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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erfassung von berufsbezogenen Ressourcen mit den Burnout-Screening-Skalen

Poster auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Geuenich, K.; Schweiberer, D.; Hagemann, Wilhelm [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 94-95


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Der Begriff 'Burn out' wird von Rehabilitanden zunehmend zur Selbstbeschreibung ihrer Problematik und ihrer Reha-Indikation verwendet. Hierbei fixieren nicht nur die Rehabilitanden, sondern auch die Behandler ihren Blick nicht selten zu sehr auf die Problembereich und Defizite und lassen potenzielle Ressourcen außer Acht. Ein Instrument zur strukturierten Erfassung sind die Burnout-Screening-Skalen, die mit je 30 Items spezifische Belastungen in den Bereichen Beruf, Eigene Person, Familie und Freunde (BOSS I) sowie auf diese Belastungen bezogene körperliche, kognitive und emotionale Beschwerden (BOSS II) erfassen (Hagemann, Geuenich, 2009). Um auch Ressourcen erfassen zu können, wurde die BOSS III-Skala entwickelt, die in dieser Studie an einer Stichprobe von Rehabilitanden mit berufsbezogenen Problemlagen erprobt werden soll.

Methodik:

Befragt wurden 100 konsekutive Patienten (30 m, 70 w; Alter 49,6±8,3 Jahre) einer Spezialstation für arbeitsplatzbezogene Störungen einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik mit BOSS I & II, AVEM (Schaarschmidt, 2006), Heath 49 (Rabung et al., 2009) und BDI bei Aufnahme (t0), Entlassung (t1) und 6 Monate nach der Entlassung (t2, Erhebung noch nicht abgeschlossen). Die BOSS III-Skala umfasst 20 Fragen zur Zufriedenheit in den Lebensbereichen Eigene Person/Selbst, Familie, Freunde und Beruf. Dabei bezieht sie sich inhaltlich auf die Befriedigung der Bedürfnisse nach Sinn/Sinnhaftigkeit, Zugehörigkeit, Wertschätzung und Identifikation/Identitätsfindung. Häufigste Hauptdiagnosen in der Untersuchungsstichprobe waren einzelne depressive Episoden (43 %), Anpassungsstörungen (27 %) und rezidivierende depressive Störungen (16 %). Die Diagnosen wurden mit einem strukturierten Interview (Mini-DIPS) gesichert.

Ergebnisse:

Die mittels BOSS-III erfassten Ressourcen sind in Tabelle 1 dargestellt. BOSS III wird nicht über Normwerte ausgewertet. Die Rohwerte der Ressourcenskalen (Skala von 0 bis 5) liegen im relativ hohen Bereich, da beim BOSS III eine stark rechtsschiefe Verteilung zugrunde liegt, d. h. hohe Rohwerte sind überproportional häufig gegeben. Erwartungsgemäß sind bei Entlassung die Ressourcenwerte nur gering gestiegen, da es sich hierbei im Vergleich zu den beiden anderen Skalen eher um ein Trait-Merkmal handelt. Zudem waren die Ressourcenwerte im Schnitt schon bei Aufnahme hoch, so dass hier mit nur noch wenig Änderungsspielraum zu rechnen war. Auffällig ist, dass sich der stärkste Effekt bei der Wahrnehmung der auf das eigene Selbst bezogenen Ressourcen findet - also in demjenigen Bereich, der der stationären Rehabilitation direkt zugänglich war. Zwischen den Skalen des AVEM und des BOSS III zeigen sich zahlreiche signifikante Korrelationen. Die BOSS-III-Skala Beruf korreliert signifikant mit den Skalen Bedeutsamkeit, Problembewältigung und Erfolgserleben, nicht jedoch mit Verausgabungsbereitschaft. Hier zeigen sich jedoch Hinweise darauf, dass ein Schwellenmodell zutreffen könnte: Bis zu einem Verausgabungswert von 7 im AVEM wird Arbeit zunehmend stärker als Ressource erlebt, bei höheren Werten kehrt sich dieser Effekt um. Deutliche Zusammenhänge zeigen sich zwischen den Skalen des BOSS-III und des Health-49, eine Ausnahme bildet hier allerdings die Skala Beruf.

Diskussion und Schlussfolgerungen:

Die BOSS-III-Skala bietet eine sinnvolle Ergänzung der Burnout-Screening-Skalen und ermöglicht die Erfassung von Ressourcen bei einem Thema, das bisher von den Rehabilitanden überwiegend defizitorientiert betrachtet wurde.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357308


Informationsstand: 04.06.2013

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