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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Einfluss partizipativer Entscheidungsfindung auf Zufriedenheit und Motivation im Kontext der arbeits- und berufsbezogenen Orientierung in der medizinischen Rehabilitation

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Lukasczik, Matthias; Gerlich, Christian; Neuderth, Silke


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 155-157


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Im rehabilitativen Kontext kann Partizipative Entscheidungsfindung (PEF, Shared Decision Making) dazu beitragen, durch eine optimierte und strukturierte Einbindung des Patienten in therapiebezogene Entscheidungen die Motivation zur Auseinandersetzung mit krankheitsrelevanten Themen zu fördern und die Zufriedenheit mit der Maßnahme zu steigern (Simon et al., 2008).

Dies ist insbesondere im Rahmen der arbeits- und berufsbezogenen Orientierung in der medizinischen Rehabilitation (Löffler et al., 2010; Röckelein et al., in Vorb.) von Bedeutung: denkbar ist, dass durch PEF die Bereitschaft, sich mit beruflichen Problemlagen zu beschäftigen, gefördert wird. Diese könnte mittelbar wiederum arbeitsbezogene Parameter wie die Rückkehr an den Arbeitsplatz beziehungsweise die Erhaltung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit (was ein wesentliches Ziel der medizinischen Rehabilitation durch die Rentenversicherung darstellt) positiv beeinflussen.

Methodik:

Um zu untersuchen, inwieweit die partizipative Einbindung von Rehabilitanden mit beruflichen Problemlagen zu einer Steigerung der Motivation zur Auseinandersetzung mit berufsbezogenen Themen und einer höheren Zufriedenheit mit der behandlungsbezogenen Entscheidungsfindung führt, wurden in einer Studie mit zeitversetzter Kontroll- und Interventionsphase in zwei Rehabilitationskliniken Materialien beziehungsweise Trainings zur Umsetzung von PEF auf Behandlerseite (Kommunikationstrainings; decision communication aids) und Patientenseite (Informationsbroschüre zu berufsbezogenen Behandlungsangeboten der Einrichtung) entwickelt und in der Interventionsphase umgesetzt. Es wurden Daten zur erlebten Partizipation, der Zufriedenheit mit dem Indikationsgespräch, der darin getroffenen Entscheidung und der rehabilitativen Behandlung sowie im Hinblick auf die Motivation zur Auseinandersetzung mit beruflichen Problemlagen im Rahmen der Rehabilitation (Hauptzielgrößen) erhoben.

Ergebnisse:

Aktuell beträgt der Anteil an Patienten, die angeben, partizipativ in die Therapieentscheidung eingebunden worden zu sein, in beiden Studienphasen etwa 25 Prozent. Damit hat die einmalige Behandlerschulung nicht substantiell zur Steigerung von PEF beigetragen. Allerdings bestehen positive korrelative Zusammenhänge zwischen erlebter PEF, Zufriedenheit und Motivation. Mittels Strukturgleichungsmodellen zeigt sich, dass die Zufriedenheit mit dem Indikationsgespräch (erfasst über den PZF) und die Zufriedenheit mit der im Gespräch getroffenen Therapieentscheidung (SWD, PDS) als Mediatoren des Einflusses von erlebter partizipativer Einbindung (PEF-FB-9) auf die Zufriedenheit mit der gesamten Rehabilitationsmaßnahme (modifizierter ZUF-3) fungieren. Zwischen erlebter partizipativer Einbindung und der Motivation (Skala 'Veränderungsabsicht' des FBTM) zeigt sich ein signifikant positiver Zusammenhang. Die Zufriedenheit mit der getroffenen Entscheidung vermittelt diese Assoziation nicht.

Fazit/Ausblick:
Die Zufriedenheit mit einer patientenorientierten Gesprächsgestaltung kann im Kontext arbeits- und berufsbezogener Maßnahmen in der Rehabilitation als vermittelnde Variable des Effekts von erlebter PEF auf die Zufriedenheit mit der Rehabilitationsmaßnahme, nicht aber auf die Motivation zur Auseinandersetzung mit berufsbezogenen Themen angesehen werden. Eine halbtägige Behandlerschulung erscheint nicht ausreichend, um einen nachhaltigen Effekt bezüglich einer Steigerung der partizipativen Einbindung von Rehabiltanden zu erzielen; eine regelmäßige Auffrischung einer solchen Schulung ist daher (unter anderem vor dem Hintergrund häufiger Personalwechsel in Rehabilitationskliniken) empfehlenswert.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336617


Informationsstand: 29.03.2011

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