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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

FRESH, ein Beitrag zum Erhalt der Gesundheit und der Erwerbsfähigkeit von Pflegenden - Ergebnisse der Evaluation

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Thoma, Jorun; Feuchtinger, J.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 133-135


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Das Präventionsprogramm FRESH, Freiburger Programm zu Erwerbsfähigkeitssicherung in der Pflege, wurde vom Universitätsklinikum Freiburg in Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund entwickelt. Nach § 31 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Sechtes Sozialgesetzbuch kann die Rentenversicherung medizinische Leistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit (Präventionsleistungen) für Versicherte erbringen, die eine besonders gesundheitsgefährdende, ihre Erwerbsfähigkeit ungünstig beeinflussende Beschäftigung ausüben. Pflegende sind zweifellos erhöhten psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. FRESH ist ein passgenaues Präventionsprogramm für alle am Universitätsklinikum Freiburg beschäftigten Pflegenden. Deren Bedürfnisse wurden mittels Fokusgruppeninterviews in der Konzepterstellung erfasst und in die Planung einbezogen. In Form einer Modell-Kooperation zwischen dem Universitätsklinikum Freiburg und der Deutschen Rentenversicherung Bund kann in Nähe zum Wohnort ein Präventionsprogramm angeboten werden. Auf dem 22. Reha-Wissenschaftlichen Kolloquium 2012 wurde bereits darüber berichtet. Das Präventionsprogramm wird in einer Gruppe von 12 bis 15 Teilnehmern durchgeführt und besteht aus einem Kennenlern-Termin, einer teilstationären Phase von 5 Tagen und daran anschließenden ambulanten Terminen für die Dauer von 3 Monaten. Für die Dauer der teilstationären Phase sind die Teilnehmer vom Dienst freigestellt. Abgeschlossen wird das Programm durch einen Auffrisch-Tag im Reha-Zentrum Bad Dürrheim.Inhalt im Präventionsprogramm sind Angebote zu Bewegung wie Nordic Walking, Erlernen von Techniken zur Stressbewältigung zum Beispiel das Selbstmanagement-Training 'Zürcher Ressourcen Modell' sowie Ernährung und Entspannung.

Fragestellung und Methodik:

Das Ziel des Beitrags ist, die Ergebnisse aus zwei Methoden zur Evaluation der Präventionsmaßnahme vorzustellen. Von Januar 2011 bis März 2013 konnten Erfahrungen mit insgesamt vier Gruppen (53 Teilnehmer) gesammelt werden, die am Programm FRESH teilgenommen haben. Die Rückmeldungen der Teilnehmer zur Zufriedenheit und die Erfahrungen zur Effizienz mit der
Maßnahme wurden in einem anonymen Fragebogen erfasst (N=36). Die Evaluation der Effektivität des Präventionsprogramms erfolgte über offene Interviews der Vorgesetzten der Teilnehmer. Mittels der Interviews wurde zum einen der Fragestellung nachgegangen, welche Veränderungen an den Teilnehmern durch das Management erlebt (N=8) wurden. Zum anderen, inwieweit durch die Teilnahme an FRESH die Erwerbsfähigkeit gesichert werden konnte. Die Interviews wurden mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse der schriftlichen Befragung der Teilnehmer zeigen eine insgesamt hohe Zufriedenheit mit dem Präventionsprogramm auf. Die Zufriedenheit bei den späteren Gruppen war höher als bei den ersten. Das Programm wurde als wirksam für Beruf und Alltag erlebt und eine hohe Empfehlungsquote für Kolleginnen festgestellt. Die Aussagen in den Interviews mit den Vorgesetzten wurden in den Kategorien 'Veränderung in der Kommunikation', 'Abgrenzungsfähigkeit', 'Arbeitszeitreduktion und Arbeitsplatzwechsel', 'Eigenbedarfswahrnehmung - Bedürfnisse und Wünsche formuliert', 'Besserer Umgang mit Emotionen' und 'Nachhaltigkeit' geclustert: Die befragten Vorgesetzten berichteten häufig von mehr 'Offenheit', die Kommunikation sei 'entspannter', sowie von einem 'schonenderen Umgang mit sich selbst'. Einen Arbeitsplatzwechsel der Präventionsteilnehmer hat es nicht gegeben. Eine Arbeitszeitreduktion um 25 Prozent gab es bei einem Mitarbeiter. In der 'Eigenbedarfswahrnehmung' wurde mehrheitlich von spürbaren Veränderungen berichtet.

Schlussfolgerung und Ausblick:

Das dargestellte Präventionsprogramm stellt eine primärpräventive Maßnahme dar, die von den Teilnehmern als hilfreich für Beruf und Alltag empfunden wurden. Auch die Vorgesetzten erlebten eine positive Veränderung an den Teilnehmern nach der Intervention. Als nächster Schritt wird über eine Öffnung des Programms für andere Berufsgruppen am Universitätsklinikum Freiburg nachgedacht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362247


Informationsstand: 17.04.2014

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