Inhalt

Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Evaluation des berufsbezogenen Schulungsprogramms Gesundheitstraining Stressbewältigung am Arbeitsplatz - GSA - in der orthopädischen Rehabilitation: Ergebnisse sechs Monate nach Entlassung

Vortrag auf dem Siebzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 3. bis 5. März 2008 in Bremen



Autor/in:

Hillert, Andreas; Koch, Stefan; Luckmann, J. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2008, Sonderausgabe, Seite 193-195, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2008



Abstract:


In der somatischen Rehabilitation besteht zunehmend Bedarf an berufsbezogenen Behandlungsangeboten, welche die symptombezogenen Therapiemethoden ergänzen und damit zur Erhaltung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise zur beruflichen Wiedereingliederung der Patienten beitragen.

Vor diesem Hintergrund wurde das Gesundheitstraining Stressbewältigung am Arbeitsplatz (GSA) in der orthopädischen Rehabilitation eingeführt und die Ergebnisse desselben von den Autoren vorgestellt.

Das Training beruht auf einem in der psychosomatischen Rehabilitation bewährtem berufbezogenem Gruppentherapieprogramm, welches auf die Bedürfnisse der medizinischen Rehabilitation angepasst und übertragen wurde.

Die Inhalte der einzelnen Sitzungen sind
1) Arbeit und Gesundheit
2) Stressbewältigung
3) Selbstsichere Konfliktbewältigung am Arbeitsplatz
4) Berufliche Perspektiven.

Die Ergebnisse der Studie entstammen einer abgeschlossenen prospektiven Längsschnittstudie an vier orthopädischen Rehabilitationskliniken. Mit Hilfe von Zeitstichproben wurden beruflich belastete Patienten abwechselnd den entsprechenden Kontrollbedingungen zugewiesen.

Die Studienteilnehmer wurden bei Aufnahme, nach Therapieende sowie in einem postalischen 6-Monats-Follow-Up zu ihrer objektiven Erwerbssituation, ihrer subjetiven Erwerbsprognose, Arbeitsbelastungen und Arbeitsbewältigung, dem psychischen und körperlichen Gesundheitszustand sowie ihrer Behandlungszufriedenheit und der Akzeptanz des neuartigen berufsbezogenen Gruppentrainings befragt.

So wurden insgesamt 952 Rehabilitationspatienten erfasst. Ihr Durchschnittsalter lag bei 47,7 Jahren und der Frauenanteil lag bei 66,3 Prozent. Zu Studienbeginn waren 68,6 Prozent Vollzeit erwerbstätig und mit 81,8 Prozent überwiegend in Angestelltenverhältnissen beschäftigt.

Das GSA fand eine positive Patientenakzeptanz und erreichte gegenüber dem Standard-Rehabilitationsprogramm eine deutlich verbesserte berufsbezogene Behandlungszufriedenheit, welche sich vor allem in beruflichen Problembereichen wie Stress am Arbeitsplatz, Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzten sowie Arbeitsorganisation widerspiegelt. Ein halbes Jahr nach der Entlassung schätzten die Patienten eine langfristige Gefährdung der Erwerbsfähigkeit signifikant geringer ein.

Weiterhin waren für alle Befragten beim 6-Monats-Follow-up eine signifikante Reduktion der Arbeitsunfähigkeits-Fälle zu beobachten. Die selbsteingeschätzte berufliche Leistungsfähigkeit stieg im Verlauf der Therapie signifikant an und blieb nach der Entlassung stabil. Zusätzliche erfreuliche Ergebnisse waren die Reduktion der Verausgabungsbereitschaft, des Perfektionsstrebens und der Resignationstendenz sowie eine verbesserte Distanzierungsfähigkeit. Bei der beruflichen Belastung und der Förderung günstiger Muster der Arbeitsbewältigung jedoch konnten keine signifikanten Verbesserungen festgestellt werden.

Zusammenfassend weisen die Ergebnisse auf die Praktikabilität und eine hohe Patientenakzeptanz des Gruppentrainings Stressbewältigung am Arbeitsplatz für den Indikationsbereich der orthopädischen Rehabilitation hin. Bei vergleichsweise hoher Erwerbsquote schnitten damit somatische Indikationsgruppen günstiger ab als berufliche Risikopatienten der psychosomatischen Rehabilitation.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '17. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Evidenzbasierte Rehabilitation - zwischen Standardisierung und Individualisierung'




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV345521


Informationsstand: 08.07.2008

in Literatur blättern