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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Validierung des Bavaria Rehabilitanden Assessments für die medizinisch-berufsorientierte Rehabilitation MBO

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Landau, Kurt; Brauchler, Regina; Meyer, Marianela Diaz [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 72-73


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Das Bavaria Rehabilitanden Assessment (BRA) ist ein seit etwa zehn Jahren in drei Rehabilitationskliniken eingesetztes Analyseverfahren zur Bewertung von Arbeitsplätzen und Leistungsfähigkeit der Rehabilitanden vor allem aus der orthopädischen und neurologischen Rehabilitation (Landau et al., 2007).

Das BRA wurde und wird als Standardverfahren in der medizinisch-berufsorientierten Rehabilitation (MBO) bisher in etwa 11.000 Fällen angewendet. Das BRA hat einen arbeitsmedizinisch zu beurteilenden Anforderungsteil, der sich auf die maßgeblich, vom Patienten ausgeführte Tätigkeit bezieht und einen Fähigkeitsteil, der durch klinische Testung bzw. durch Erhebungen des Arztes, des Physiotherapeuten/Ergonomietrainers sowie des Psychologen und Sozialpädagogen ermittelt wird.

Zwischen beiden BRA-Profilen wird ein Anforderungs-/Fähigkeitsmatching durchgeführt, das zur Therapiesteuerung, zur Prüfung eventueller LTA-Maßnahmen und zur Unterstützung beruflicher Eingliederung beziehungsweise Umorientierung oder Neuorientierung eingesetzt wird. Das Verfahren hat 118 vorwiegend sechsstufig ordinalskalierte Items, mit denen Belastungshöhe und -dauer des Arbeitsplatzes bzw. Fähigkeiten des Patienten eingestuft werden.

Fragestellung:

Das BRA ist ein standardisiertes Erhebungsverfahren, dessen Inhaltsvalidität sowie die Durchführungs-, Interpretations- und Auswertungsobjektivität während der Verfahrensentwicklung 2002 und 2005 sicher gestellt wurden. Bisher fehlten jedoch die Nachweise der inneren Konsistenz und der Konstruktvalidität. So war nicht gesichert, ob der Analytiker tatsächlich anhand einer arbeitsmedizinischen Anamnese und Tätigkeitsbeschreibung des Rehabilitanden verlässlich die Anforderungen des Arbeitsplatzes beurteilen konnte, ohne eine Arbeitsplatzbegehung durchführen zu können.

Methodik:

Aus diesem Grund wurde an der Klinik Bavaria in Kreischa 2009/2010 eine Validierungsstudie durchgeführt. Die Validierungsstichprobe bestand aus 88 Arbeitsplätzen in 15 sächsischen Betrieben aus industrieller Produktion, Büro, Handwerk und Dienstleistung. Die Stichprobe wurde so zusammengesetzt, dass die Grundgesamtheit der orthopädischen und neurologischen Patienten der drei Bavaria-Kliniken bezüglich Arbeitsformen, Berufsgruppen, Alter und Geschlecht möglichst realitätsgetreu abgebildet wurde.

Die Tätigkeitsanforderungen dieser Arbeitsplätze wurden durch zwei Analytiker mit zwei Eichverfahren - K-AET (Landau et al., 1975) und AAWS (Schaub, 2004) (die selbst validiert sind) bewertet. Unabhängig davon führten zwei weitere Analytiker mit den Stelleninhabern Interviews durch und stuften das BRA ein. Es wurde darauf geachtet, dass die BRA-Analytiker keine Möglichkeit hatten, tatsächlich die Arbeitsplätze der interviewten Mitarbeiter zu sehen. BRA-Items, die informatorische Arbeit abfragen, wurden mit dem K-AET validiert, BRAItems, die körperliche Arbeit abfragen, wurden mittels AAWS validiert. Da das BRA und die Eichverfahren unterschiedlichen Aufbau und Itemschlüssel haben, waren Zuordnungen der Items und Schlüssel-Transformationen erforderlich.

Ergebnisse:

Die Berechnungen wurden mit SPSS (PASW 18) vorgenommen. Die innere Konsistenz des BRA mit den Konstrukten erforderliche Qualifikation, physikalische Arbeitsumgebung, Sinneswahrnehmungen und psychomentale Anforderungen lag zwischen 0,75 und 0,97 (Cronbachs Alpha) und ist damit als gut bis sehr gut einzustufen. Lediglich für das Konstrukt Arbeitsorganisation konnte die innere Konsistenz nicht gesichert werden.

Die konvergente Validität wurde anhand der Heterotrait-Heteromethod-Korrelation (MTMM-Methode; Campbell, Fiske, 1959) zwischen K-AET/AAWS und BRA mit Korrelationskoeffizienten (Spearman's Rho) zwischen 0,225 und 0,815 (alle signifikant) abgesichert. Die diskriminante Validität konnte mit den Monotrait-Heteromethod-Korrelationen beziehungsweise Heterotrait-Heteromethod-Korrelationen in 34 von 40 Vergleichen für die nicht-körperlichen Merkmale und 99 von 112 für die körperlichen Merkmale ebenfalls gesichert werden.

Fazit:

Somit erfüllt das BRA die teststatistischen Anforderungen und man kann davon ausgehen, dass über Patienteninterviews durch speziell geschulte BRA-Analytiker die Arbeitsplatzanforderungen des Patienten verlässlich detektiert werden können.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336605


Informationsstand: 29.03.2011

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