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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betrieb und Schule - BUS

Förderpraktika im letzten Pflichtschuljahr an Hauptschulen, Gesamtschulen und Förderschulen Schuljahr 2010/2011



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen; Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS)


Quelle:

Düsseldorf: Eigenverlag, 2010, 47 Seiten


Jahr:

2010



Abstract:


Das Projekt ist bestimmt für benachteiligte Jugendliche im letzten Pflichtschuljahr, die die Schule - zum Teil nach mehrfacher Wiederholung einzelner Schuljahre - voraussichtlich ohne den Hauptschulabschluss und ohne konkrete Perspektive für einen Ausbildungs- oder einen Arbeitsplatz verlassen. Jugendliche mit absehbar schwierigem Schul- und Berufsverlauf werden durch eine Kombination schulischen Lernens mit betrieblicher Erfahrung in Förderpraktika während des letzten Pflichtschuljahres auf den Übergang in Ausbildung oder Beschäftigung vorbereitet.

Dabei wirken Schule, Jugendhilfe und Arbeitsmarktpolitik zusammen, um den Jugendlichen frühzeitig individuelle Übergänge in Beruf und Arbeit zu ermöglichen. Die Jugendlichen werden von den Schulen ausgesucht und beteiligen sich freiwillig an dem Projekt.

Förderpraktika werden als Jahrespraktika innerhalb des Schuljahres durchgeführt. Sie treten an die Stelle des in den Stundentafeln der Hauptschule, der Gesamtschule und der Förderschule ausgewiesenen Unterrichts (analog § 4 Absatz 2 APO-S I). Die Jugendlichen lernen in der Regel an drei Tagen in besonderen Klassen mit Blick auf die Anforderungen des Berufslebens. An zwei Wochentagen befinden sie sich als Praktikantinnen und Praktikanten in einem Betrieb und werden dort fachlich angeleitet. Durch die Verbindung von betrieblicher Praxis und schulischem Lernen in altershomogenen Gruppen sollen die Jugendlichen neu motiviert werden.

Ziel des Projektes ist es, einen erfolgreichen Übergang in die Arbeitswelt durch eine Maßnahme der vertieften Berufsorientierung im letzten Pflichtschuljahr vorzubereiten bzw. zu ermöglichen.

Dabei setzt BUS insbesondere auf die Attraktivität des Betriebs als Lernort. Durch diese andere bzw. neue Motivation der Jugendlichen sollen ihre Selbsthilfekräfte gestärkt werden. Zu einer Stabilisierung der Persönlichkeitsentwicklung und zu einer Motivationssteigerung können beitragen:
- Erwerb wesentlicher Grundkompetenzen zum Einstieg und Verbleib in der Arbeitswelt
- Erkennen des Zusammenhangs zwischen beruflichen und schulischen Anforderungen
- fundierte und realistische Berufsorientierung
- Auswahl und Besetzung eines Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatzes im ersten Arbeitsmarkt.

Den beteiligten Betrieben ermöglicht BUS:
- gezielte Nachwuchssuche
- erfolgreichen Umgang mit benachteiligten oder schwierigen Jugendlichen
- Integration von geeigneten Jugendlichen in die betriebliche Praxis.

Die Erschließung von betrieblichen Praktikumsplätzen erfolgt durch die jeweiligen Lehrkräfte, ggf. mit Unterstützung der Berufsberatung der Arbeitsagenturen, wobei eine möglichst gute Abstimmung zwischen den Interessen und Befähigungen der Jugendlichen und den Beschäftigungsangeboten der Betriebe angestrebt wird. Hierzu erhalten die Lehrkräfte vor Ort Unterstützung durch die zuständigen Kammern, Arbeitsverwaltung, Jugendhilfe sowie andere geeignete Organisationen. Außerdem fungieren die Lehrkräfte als Betreuungspersonal während der betrieblichen Praxisphasen und sind zugleich Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die
Betriebe.

Da Jugendliche, die über diesen Weg in eine Ausbildung kommen, bei erfolgreichem Berufsschulabschluss einen dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertigen Abschluss erwerben (siehe APO-BK Anlage A § 2 und VV dazu - BASS 13-33 Nr. 1.1/Nr. 1.2), ist die schulische Arbeit mit diesen Jugendlichen nicht mehr vorrangig auf das Ziel des Hauptschulabschlusses ausgerichtet. Deshalb sollen vorrangig Betriebe ausgewählt werden, die im Falle einer Bewährung der Jugendlichen zu deren Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis bereit sind.

Nach Ablauf des Schuljahres halten die Betreuungskräfte noch mindestens neun weitere Monate Kontakt zu den Jugendlichen, die im Anschluss an das Förderpraktikum eine berufliche Tätigkeit aufgenommen haben bzw. noch auf Stellensuche sind. Sie dokumentieren deren weiteren beruflichen und persönlichen Werdegang. Siehe Punkt 10.4. Alle erforderlichen Daten und Informationen werden bei der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH) im Rahmen eines zentralen Controllings erfasst und ausgewertet. Falls eine Nachbetreuung ausnahmsweise nicht stattfindet, ist anstelle der Betreuungskraft die Schule für das Controlling zuständig.

Die Umsetzung des Projekts vollzieht sich in enger Kooperation zwischen den beteiligten Schulen, Kammern, Betrieben, der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur und den örtlichen Agenturen für Arbeit und der Landesregierung NRW.

Die im Rahmen des Landesjugendplans durchgeführten Projekte für schulmüde Jugendliche werden durch BUS nicht ersetzt, da sich BUS und diese Projekte sowohl hinsichtlich der Konzeption als auch der Zielgruppe unterscheiden. Mit den Schulmüdenprojekten werden zum einen Jugendliche gefördert, die zunächst wieder an das Lernen und einen regelmäßigen Tagesrhythmus herangeführt werden müssen, zum andern machen sie Angebote für Schülerinnen und Schüler mit sich abzeichnender Schulmüdigkeit. Diesen soll präventive Hilfe gegeben werden, um eine Manifestierung von Schulmüdigkeit zu vermeiden.

Eine Verzahnung dieser Angebote mit BUS ist sinnvoll, wenn nach einer Stabilisierung in Schulmüdenprojekten durch die Aufnahme in BUS der Weg in das Berufsleben angebahnt werden kann. Die Träger beider Projekte sollen daher zusammenarbeiten.

[Einleitung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur




Bezugsmöglichkeit:


Infoservice Call NRW
Bürger- und ServiceCenter
Homepage: https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerens...

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Referenznummer:

R/NV2947


Informationsstand: 15.12.2011

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