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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Diagnostik und Therapieplanung bei arbeits- und berufsbezogenen Problemlagen in der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation am Beispiel einer interdisziplinären Team-Visite

Poster auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Preßmann, Philipp; Philipp, Jürgen; Leibbrand, Birgit [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 68-69


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund und Zielsetzung:

Die Integration ins Erwerbsleben stellt ein Hauptziel der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation dar. Arbeits- und berufsbezogene Problemlagen sind im Sinne der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) wichtige zu berücksichtigende Kontextfaktoren. Um diesen Kontextfaktoren bei der Therapieplanung Rechnung zu tragen, müssen sie sehr früh im Rehabilitationsprozess von den Reha-Einrichtungen identifiziert werden. In einem speziellen Programm der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) in der Orthopädie wurde eine interdisziplinäre Team-Visite installiert. Sie findet nach den ersten Behandlungstagen statt und fokussiert auf die Erwerbssituation. Neben den in der Rehabilitation arbeitenden Professionen, die sich mit Funktionsfähigkeit und Behinderung der Person sowie den personenbezogenen Faktoren beschäftigen, nimmt ein externer Arbeitsmediziner teil, der als Experte für die Arbeitsplatzbedingungen sowie Arbeitsplatzanforderungen (Umweltfaktoren) fungiert. Welche Einflüsse die Team-Visite auf den Integrationsprozess sowie auf Bedarfs- und Bedürfnisgerechtigkeit der MBOR-Versorgung haben, steht im Fokus des Interesses.

Methode:

Mittels qualitativer, teilstrukturierter Interviews wurden Patienten, Therapeuten und Ärzte befragt. Die Interviews wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Das Auswertschema ergab sich aus der Strukturierung in die thematischen Kategorien zur Versorgungssituation, der Zufriedenheit mit dem Rehabilitationsprozess sowie zu Bedarfsadäquanz der Versorgung und der Team-Visite.

Ergebnisse:

Die Teamvisite erfährt eine große Akzeptanz bei den beteiligten Professionen sowie den Patienten: Physio- und Sporttherapeuten äußern, dass ihre Maßnahmen mit der Kenntnis der konkreten Arbeitsplatzsituationen besser auf berufliche Bewegungsabläufe abgestimmt werden können und sich somit die individuelle Ausrichtung ihrer Therapien erhöht. Diese Passgenauigkeit wird auch von den Sozialberatern gelobt: Die patientenorientierte Diagnostik innerhalb der Team-Visite erlaubt eine bedarfsadäquate Ressourcensteuerung. Patientenfolgegespräche können analog des Bedarfes in Zeit und Umfang geplant werden. Die Ärzteschaft schätzt die Expertise der Sozialberatung. In Verbindung mit den Informationen des externen Arbeitsmediziners zu den Arbeitsplatzbelastungen und Arbeitsplatzbedingungen können arbeits- und berufsbezogene Problemlagen genau erfasst und entsprechende Maßnahmen gegebenenfalls zeitnah eingeleitet werden. Positiv hervorgehoben wird, dass alle relevanten Informationen dem Reha-Team durch die Vernetzung zur Verfügung stehen. Von den Patienten wird die Zeit zur Orientierung in der Reha-Einrichtung zwischen Aufnahme und Team-Visite für die adäquate Benennung der eigenen Problemlagen als hilfreich empfunden. Aus Patientensicht werden insbesondere die Kontinuität sowie die Bedarfs- und Bedürfnisgerechtigkeit der Versorgung als positiv bewertet.

Diskussion und Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Team-Visit Kontextfaktoren im Sinne der ICF interdisziplinär erfasst werden können. Dadurch lassen sich Therapien patientenorientiert, bedarfsadäquat und zeitnah einleiten; der Übergang (Nachsorge und gegebenenfalls die Anbahnung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beziehungsweise Wiedereingliederungsmaßnahmen) kann zielgerichtet vorbereitet werden. Darüber hinaus kann die Team-Visite ein Baustein bei der Ressourcenallokation im Prozess der MBOR-Behandlung sein.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362215


Informationsstand: 17.04.2014

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