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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Evaluation des psychologischen Gruppenprogramms BUSKO - Beruf und Stresskompetenz - in der orthopädischen Rehabilitation: Ergebnisse der Katamnese nach 12 Monaten

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Küch, Dieter; Roßband, H.; Morfeld, Matthias [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 197-198


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Berufsorientierte Maßnahmen gehören zum 'Kerngeschäft' der medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung. Probleme der Arbeitswelt korrespondieren mit Gesundheitsproblemen auch in den somatischen Indikationen, sie sind häufig und beeinflussen die Erwerbsfähigkeit (Radoschewski, 2009). Im Rahmen der Verhaltensmedizinischen Orthopädie
(VMO) der Klinik Werra wurde eine berufliche Orientierung (MBOR) mit dem verhaltensorientierten Stresskompetenztraining BUSKO (Beruf und Stresskompetenz) realisiert und evaluiert. Die Interventionsgruppe (BUSKO-Kompetenz) erhielt ein 14-stündiges Gruppenprogramm mit Schwerpunkt auf instrumenteller und mentaler Kompetenz (Kaluza, 2007), eine Kontrollgruppe (BUSKO-Balance) erhielt ein 13-stündiges Programm mit dem Schwerpunkt regenerative Kompetenz (Küch et al., 2008). Die Zuweisung zu den Gruppen erfolgte auf Basis partizipativer Entscheidungsfindung, die Programmdurchführung durch spezifisch fortgebildete Diplomandinnen der Rehabilitationspsychologie.

Methode:

In einer Längsschnittuntersuchung (vor und nach dem Gruppenprogramm, 12-Monats-Katamnese) wurden Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Belastungen bezüglich der Auswirkungen des verhaltensorientierten Stresskompetenztrainings untersucht (Würzburger Screening, BSI, SF12, AVEM, Gratifikationskrisen, Kontrollbestrebungen, Akzeptanz des Gruppenprogramms, resultierende Kognitionen und Kompetenzen).

Ergebnisse:

Von 223 Teilnehmern (71 Frauen; Durchschnittsalter 50,8 Jahre; 95,3 Prozent Angestellte; 44,7 Prozent Kompetenz-Gruppe, 55,3 Prozent Balance-Gruppe) antworteten nach 1 Jahr 83,4 Prozent. BUSKO-Kompetenz-Teilnehmer zeigten vor der Reha signifikant höhere Arbeitsunfähigkeitszeiten (p gleich 0,18) und waren stärker interessiert an berufsbezogener Schulung. Beide Trainings wurden als hilfreich beurteilt (t2; Modulmittelwerte 1,95 BUSKO-K; 2,09 BUSKOB). BUSKO-Kompetenz-Teilnehmer zeigten zunächst signifikant gebesserte gesundheitsbezogene Kognitionen sowie erhöhten Schonungstyp (p gleich 0.05) bei reduziertem Typ-A Verhalten (AVEM); dieser Gruppeneffekt war zu t3 verschwunden. Gratifikationskrisen und erhöhte Kontrollbestrebungen waren in beiden Gruppen zu etwa 25 Prozent vertreten; erstere verringerten sich im Zeitverlauf signifikant in beiden Gruppen (p gleich 0,003) mit mittlerem Effekt (partielles Eta-Quadrat gleich 0,05). Die psychische Befindlichkeit hatte sich zu t2 signifikant verbessert, mit besonders guten Effekten für Frauen der Balance-Gruppe (d gleich 0,91), nach 12 Monaten waren diesbezügliche Zeit- und Gruppeneffekte nicht mehr signifikant.

Diskussion und Ausblick:

Diese 'Low-Budget'-Studie mit fortgebildeten Diplomandinnen als Gruppenleiterinnen zielte auf eine erste Evaluation des berufsorientierten Stresskompetenztrainings BUSKO. Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Belastungen waren häufig stark psychisch belastet. Kurzfristig konnten Teilnehmer beider Stresskompetenztrainings profitieren bezüglich psychischer
Lebensqualität und Befindlichkeit, Gratifikationskrisen und gesundheits- und arbeitsbezogener Kognitionen, mit leichten Vorteilen für die BUSKO-Kompetenzgruppe. Allerdings waren nach 12 Monaten die meisten Effekte nicht mehr signifikant (Ausnahme Gratifkationskrisen). Die BUSKO-Balance-Gruppe war gut akzeptiert und zeigte ebenfalls gute Ergebnisse. Zu berücksichtigen sind die mangelnde Erfahrung der Trainerinnen und das bisherige Fehlen eines Nachsorgeprogramms. In Folgestudien wären Nachsorgeelemente obligat, Trainer-Berufserfahrung wäre zu variieren und die Gruppenzuordnung zu randomisieren. Die hohe Akzeptanz des Balanceprogramms und der partizipativen Entscheidungsfindung mündeten in psychologiebezogenen Konzeptmodifikationen der Klinik Werra.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

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Referenznummer:

R/NV336621


Informationsstand: 29.03.2011

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