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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitation: Flexible Antworten auf neue Herausforderungen

Vortrag auf dem Einundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 5. bis 7. März 2012 in Hamburg



Sammelwerk / Reihe:

Flexible Antworten auf neue Herausforderungen


Autor/in:

Koch, Uwe


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2012, Seite 25-26


Jahr:

2012



Abstract:


In den nächsten Jahren/Jahrzehnten sind verschiedene gesamtgesellschaftliche Veränderungen für die deutsche Bevölkerung zu erwarten, die neue, erweiterte und zum Teil auch veränderte Aufgabenstellungen die Rehabilitation nach sich ziehen dürften. Genannt seien hier unter anderem die weitere Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung, die verlängerte Lebensarbeitszeit, der sich für Deutschland abzeichnende Arbeitskräftemangel, aber auch gravierende Veränderungen im gesundheitlichen Versorgungssystem mit neuen Aufgabenverteilungen zwischen stationärer (Stichwort DRG) und ambulanter Versorgung, Pflege sowie Rehabilitation.

Wenn Menschen künftig länger im Arbeitsprozess verbleiben sollen/müssen oder auch im fortgeschrittenen Alter ein Leben mit guter Lebensqualität führen wollen, bedarf es bereits heute geeigneter Überlegungen, wie sie dabei unterstützt werden können. Dass hier Lösungsvorschläge zu neu entstehenden Problemlagen noch ausstehen, zeigt exemplarisch die vom Gesetzgeber beschlossene schrittweise Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Dies mag zur Sicherstellung der Finanzierbarkeit der künftigen Renten erforderlich sein; bisher bleibt aber offen, wie diese von einer breiten Gruppe von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen realisiert werden kann, von denen heute ein erheblicher Teil vorzeitig berentet werden muss. Die Rehabilitation könnte von ihrem Aufgaben- und ihrem Selbstverständnis her zur Problemlösung Wichtiges beitragen.

Die in diesem Beitrag nur kurz angedeuteten Entwicklungen sind fast immer mit einer Erhöhung des Bedarfs und der Nachfrage nach Rehabilitation verbunden. Damit stellt sich auch die Frage nach der Finanzierung des erhöhten Bedarfs. Obwohl zumindest in Teilbereichen der Krankenhausbehandlung oder der Pflege eine Ressourcenverschiebung zu Gunsten der Rehabilitation gut begründbar wäre, ist nicht zu erwarten, dass sich die finanziellen Spielräume der Kostenträger für Rehabilitationsmaßnahmen in den nächsten Jahren substantiell erweitern werden.

Unabhängig davon ist die Rehabilitation auch in Zukunft gefordert, weitere Rationalisierungsreserven zu erschließen und die Effizienz der Maßnahmen nachzuweisen, um so eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen. Es ist zu erwarten, dass vor dem Hintergrund der Knappheit der Ressource Rehabilitation eine Neudefinition des Begriffes 'Rehabilitationsbedarf' vorgenommen wird. Längerfristig könnte es vor diesem Hintergrund auch zu einer Rückverlagerung der wichtigen rehabilitativen Aufgabenstellungen in die Familien und die sozialen Umfelder der Betroffenen, hier auch das Ehrenamt, kommen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '21. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Flexible Antworten auf neue Herausforderungen'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV348201


Informationsstand: 15.03.2012

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