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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Medizinisch-berufliche Reha Südbaden - Berufsfördernde Unterstützung und Nachsorge in der orthopädischen und psychosomatischen Rehabilitation

Poster auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Nordmann, Andrea; Reiber, M.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 52-53


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Aktuell kann man in der medizinischen Rehabilitation von einem Patientenanteil mit berufsbezogenen Problemlagen von circa einem Drittel ausgehen. Diese Patienten erhalten eine zunehmende Aufmerksamkeit und Unterstützung im Rahmen der sozialtherapeutischen Angebote während des Klinikalltages.

Doch auch im Anschluss an den Klinikaufenthalt benötigen viele der betroffenen Patienten eine berufsfördernde Unterstützung. Seit Februar 2006 wird daher Patienten mit besonderen beruflichen Problemlagen der Reha-Klinik Glotterbad (Psychosomatik) sowie der Rheintalklinik Bad Krozingen (Orthopädie) im Rahmen der Konzeption Medizinisch-berufliche Reha Südbaden (MB-Reha Südbaden) längerfristig ein 'Berufscoach' zur Seite gestellt.

Im Mittelpunkt der Arbeit des Berufscoaches steht die kompetente Unterstützung der Patienten beim Erhalt bestehender Arbeitsplätze beziehungsweise beim Finden neuer (gesundheitserhaltender) Beschäftigungsverhältnisse. Ziel ist es, krankheitsbedingten beruflichen Ausgliederungen, unnötigen Verzögerungen im Rehabilitationsprozess, jahrelanger Arbeitslosigkeit sowie Frühberentung aktiv und individuell entgegen zu wirken.

Die Konzeption wird durch die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg gefördert und durch das Zentrum Beruf und Gesundheit Bad Krozingen - einer Phase II Einrichtung - als externe Dienstleistung umgesetzt.

Methodik:

Die Berufscoaches des Zentrum Beruf und Gesundheit erbringen je nach individuellem Bedarf der einzelnen Patienten beziehungsweise Klienten sowie der verschiedenen Reha-Kliniken Leistungen aus folgenden fünf Bereichen:

a) Erfassen des individuellen beruflichen Förderbedarfs aller Patienten der Klinik zu Rehabeginn durch CTA-Checklisten, Informationsveranstaltungen für Patienten und Fallbesprechungen mit dem sozialmedizinischen Fachteam der Klinik.

b) Individuelles Berufscoaching mit den Patienten mit motivations- und volitionsfördernden, beratenden, krisenintervenierenden und kontaktvermittelnden Maßnahme-Inhalten.

c) Informierung des Reha-Trägers durch Erstgesprächsberichte.

d) Moderation von 'Berufsbezogenen Gesprächsgruppen' in den Reha-Kliniken bei Bedarf.

e) 1- bis 5-tägige Verzahnungsmaßnahmen, die nach Genehmigung durch den Rehafachberater direkt im Anschluss an die medizinische Rehabilitation durchgeführt werden können.

Die berufsfördernden Handlungsschritte werden bereits in der Klinik gemeinsam mit den Patienten und dem sozialmedizinischen Fachteam geplant und bis zu einem Jahr nach dem Klinikaufenthalt begleitet. Während des Klinikaufenthaltes wird mit jedem Patienten ein klientenorientiertes Erstgespräch durchgeführt, in manchen Fällen auch ein Folgegespräch. Nach dem Klinikaufenthalt kommt es im Durchschnitt zu drei bis fünf Kontakten mit dem Klienten, die je nach Inhalt von unterschiedlicher Dauer sein können.

Insgesamt kann - mit Ausnahme der Verzahnungsleistungen - von einem durchschnittlichen Betreuungsaufwand pro Patient von vier bis fünf Stunden ausgegangen werden. Jeder Berufscoach ist bewusst weder Mitarbeiter der Klinik noch des Kostenträgers. Damit unterstützt er die Patienten dabei, ihren Blick aktiv auf die Zukunft 'nach der Klinik' zu richten - ihren Alltag - in dem sie eigenständig entscheiden und handeln müssen, um die nächsten Schritte zu einer erfolgreichen Wiedereingliederung aktiv gehen zu können. Die Stellungnahmen des Berufscoaches in den Ergebnisberichten dienen als Grundlage für zügige Folgeentscheidungen im Rahmen des Rehabilitationsprozesses.

Ergebnisse:

Erste Zufriedenheitsbefragungen, Stichprobenergebnisse und telefonische Nachbefragungen im Rahmen der Fallverläufe konnten zeigen, dass das Berufscoaching auf Seiten der begleiteten Patienten als motivations- und prozessfördernd im Reintegrationsprozess, auf Seiten des Kostenträgers als Unterstützung bei der Klärung der beruflichen Sachverhalte
und der engeren Verzahnung der medizinisch-beruflichen Rehabilitationsverläufe gesehen werden kann.

Diskussion:

Die vorliegenden Daten lassen erste positive Ergebnistendenzen erkennen, für eine wissenschaftlich fundierte Aussage benötigt es jedoch noch eine zusätzliche wissenschaftliche Begleitung. Im Oktober 2010 startete daher ein entsprechendes Forschungsprojekt, geleitet durch Prof. Dr. Dr. Jürgen Bengel - Leiter der Abteilung Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie der Universität Freiburg - im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336603


Informationsstand: 29.03.2011

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