnis Unterstützte Beschäftigung, Karl Finke)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Sammelwerk / Graue Literatur / Tagungsdokumentation / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen Niedersachsen
Homepage: https://www.behindertenbeauftragte-niedersachsen.de/index.ph...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV2234


Informationsstand: 24.09.2004

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