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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Assessmentimplementation in der Arbeitsagentur: Probleme und Lösungen bei der Einbeziehung von Functional Capacity Evaluation in die Regelbegutachtung des Ärztlichen Dienstes

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Glatz, Andreas; Nutt, Nadine; Kaltheier, O. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 261-262


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund

Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit und der Leistungsprognose ist für die BA in der Arbeitsvermittlung, Rehabilitation oder auch bei der Gewährung von Geldleistungen sowohl im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Alg I) als auch in der Grundsicherung (Alg II) von großer Bedeutung. Oft ist eine sozialmedizinische Begutachtung erforderlich. Nachweisbar können durch die Aktivitätsdiagnostik mit Hilfe von Functional-Capacity-Evaluation-Systemen (FCE), die sich einer herkömmlichen körperlichen Untersuchung anschließt, die Vorhersagen zum Leistungsvermögen deutlich verbessert werden (Glatz et al., 2007b). Für ihren zielgerechten Einsatz ist eine Beurteilungskultur des qualifizierten Zweifelns erforderlich, um insbesondere die beobachtungsbezogenen strukturierten Informationen in die Beurteilung zu integrieren (Heipertz, 2001).

AIIDAA-Projekt der Bundesagentur für Arbeit
Die 'Assessment-Implementation in den Arbeitsagenturen (AIIDAA)' ist ein Projekt der BA mit dem iqpr. Die GutachterInnen haben in geeigneten Fällen die Möglichkeit, spezielle aktivitätsorientierte Befunderhebungen externer Dienstleister einzuholen. Diese primär messbezogenen Befunde bieten dem ÄD ergänzende Informationen. Außerdem enthalten sie aber - wie oben gefordert und als 'Neuerung' in diesem Projekt - zusätzlich beobachtungsbezogene Informationen. Diese Beobachtungen werden in Form mehrperspektivischer Videoclips übermittelt. Dabei findet die Methode der Eventvideografie (EVS) Anwendung (Glatz, 2008). Der BA-EVS-Standard stellt für die Beurteilung in der Arbeitsagentur eine kommentierte Übersicht der kritischen bzw. wissenswerten Ereignisse zur Verfügung. Er erhält bei Bedarf auch eine Vollversion.

BA-EVS-Standard
Zur konkreten Umsetzung wurden entsprechende Prozessroutinen zur Beauftragung, Durchführung und FCE-Befundung unter anderem entwickelt. Hierzu wurden Fortbildungen für die Ärzte und die Dienstleister konzipiert und durchgeführt. Diese mündeten in ein partizipatives, gemeinsames Wissensmanagement in Form von 'Anwenderforen' entsprechend einem 'Aktionszirkel' aus Einsatz, Bewertung, Kritik und Optimierung.

Stand der Implementation
Bisher wurden FCE-Dienstleister in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern in das AIIDAA-Projekt einbezogen. Aufgrund weiterhin sehr hoher Arbeitsbelastungen der Gutachter haben bisher allerdings nur 15 der 189 Arbeitsagenturen mit der FCE-Beauftragung begonnen. Derzeit finden die Untersuchungen ausschließlich mit den Systemen ERGOS I/II statt. Jüngst wurde aber auch EFL in AIIDAA einbezogen. Zu diesem Zweck wurde ein Format entwickelt und erprobt, dass die Spezifik von EFL wahrt, die Vorteile von EVS nutzt, größtmögliche Parallelität zum entwickelten ERGOS-EVS-Format realisiert
und die BA-seitigen Anforderungen im Hinblick auf Befundqualität und Standardisierung erfüllt. Damit stehen nun auch ein EFL-EVS-Format und damit auch eine Wahlmöglichkeit unter anderem unter Berücksichtigung logistischer Standortfragen etcetera zur Verfügung. Künftig wird auch das System Sapphire adaptiert werden. Prinzipiell ist der BA-EVS-Standard für viele Verfahren offen.

Ergebnisbewertung
Die Auswertung der zunächst probatorisch angesetzten Veranlassungskriterien zeigt, dass in erster Linie die Kriterien 'Zweifel bezüglich des Leistungsbildes' und 'Unterschiede zwischen Beurteilung und Selbsteinschätzung' für eine Veranlassung einer FCE-Befundung ausschlaggebend waren. Dagegen spielte das Kriterium 'erhebliche Divergenzen der Vorgutachten bezüglich des körperlichen Leistungsvermögens' nur eine untergeordnete Rolle. Entsprechende Befunde wurden hauptsächlich bezüglich der Begutachtung zur 'Wiedereingliederung' und der 'unklaren Erwerbsfähigkeit' angefordert. Die Felder 'sehr hohe Anforderungen'
und 'Ersteingliederung' spielten eine untergeordnete Rolle. Eine Auswertung der ärztlicherseits an die Dienstleister gegebenen Beobachtungsfoki erfolgt zeitnah.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336649


Informationsstand: 29.03.2011

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