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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Neue Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter

Zwischenbericht: Oktober 1999



Autor/in:

Asmussen, Sönke; Jansen, Wolfgang


Herausgeber/in:

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg


Quelle:

Stuttgart: Eigenverlag, 1999, 89 Seiten


Jahr:

1999



Abstract:


Mit dem 2. Zwischenbericht wird die Dokumentation der Projektentwicklung und die Darstellung der bisherigen Ergebnisse fortgeschrieben. Dabei sind die Rückmeldungen auf den ersten Zwischenbericht vom Februar 1998 vor allem in der veränderten Form der Darstellung der Arbeitsweise der einzelnen Standorte der Medien- und Beratungszentren umgesetzt. Bemerkenswert ist hierbei die weitere Klärung der Angebote der Medien-und Beratungszentren vor dem Hintergrund des Leistbaren, sowie die weitere fachspezifische Ausdifferenzierung der Dienstleistungen.

Das Beratungsangebot der Medien- und Beratungszentren ist mittlerweile ein fester Bestandteil im System sonderpädagogischer Förderung in Baden-Württemberg. Den wachsenden Möglichkeiten des Einsatzes Neuer Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter Rechnung trägt auch die Beteiligung der Sonderschulen des Landes an anderen Projekten des Kultusministeriums.

Im Rahmen der Zukunftsoffensive Baden-Württemberg medi@ sind im Kultusbereich vielfältige Projekte unter der Bezeichnung edu medi@ in Gang gesetzt, welche die weitreichenden Wirkungen der Neuen Technologien in den verschiedensten Arbeitsbereichen erproben, hinterfragen und weiterentwickeln werden. Neben dem darin enthaltenen Projekt 'Neue Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter' sind die Sonderschulen an allen weiteren Projekten des Programmes beteiligt. Die weiteren Projekte haben zum Inhalt: Fortbildung von Multimedia-Beratern, Innovative Schulprojekte, Multimediale Lernsoftware, Vernetzung der Schulen, Neue Medien und Medienerziehung (siehe auch Artikel aus Schulintern 3/97 und 7/97, 8/97 im Anhang).

Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in der pädagogischen Förderung Behinderter werden Möglichkeiten für behinderte Kinder und Jugendliche erschlossen, die so bisher nicht bestanden:
- Steigerung des Lernumsatzes: Sehbehinderte Schülerinnen und Schüler bewältigen zum Beispiel mit Hilfe des Computers viele Lernstoffe in einem Bruchteil der bisherigen Arbeitszeit, weil für das Lernen im Prinzip unwesentliche und zeitaufwendige Arbeiten entfallen und die gewonnene Zeit für erweiterte Lernangebote genutzt wird.
- Erweiterung der Lernmöglichkeiten: Mit Hilfe eines Computers können zum Beispiel auch schwer körperbehinderte Schülerinnen und Schüler viele Lerntätigkeiten (Zeichnen, Schreiben) ausführen, zu denen sie ohne Hilfe sonst nicht oder kaum fähig wären. Damit ergibt sich gleichzeitig - über die Schule hinaus - ein Gewinn an Unabhängigkeit im Alltag.
- Computer als Übungsmedium: Mit hoher Motivation arbeiten Schülerinnen und Schüler an Computern. Gezieltes Üben mit hoher Wiederholungszahl lässt sich so spielerisch umsetzen.
- Lernpartner Computer: Ausgesuchte Angebote an Lernsoftware und Multimedia Software ermöglichen Schülerinnen und Schülern mit einer Behinderung selbstgesteuerte Lernerfahrungen.
- Computer als Unterrichtsmedium: Bei vielen Arbeitsformen, insbesondere den Neuen Unterrichtsformen wie Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Lernen an Stationen, u.a. erlauben Neue Technologien vielfältige Lernangebote, gezielte Differenzierungsmöglichkeiten und häufig erst die vollständige, aktive Teilhabe für Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung.
- Möglichkeit, sich der Umwelt mitzuteilen: Schülerinnen und Schülern, die aufgrund ihrer Behinderung nicht oder nur sehr eingeschränkt verbal kommunizieren können, bieten die Neuen Technologien oft die einzige Chance zur Verständigung
- Neue berufliche Chancen: Die in der schulischen Arbeit am Computer entwickelte hohe Kompetenz eröffnet neue berufliche Beschäftigungsmöglichkeiten.
- Schulische Alternativen: Trotz einer umfassenden 'technischen Behinderung' wird es zum Beispiel in vielen Fällen für Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen Behinderung oder Sinnesschädigung möglich, in den Unterricht der allgemeinen Schule einbezogen zu werden.
- Selbstständige Lebensführung: Durch die erweiterten Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Neuen Technologien (Internet, Homebanking, Videokonferenz, Korrespondenz, Informationsmöglichkeiten, Einkaufen Online) erweitern sich die Möglichkeiten zur selbstständigen Lebensführung für Menschen mit einer Behinderung. Auch hierauf muss während der Schulzeit vorbereitet werden.

