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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erfassung der Partizipativen Entscheidungsfindung mit dem PEF-FB-9 im Kontext arbeits- und berufsbezogener Behandlungsoptionen

Poster auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Gerlich, Christian; Lukasczik, Matthias; Neuderth, Silke


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 164-165


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Partizipative Entscheidungsfindung (PEF) entwickelt sich zu einem wesentlichen Element der Patientenorientierung in der medizinischen Rehabilitation. Für die praktische Umsetzung des Ansatzes sind neun Einzelschritte definiert (Simon et al., 2008). Das Ausmaß Partizipativer Entscheidungsfindung aus Patientensicht kann mit dem Fragebogen PEF-FB-9 erhoben werden, in welchem die neun Umsetzungsschritte jeweils anhand einer 6-stufigen Ablehnungs-Zustimmungs-Skala beurteilt werden (Kriston et al., 2010). Der PEF-FB-9 wurde im Kontext der arbeits- und berufsbezogenen Orientierung in der medizinischen Rehabilitation eingesetzt (Neuderth et al., 2010).

Bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich arbeits- und berufsbezogener Behandlungsoptionen liegen für Patienten mit beruflichen Problemlagen jedoch noch keine Erfahrungswerte mit dem Fragebogen vor. Als Kriterium, ob ein Patient PEF erlebt hat, wurde daher aufgrund inhaltlicher Plausibilität festgelegt, dass alle neun Umsetzungsschritte zumindest in der geringsten Zustimmungsausprägung berichtet werden sollten. Dieses Vorgehen wird unter probabilistischer Betrachtungsweise
überprüft.

Methode:

Von aktuell n gleich 241 Patienten mit beruflichen Problemlagen (69 Prozent Frauen, 31 Prozent Männer) werden die Itemantworten des PEF-FB-9 anhand der Ablehnungs-Zustimmungs-Tendenz ausgewertet und einer latenten Klassenanalyse unterzogen (Programm WinMira, BIC-Wert als Kriterium für die Anzahl der Klassen).

Ergebnis:

Die Auswertung des PEF-FB-9 anhand der Zustimmungs-Ablehnungs-Tendenz zu den neun PEF-Umsetzungsschritten legt die Differenzierung von vier Gruppen nahe:
1. Personen, die PEF erleben. Dieser Gruppe können 39 Prozent der Personen (n gleich 94) zugeordnet werden, die alle neun oder acht Umsetzungsschritte berichten.
2. Personen, die die Mehrzahl der PEF-Schritte erlebten. Dieser Gruppe können 18 Prozent (n gleich 44) zugeordnet werden.
3. Personen, die zwar auf einen gemeinsamen Entscheidungsprozess hingewiesen wurden, aber faktisch kein weiteres aktives Eingebundensein erlebten. Dieser Gruppe können 14 Prozent (n gleich 34) zugeordnet werden.
4. Personen, die PEF nicht erleben. Dieser Gruppe können 29 Prozent der Patienten (n gleich 69) zugeordnet werden, die (fast) keine PEF-Umsetzungsschritte berichten.

Diskussion:

Die Interpretation, dass Personen der Gruppe 1 partizipative Einbindung erlebt haben, ergibt sich relativ eindeutig. Weniger klar stellt sich dies für die zweite Gruppe dar. Hier sind wesentliche Schritte (das Mitteilen unterschiedlicher Behandlungsmöglichkeiten, die gemeinsame Auswahl einer Option und die gemeinsame Vereinbarung für das weitere Vorgehen) im Sinne eines PEF-orientierten Vorgehens umgesetzt. Die nicht erlebten Schritte (die Mitteilung, dass eine Entscheidung notwendig ist; die Frage, wie der Patient eingebunden werden möchte; das Erklären und Abwägen der Vor- und Nachteile) wären dabei als nicht zwingend notwendig anzusehen. Möglicherweise ist der fehlende Bezug auf Vor- und Nachteile auch kontextspezifisch für den Bereich der beruflichen Orientierung (so könnten für Patienten die Vor- und Nachteile zum Beispiel der berufsbezogenen Sozialberatung nicht eindeutig erkennbar sein). Eindeutig nicht als PEF sind die Gruppen 3 und 4 zu interpretieren.

Die Ergebnisse aus Gruppe 3 könnten auch auf eine mögliche 'unerwünschte Wirkung' der Interventionsstudie hindeuten, in deren Rahmen die Daten erhoben worden waren: Es erfolgte nur die Umsetzung der Anfangsschritte, wesentliche weitere Schritte folgten jedoch nicht. Die Ergebnisse zu den Anfangsschritten stehen weiterhin im Einklang mit den Analysen zur ersten Version des PEF-Fragebogens (Simon et al., 2006), in denen Hinweise auf den PEFProzess nicht Bestandteil eines homogenen Itemsatzes waren (siehe auch Kriston et al.
2010).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336618


Informationsstand: 29.03.2011

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