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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Evaluation der Planung von Eingliederungshilfen

Abschlussbericht eines Forschungsprojektes im Auftrag der Region Hannover



Autor/in:

Elgeti, Hermann


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Hannover: Eigenverlag, Online-Ressource, 2003, 101 Seiten: DIN-A4


Jahr:

2003



Abstract:


Kurzfassung: Das Forschungsprojekt zur Evaluation der Planung von Eingliederungshilfen bezieht sich auf alle Planungsvorgänge in der Region Hannover im Jahre 2001. Es wurde im Auftrag der Landeshauptstadt und des Landkreises Hannover durchgeführt, die Ende 2001 die Region Hannover gegründet haben.

Ziel war die Überprüfung einer neuen Verfahrensregelung der Hilfeplanung für seelisch behinderte Personen. Danach soll der Hilfebedarf vor Antritt der Maßnahme im Rahmen einer Hilfekonferenz unter Beteiligung des Hilfeempfängers und der für ihn zuständigen Betreuungspersonen festgestellt werden. Der Sozialpsychiatrische Dienst steuert den Planungsprozess und soll eine multidisziplinäre Zusammensetzung der Hilfekonferenz gewährleisten. Alle Unterlagen wurden bei der zentralen Verwaltungsstelle im Gesundheitsamt gesammelt und für das Forschungsprojekt in Kopie zur Verfügung gestellt.

Die psychiatrische Versorgung in der 1,15 Millionen Einwohner umfassenden Region Hannover basiert seit über 25 Jahren auf dem Sektorprinzip. 4 Kliniken teilen sich die Zuständigkeit für die Krankenhausbehandlung. Neun Beratungsstellen des Sozialpsychiatrischen Dienstes erfüllten im Jahre 2001 für jeweils einen Sektor die Aufgaben des Niedersächsischen Gesetzes über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke. Im Rahmen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Personen existierten 2001 pro 100.000 Einwohner 35 Plätze im Ambulant betreuten Wohnen, 11 Plätze in Tagesstätten und 53 Plätze in therapeutischen Wohnheimen beziehungsweise Wohngruppen. Darüber hinaus wird eine bisher unbekannte Anzahl von Bewohnern psychiatrischer Pflegeheime in der Region über Maßnahmen der Eingliederungshilfe betreut.

In die Untersuchung wurden 524 Patienten mit insgesamt 570 Hilfeplanungsvorgängen aufgenommen. Nur selten wurde der Hilfebedarf erst nach Beginn der Maßnahme festgestellt, fast immer nahmen die Betroffenen selbst an der Hilfekonferenz teil. Bei den Hauptdiagnosen der Patienten handelte es sich in 43 Prozent der Fälle um Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, bei 22 Prozent um Suchterkrankungen und in 14 Prozent um Persönlichkeitsstörungen. Männer sind mit einem Anteil von 57 Prozent häufiger betroffen und unterliegen einem deutlich höheren Psychosozialen Risiko als Frauen (Berechnung des Risikos aus jeweils 3 Merkmalen zur Schwere und Chronizität der Erkrankung sowie zum Ausmaß der sozialen Ausgrenzung bei den Betroffenen). Empfehlungen zur stationären Eingliederung erfolgten in 40 Prozent der Fälle, bei Neuplanungen waren es 45 Prozent.

Hilfekonferenzen fördern die zielgenaue Vermittlung von Eingliederungshilfen. Die Häufigkeit der Hilfeplanungen, der Anteil von Empfehlungen zur stationären Eingliederung und das Psychosoziale Risiko der Hilfeempfänger variiert allerdings zwischen den jeweiligen Einzugsgebieten der Kliniken und den Versorgungssektoren der Beratungsstellen. Gründe dafür liegen in Unterschieden der Sozialstruktur in den Einzugsgebieten, im Entwicklungsniveau wohnortnaher Hilfsangebote mit ambulanter Schwerpunktbildung, aber auch in einer ungleichmäßigen Praxis der Hilfeplanung vor Ort. Verschiedene Indikatoren zur Prozessqualität der Planung von Eingliederungshilfen eignen sich als Ansatzpunkte für ein Benchmarking dezentral organisierter Entscheidungprozesse und ein auch gesundheitsökonomisch bedeutsames Fallzahl-controlling im Sozialpsychiatrischen Verbund. Vorgeschlagen wird die Einrichtung einer gemeinsamen Geschäftsstelle des Sozialhilfeträgers und des Sozialpsychiatrischen Dienstes für die Planung von Eingliederungshilfen. Das Planungsverfahren sollte in Zukunft auf Grundlage vereinfachter Formulare und präzisierter Vorgaben fortlaufend überprüft werden.

