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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufliche Rehabilitation aus Sicht der Wirtschaft


Sammelwerk / Reihe:

Die Berufsförderungswerke - Netzwerk Zukunft


Autor/in:

Clever, Peter


Herausgeber/in:

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE-BFW)


Quelle:

Frankfurt am Main: Eigenverlag, 2004, Seite 28-35


Jahr:

2004



Abstract:


Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Vorsitzender des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit (BA), geht in dem Artikel näher auf die Zielsetzung aus der Sicht der Wirtschaft ein, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Arbeits- und Berufsleben zu ermöglichen.

Diese Aufgabe erwächst aus sozialer Verantwortung. Eine hohe Zahl von mehr als 800.000 schwer behinderten Menschen ist erwerbstätig. Sie sind in ihren Unternehmen oft motivierte Mitarbeiter, die mit besonderer Arbeitsfreude und Leistungsbereitschaft ihre Aufgaben erfüllen. Die Wirtschaft sieht es als ihre Aufgabe an, behinderten Menschen geeignete Arbeitsplätze und Arbeitsumgebungen zugänglich zu machen und ihre berufliche Aus- und Weiterbildung zu unterstützen.

Clever betont, dass es das Ziel sei, Entscheidungsträger in Unternehmen davon zu überzeugen, dass es nicht nur eine soziale Aufgabe ist, behinderten Menschen eine Chance zu geben, sondern dass deren Beschäftigung auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Dies ist eine entscheidende Bedingung für eine leistungsgerechte Tätigkeit, die den Betroffenen nützt und die auch dazu beiträgt, ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Behinderte Mitarbeiter bereichern zudem die Betriebskultur.

Das Ziel, behinderte Menschen beruflich noch besser zu integrieren und ihnen Chancen auf reguläre Beschäftigung zu geben ist klar. Diskussionsbedarf besteht jedoch bei der Frage, wie dieses Ziel am besten erreicht werden kann.

Viele Sozialpolitiker gehen noch heute von der Annahme aus, dass die Beschäftigung schwer behinderter Menschen nur durch den Gesetzgeber geregelt und verordnet werden kann. Vor allem im Bereich des Rehabilitations- und des Schwerbehindertenrechts - seit 2001 zusammengefasst im Sozialgesetzbuch IX - wurde in den letzten Jahren großer Aktionismus an den Tag gelegt.

Die Arbeitgeber werden dabei nicht als Partner im gesamten Prozess behandelt. Auf sie wird nicht offen zugegangen, sie werden nicht positiv interessiert und nicht zu freiwilligem Engagement für behinderte Menschen motiviert. Nur wenn es der Zielgruppe der Arbeitgeber deutlich erleichtert wird, behinderte Menschen einzustellen und sie dauerhaft zu beschäftigen, dann ist es gleichzeitig auch einfacher für Menschen mit Behinderungen, einen Arbeitsplatz zu finden und ihn dauerhaft zu behalten.

Die BDA hat den gesetzgeberischen Aktionismus aus Sicht der Wirtschaft mit Sorge kommentiert. Ein solches gesetzgeberisches Verhalten führt zu erheblicher Rechtsunsicherheit für die Wirtschaft. Die arbeitsrechtliche Regulierungsdichte des Schwerbehindertenrechts wurde und wird immer weiter erhöht, anstatt diese integrationsfördernd abzusenken. Insgesamt ist dringend eine Umkehr zu marktwirtschaftskonformen Instrumenten erforderlich.

Der Autor ist der Meinung, dass man sich heute Gedanken über einen wirksameren Einsatz der nur begrenzt verfügbaren Mittel machen muss. Dies betrifft mehrere Bereiche, auf die er nachfolgend detaillierter eingeht:
- In welcher Weise wird behinderten Menschen geholfen, wenn sie Beschäftigung suchen oder wenn sie behinderungsspezifische Probleme am Arbeitsplatz haben? Wie werden Arbeitgeber unterstützt, die behinderte Mitarbeiter beschäftigen?
- Wie wird die berufliche Bildung erwachsener Rehabilitanden organisiert? Welche Inhalte werden vermittelt?
- Wie kann die betriebliche Ausbildung behinderter Jugendlicher gefördert werden?
- Wie kann die betriebliche Prävention verbessert werden.

Zur Beantwortung dieser Fragen geht Clever zunächst näher auf die Beratung durch Integrationsfachdienste ein. Anschließend erläutert er wichtige Punkte der beruflichen Rehabilitation von Erwachsenen als auch der Ausbildung behinderter Jugendlicher. Ein letzter Aspekt ist die Prävention und Gesundheitsvorsorge.

In seinem Fazit unterstreicht der Referent einmal mehr, dass sich Unternehmen zu großen Teilen freiwillig für eine verbesserte Integration schwer behinderter Menschen in den Betrieben einsetzen. Zumindest können sie dafür gewonnen werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Die Berufsförderungswerke - Netzwerk Zukunft'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e.V. (BV BFW)
Homepage: https://www.bv-bfw.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV351203


Informationsstand: 12.07.2005

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