Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Fit im Beruf - fit mit dem PC: Einfluss eines internetbasierten Videosportprogramms auf Parameter der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Frauen mit überwiegend sitzender Tätigkeit

Vortrag auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Bebenek, Michael; Stengel, S. von; Wilhelmy, J. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 316-318


Jahr:

2013



Abstract:


Einleitung:

Die Arbeitswelt gilt als geeignetes Setting für Gesundheitsförderung und Prävention. Eine moderne Unternehmensstrategie zielt auf die Gesundheit der Mitarbeiter ab und setzt auf Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Untersuchungen zur Durchführung von Bewegungsprogrammen am Arbeitsplatz zeigen das Potential auf, unter anderem den Krankenstand sowie die Gesundheitskosten zu senken. Oftmals erschweren die strukturellen Rahmenbedingungen in kleinen und mittelständischen Betrieben die Implementierung solcher Programme. Die Bereitstellung videoanimierter Bewegungsprogramme, zur eigenständigen Trainingsdurchführung unter anderem am (Büro-)Arbeitsplatz, stellt - wirtschaftlich betrachtet - eine mögliche Alternative zu klassischen Sportprogrammen im Gruppenrahmen dar. Solche virtuellen Trainingsprogramme sind vergleichsweise kostengünstig und zeitlich flexibel bspw. über das Internet abrufbar. Darüber hinaus erlaubt die Entwicklung dynamischer Webanwendungen ein hohes Maß an Interaktivität, so dass Trainingsinhalte zielgruppengerecht adressiert werden können.

Die Pilotstudie untersucht den Einfluss eines web-basierten Video-Trainings auf Parameter der körperlichen Leistungsfähigkeit unter besonderer Berücksichtigung der Rückenfitness. Ziel ist es, Belastungsprotokolle mit übergreifender Trainingswirkung zu entwickeln, diese dem individuellen Leistungsniveau entsprechend zu applizieren und an den Bedürfnissen und Rahmenbedingungen der Mitarbeiter mit überwiegend sitzender Tätigkeit auszurichten.

Material und Methoden:

Die Untersuchung 'Fit im Beruf - fit mit dem PC' ist eine randomisierte, kontrollierte Studie mit zwei Studienarmen: Ein videoanimiertes PC-Training (PCT) und eine inaktive Kontrollgruppe (KG). Das Programm richtet sich an berufstätige Frauen (40-65 Jahre) mit überwiegend sitzender Tätigkeit und PC-Arbeitsplatz. Im Rahmen des Pilotprojekts wurde in unserem Labor eine dynamische Webanwendung entwickelt und diese vorerst bei einer vergleichsweise kleinen Versuchsgruppe in einem Erlanger Unternehmen implementiert.

Die Teilnehmerinnen der Trainingsgruppe sollten selbstständig für 12 Wochen jeweils dreimal pro Woche, 15-20 Minuten im Betrieb oder wahlweise zuhause trainieren. Als Parameter der Fitness sind die statische Maximalkraft, sowie die statische Maximalkraftausdauer der Rumpfmuskulatur (M3 DIAGNOS professional, Fa. Schnell Trainingsgeräte GmbH, Deutschland) ermittelt worden. Zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit der allgemeinen Kraftausdauer wurden dynamische Tests (Squat-Test) an der Bein-/Hüftmuskulatur sowie der Oberkörpermuskulatur (Press-Up-Test) durchgeführt. Zur Einschätzung des aktuellen Beschwerdeprofils wurde fragebogengestützt die Schmerzhäufigkeit und -intensität unter anderem an der Lendenwirbelsäule und Halswirbelsäule erfasst.

Ergebnisse:

Die Teilnehmerinnen der PC-Trainingsgruppe (51,1 ± 4,9 Jahre) die innerhalb des Studienzeitraums mehr als die Hälfte der empfohlenen Trainingstermine (?18 TE) absolvierten, konnten die Maximalkraft der Rückenmuskulatur signifikant verbessern (+20,9 ± 9,5 %, p=0,007). Die maximale Anzahl an Kniebeugen bis zur Ausbelastung konnte tendenziell um +32,5 ± 28,9 % (p=0,088) gesteigert werden.

Die Ergebnisse deuten auf eine Leistungszunahme der Oberkörper- und Schultermuskulatur von durchschnittlich +96,3 ± 92,0 % (nicht signifikant) hin. Über die Studienzeit zeigte sich keine Veränderung der Schmerzsymptomatik an den untersuchten Regionen.

Schlussfolgerung:

Aus der derzeitigen Datenlage geht hervor, dass die Durchführung des vorgeschlagenen Trainingsprogramms ausgewählte Parameter der Rückenfitness tendenziell verbessern kann. Aufgrund von der derzeit noch geringen Teilnehmerzahl können keine genaueren Aussagen zur Wirkung des Trainings auf weitere relevante Endpunkte abgeleitet werden. Die Teilnehmerinnen zeigen eine vergleichsweise gute Bindung (44,2 ± 31,9 %) an das virtuelle Training. In hochfrequentierten Abteilungen (Großraumbüros oder Bereiche mit Publikumsverkehr) scheint die Umsetzung der Maßnahme jedoch problematisch. Eine Verlagerung dieser Trainingsmöglichkeit in andere Betriebsbereiche (z. B. Ruheräume) oder eine ergänzende Aufbereitung als Heimtrainingsprogramm sind denkbare Alternativen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357367


Informationsstand: 05.06.2013

in Literatur blättern