Hinweise zur Gliederung des Berichtes: Der Abschlussbericht trifft vermutlich auf Leser mit ganz unterschiedlichem Erfahrungshintergrund. Ich habe daher in einem ersten Abschnitt zur Fragestellung Informationen für diejenigen zusammengestellt, die sich mit der Planung psychiatrischer Hilfen und mit der Versorgungssituation in der Region Hannover nicht so gut auskennen. Ich skizziere dabei zunächst den Forschungsauftrag, sein fachliches und psychiatriepolitisches Umfeld. Dann gebe ich eine Zusammenfassung der Entwicklung und des gegenwärtigen Standes der psychiatrischen Versorgung in der Region. Ein Fallbeispiel soll die Problematik der Planung von Eingliederungshilfen im Versorgungsalltag veranschaulichen. Anschließend berichte ich von einer Tagung im Sommer 2001, auf der über 80 Teilnehmer in Form einer Zukunftswerkstatt wesentliche Schwachpunkte in der Prozessqualität der Planung psychiatrischer Hilfen im Einzelfall identifiziert und Lösungswege aufgezeigt haben. Ich erläutere die in der Region Hannover seit Mai 2000 geltende neue Verfahrensregelung zur Planung von Eingliederungshilfen, die bereits einen mutigen Ansatz zur Lösung einiger dieser Probleme darstellt. Hier nimmt dann auch mein Forschungsauftrag seinen Ausgangspunkt, dessen Inhalt und Methode ich zum Schluss dieses ersten Abschnittes kurz skizziere.

Bei der Ergebnisdarstellung gebe ich zunächst einen Gesamtüberblick zu allen Hilfeplanungsvorgängen des Jahres 2001 nach Alter, Geschlecht und Herkunft der Patienten sowie nach den empfohlenen Hilfestufen im Jahresverlauf. Ich differenziere die Daten zum Standort des vorgesehenen Trägers der Eingliederungshilfe nach der Herkunft der betroffenen Patienten und schätze den Anteil tatsächlich durchgeführter Planungsvorgänge, die mangels Unterlagen nicht in die Untersuchung einbezogen werden konnten. Art und Anzahl der verfügbaren Unterlagen werden beschrieben, unterschieden nach Planungsvorgängen mit und ohne Durchführung einer Hilfekonferenz sowie danach, ob es sich um eine neue Maßnahme oder um die Fortführung einer bereits laufenden Hilfe handelt.

Anschließend stelle ich die Untersuchungsergebnisse zu den einzelnen Unterlagen vor. Ich widme mich dabei zunächst den Hilfekonferenz-Protokollen und den so genannten Fachärztlichen / Sozialpsychiatrischen Stellungnahmen. Dann folgen einige zusätzliche Ergebnisse aus den Stellungnahmen, die nicht nach dem Vordruck der Region, sondern nach dem der MHH angefertigt wurden. Die Stellungnahmen werden nach ihren Autoren verschiedenen Gruppen zugeordnet und in der Häufigkeit qualitativer Mängel (soweit sie für mich eindeutig identifizierbar waren) miteinander verglichen. Die in den Formularen abgefragten codierungsfähigen Daten werden in der Abfolge der Merkmale differenziert beschrieben, bemerkenswerte Einzelergebnisse werden kurz kommentiert. Ich erläutere die Berechnung des Psychosozialen Risikoscores der Patienten, der dabei helfen soll, die Plausibilität unterschiedlicher Empfehlungen für Eingliederungsmaßnahmen abzuschätzen. Schließlich werden die Ergebnisse zu den Zeitdokumentationsbögen der Sozialpsychiatrischen Dienste in der Stadt Hannover vorgestellt.

Bei den weitergehenden Analysen verbinde ich die Daten aus verschiedenen Unterlagen. Dazu beschränke ich mich überwiegend auf Hilfeplanungsvorgänge, bei denen vergleichende Auswertungen eine besonders gute Aussagekraft haben. Es handelt sich dabei um 287 Vorgänge zur Planung neuer Eingliederungsmaßnahmen für Personen aus der Region Hannover, sofern sie unter 65 Jahren alt sind und nicht ausschließlich Eingliederungshilfe in einer Werkstatt für behinderte Menschen erhalten. In jeweils einem Abschnitt konzentriere ich mich nacheinander auf die Hilfestufen der empfohlenen Eingliederungsmaßnahmen, auf die regionale Verteilung der Planungsvorgänge und auf den Ablauf des Planungsprozesses.

An den Ergebnisteil schließt sich eine zusammenfassende Bewertung der beschriebenen und analysierten Daten an. Ich nehme Stellung zu den Fragen, ob die Regelungen des Planungsverfahrens eingehalten wurden, ob die Maßnahmeempfehlungen gerechtfertigt erscheinen und ob sich die eingesetzten Formular-Vordrucke bewährt haben.

Daraus entwickele ich zu drei Themenkomplexen Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Planungsverfahrens für Eingliederungshilfen in der Region Hannover. Dabei geht es zum einen um die Weiterentwicklung der Verfahrensregeln zur Hilfeplanung, zum anderen um die Vereinfachung der Dokumentation und Berichterstattung und schließlich um die Einführung einer systematischen Evaluation der Eingliederungshilfe.

Der Bericht endet mit einer Liste der zitierten Literatur und den Anlagen, bei denen es sich um die derzeit in Gebrauch befindlichen Formularvordrucke und Entwürfe zu ihrer Revision handelt.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
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Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

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Referenznummer:

R/NV2250


Informationsstand: 27.09.2004

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