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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Einschätzungen der Leistungsfähigkeit zur Vorhersage beruflicher Teilhabe oder: Ist der EFL-Test ein Männer-Test? Eine Analyse geschlechtsspezifischer Validität

Vortrag auf dem Achtzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 9. bis 11. März 2009 in Münster



Autor/in:

Streibelt, Marco; Blume, Carsten


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2009, Sonderausgabe, Seite 121-123, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2009



Abstract:


Für die postrehabilitative Phase sind Einschätzungen der Leistungsfähigkeit von großer Bedeutung. Außerdem erlangen sie bei Frühberentungsverfahren gutachterlichen Charakter, wobei nicht transparent ist, wie sie erhoben werden. Functional Capacity Evaluation Systeme, deren prädikative Validität für berufliche Teilhabe als nachgewiesen gilt, bieten eine Möglichkeit für die Diagnostik.

Die durch FCEs gemessene körperliche Leistungsfähigkeit besitzt jedoch nur bei Männern hohe Zusammenhänge zur selbsteingeschätzten Leistungsfähigkeit und damit eine gute Konstruktvalidität. Im Rahmen der Untersuchung prüfen Streibelt und Blume, ob diese geschlechtsspezifisch unterschiedliche Validität des EFL-Urteils durch die Arbeitsanforderungen erklärt werden kann und eröffnet die Frage, ob die durch FCEs gemessene Capacity berufliche Teilhabe bei Frauen wie bei Männern ähnlich präzise vorherzusagen vermag.

Grundlage für die Untersuchung bilden Versicherte der Deutschen Rentenversicherung mit Muskel-Skelett-Erkrankungen (n=494), die 2002/2003 eine stationäre Rehabilitation durchliefen. Von diesen nahmen 220 am EFL-Test nach Isernhagen teil. Postrehabilitative Routinedaten der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) sind von 196 Patienten vorhanden. Es ergeben sich Follow-up-Zeiträume von 16 bis 28 Monaten.

Die selbsteingeschätzte Leistungsfähigkeit (C-SELF) wurde anhand der Funktionsfähigkeit des SF-36 erhoben, die FCE-Einschätzung (C-FCE) über eine Zusammenfassung der EFL-Einzeltest zur DOT-Skala. Um die Geschlechtsspezifik der Leistungsfähigkeit aufzuklären wurden lineare Schätzmodelle verwendet.

Frauen besaßen sowohl nach C-SELF als auch nach C-FCE eine geringere Capacity als Männer, ebenso für die geringere körperliche Arbeitsanforderungen. Die berufliche Teilhabe war bei beiden Geschlechtern ähnlich hoch. Eine signifikante Beziehung der Interaktion GeschlechtxAnforderungen mit C-SELF konnte nachgewiesen werden, mit C-FCE jedoch nicht. Für Frauen wurde eine signifikant negative Beziehung der Arbeitsanforderungen zur selbsteingeschätzten Leistungsfähigkeit nachgewiesen. Die Selbsteinschätzung zeigte als Prädikator einen signifikanten Effekt auf berufliche Teilhabe, für C-FCE ließ sich dies nur im Modell für Männer nachweisen.

Es wurde deutlich, dass Frauen in der Selbsteinschätzung ihrer Leistungsfähigkeit die eigenen Arbeitsanforderungen berücksichtigen, Männer hingegen nicht. Trotzdem sind beide Gruppen in der Lage ihre spätere berufliche Teilhabe ähnlich gut vorherzusagen. Der FCE-Test folgt dieser geschlechtsspezifischen Logik nicht. In der rehabilitativen Praxis ist deswegen besonders darauf zu achten, dass insbesondere Frauen die subjektiven Angaben zur Leistungsfähigkeit stärker als bisher im positiven Leistungsbild berücksichtigen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Innovation in der Rehabilitation - Kommunikation und Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

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Referenznummer:

R/NV3358X04


Informationsstand: 17.04.2009

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