An vielen Standorten werden Neue Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter bereits heute sehr effektiv eingesetzt.

Um durch Neue Technologien entstandene und sich ständig weiterentwickelnde Möglichkeiten wirkungsvoll für eine große Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen nutzen zu können, werden im Rahmen des Projektes 'Neue Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter'
- bestehende Medien- und Beratungszentren ausgebaut (Sehbehinderte/Blinde in Karlsruhe/Ilvesheim; Körperbehinderte in Markgröningen, Lernbeeinträchtigte am Landesinstitut für Erziehung und Unterricht in Stuttgart),
- Medien- und Beratungszentren für Hörgeschädigte und Sprachbehinderte eingerichtet, (Neckargemünd und Stegen),
- Beratungskonzepte in der Praxis entwickelt, erprobt und dargestellt,
- regionale Beratungsstationen, die eng mit den Medien- und Beratungszentren zusammenarbeiten, an entsprechenden Schulen aufgebaut,
- didaktische Konzepte zum Einsatz Neuer Technologien im Unterricht entwickelt sowie
- die Voraussetzungen für weitergehende Serviceangebote geschaffen.

Das Teilprojekt 'Neue Technologien in der pädagogischen Förderung Behinderter' wird getragen vom Referat Sonderschulen im Kultusministerium, den Oberschulämtern, dem Landesinstitut für Erziehung und Unterricht sowie folgenden an Sonderschulen beziehungsweise dem Landesinstitut bereits eingerichteten Medien- und Beratungszentren:
- Beratungszentrum für Computer- und Kommunikationshilfen für Körperbehinderte an der Staatlichen Schule für Körperbehinderte in Markgröningen.
- Medienberatungszentrum für elektronische Hilfsmittel für sehbehinderte und blinde Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg an der Schule am Weinweg (Schule für Sehbehinderte) in Karlsruhe und an der Staatlichen Schule für Blinde und Sehbehinderte in Ilvesheim.
- Beratungsstelle 'Computer für Förderschulen und Schüler mit Lernschwierigkeiten' am Landesinstitut für Erziehung und Unterricht in Stuttgart.
- Medienberatungszentrum für hörgeschädigte und sprachbehinderte Schülerinnen und Schüler an der Staatlichen Schule für Schwerhörige, Gehörlose und Sprachbehinderte in Neckargemünd.
- Medienberatungszentrum für hörgeschädigte und sprachbehinderte Schülerinnen und Schüler an der Staatlichen Schule für Schwerhörige und Gehörlose in Stegen.

Das Kultusministerium versteht sich in diesem Projekt als koordinierende und begleitende Stelle. Die Entwicklungsarbeiten werden von den Medien- und Beratungszentren geleistet, die Sonderschulen angegliedert sind, um in der unterrichtlichen Arbeit mit behinderten Schülerinnen und Schülern moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sowie entsprechende behindertenspezifische Peripheriegeräte erproben zu können. Neben den spezifischen Aufgaben dieses Projekts verknüpft eine Koordinierungsgruppe die Projektarbeit mit den weiteren für den gesamten Schulbereich angelaufenen Maßnahmen im Rahmen der Medienoffensive.

Projektbeginn war am 17. September 1997. Das Projekt wird am 31. Dezember 1999 enden. Während der gesamten Projektdauer werden die Medien- und Beratungszentren sukzessive technisch ausgestattet. In der ersten Projektphase werden Standorte für regionale Beratungsstationen gesichtet, um in der zweiten Projektphase ein flächendeckendes Beratungsnetz aufbauen zu können. Parallel dazu erfolgt der Aufbau von Ausleihsystemen für Erprobungszwecke und eine fallbezogene Entwicklung von Beratungskonzepten. Begleitet werden diese Maßnahmen durch kontinuierliche Kontakte zu Hilfsmittelherstellern und Vertretern der Medizin sowie eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. In der dritten Projektphase geht es nach der Erprobung der Neuen Technologien als individuelle/prothetische Hilfsmittel um die Erprobung des Einsatzes Neuer Technologien im Unterricht und um die Entwicklung entsprechender didaktischer Konzepte. Mit der Vorlage der abschließenden Projektdokumentation sollen die Medien- und Beratungszentren den Regelbetrieb aufnehmen und haushaltsmäßig abgesichert und gesondert gestellt werden.

Für die einzelnen Medien- und Beratungszentren wurde nach Erstellung einer Aufgabenbeschreibung und Analyse der notwendigen Ressourcen ein Finanzrahmen festgelegt. Insgesamt stehen für dieses Teilprojekt Mittel aus der 'Zukunftsoffensive edu medi@' in Höhe von 1500 TDM zur Verfügung.

[Einleitung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Öffentlichkeitsarbeit
Homepage: https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/Publikationen

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV2993


Informationsstand: 30.08.2005

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