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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Bedeutsamkeit von Planungskompetenz im Kontext der kaufmännischen Arbeitserprobung

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Arling, Viktoria; Spijkers, Wilhelmus


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 79-81


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Die Studie fokussiert im Kontext der Beruflichen Rehabilitation mit der Arbeitserprobung und Berufsfindung einen der Umschulung unmittelbar vorgelagerten Zeitpunkt. Hier wird von Seiten der Berufsförderungswerke mittels standardisierter Verfahren die Eignung eines potenziellen Teilnehmers für eine Umschulung beziehungsweise einen Umschulungsberuf im Sinne der 'Abklärung beruflicher Eignung' überprüft und der Teilnehmer hat die Möglichkeit, sich in bis zu drei verschiedenen Berufsbereichen zu erproben. Zum Einsatz kommen hier neben der Erhebung der soziodemografischen Stammdaten insbesondere standardisierte kognitive Verfahren.

Die Erprobung in den verschiedenen Berufsbereichen wird über die Dokumentation der Arbeitsleistung und des Arbeitsverhaltens festgehalten. Am Ende der in der Regel 10-tägigen Arbeitserprobung reflektiert der zuständige Psychologe die Test- und Arbeitsergebnisse gemeinsam mit dem Teilnehmer. Im Rahmen eines Gutachtens werden die Ergebnisse für den zuständigen Leistungsträger festgehalten und der Psychologe formuliert ein für den Teilnehmer angemessenes weiteres Vorgehen. In Anbetracht der Bedeutsamkeit, den Planungskompetenz für die Bewältigung von Alltags- und Berufsleben hat, thematisiert die Studie die Fragestellung, welchen diagnostischen Stellenwert die zusätzliche Erfassung von Planungskompetenz im Rahmen der Arbeitsfindung und Arbeitserprobung hat. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf der Vorhersagbarkeit der Arbeitsleistungsbewertung.

Methode:

Die Studie wurde mit der Unterstützung von insgesamt N = 113 Teilnehmer durchgeführt, die im Frühjahr 2008 an einer 10-tägigen Arbeitserprobung und Berufsfindung in einem Berufsförderungswerk teilnahmen. Aufgrund der unterschiedlichen Stichprobengrößen fokussiert die Studie mit den Teilnehmern der kaufmännischen Arbeitserprobung (N = 64) auf die größte homogene Substichprobe. Berücksichtigung hinsichtlich der Bewertungen der kaufmännischen Arbeitserprobungsleistungen (Schulnoten) finden in der Analyse neben der mittels des Tour-Planers erfassten Planungskompetenz standardmäßig vom BFW erhobene kognitive Leistungsdaten und die die Einschätzung des Arbeitsverhaltens (Interesse, Lernfähigkeit, Belastbarkeit, Arbeitseinteilung, Instruktionsverständnis, Selbständigkeit, Arbeitstempo und Sorgfalt; 1-7).

Ergebnisse:

Regressionsanalytische Berechnungen ergaben bei gleichzeitiger Berücksichtigung von 'Tour-Planer', 'IST-2000R' und der einzelnen Skalen des Arbeitsverhaltens, dass die drei Variablen 'Selbstständigkeit (Arbeitsverhalten)', 'Tour-Planer' und 'Sorgfalt (Arbeitsverhalten)' mit der Bewertung der mittleren kaufmännischen Leistung (Note-Arbeitsverhalten) zusammenhängen beziehungsweise dieselbe prognostizieren und 44,3 % der Varianz aufklären. Der Tour-Planer leistet bei alleiniger Berücksichtigung bezüglich der Aufklärung der kaufmännischen Arbeitsleistung eine Varianzaufklärung von 27 Prozent. Darüber hinaus gibt die Berechnung einer Partialkorrelation zwischen Arbeitsleistung und Arbeitsverhalten unter Kontrolle des Tour-Planers Hinweis darauf, dass Planungskompetenz zwischen den beiden im Arbeitskontext erhobenen Variablen vermittelt.

Diskussion:

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass der Tour-Planer im Rahmen der Arbeitserprobung beziehungsweise in der kaufmännischen Arbeitserprobung aufgrund der berechneten Varianzaufklärung von 27 Prozent beziehungsweise in Kombination mit der Erfassung von Selbstständigkeit und Sorgfalt mit einer Varianzaufklärung von 44,3 Prozent sinnvoll Anwendung finden kann. Unterstützt wird diese Schlussfolgerung durch die Ergebnisse einer weiteren Studie, wo festgestellt werden konnte, dass Planungskompetenz mit Reintegrationserfolg zusammenhängt. Entsprechend ist die Bedeutsamkeit für die Diagnostik und gegebenenfalls notwendige Förderung von Planungskompetenz zu bewerten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362221


Informationsstand: 17.04.2014

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