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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Entwicklung eines neuen ICF-basierten Mobilitätstests: Ergebnisse einer ersten Pilotstudie

Poster auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Kaczmarek, Christian; Schwarz, M.; Wydra, G.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 151-153


Jahr:

2014



Abstract:


Einleitung:

Sportmotorische Assessmentverfahren sind im klinischen Kontext selten vorzufinden. Die medizinische Diagnose bestimmt häufig die Therapieplanung. Aus sporttherapeutischer Perspektive bleibt jedoch die Frage nach der Belastbarkeit eines Patienten oft unbeantwortet. Aus diesem Grund soll ein an der Mobilität und somit den Fertigkeiten des Patienten orientiertes Assessmentverfahren entwickelt werden, das den Anforderungen der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) (DIMDI, 2010) der WHO gerecht wird. Ziel der Pilotstudie war es, neue an der ICF orientierte Testübungen zu entwickeln und deren Aufgabenschwierigkeit bei Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern zu untersuchen.

Methodik:

An der Studie nahmen 115 Patienten (66 weiblich, 49 männlich), 51,7±8,4 Jahre (weiblich 50,0±9,0; männlich 54,0±7,1), 11 Patienten der Inneren Medizin, 72 der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 32 der Neurologie, teil. Es wurden 23 Einzeltests, die die alltagsmotorische Leistungsfähigkeit erfassen sollen, durchgeführt. Die Patienten befanden sich in der ersten Rehabilitationswoche. Zuerst wurde der Timed Up and Go Test (TUG) durchgeführt (Podsiadlo & Richardson, 1991), um einen ersten Eindruck der Mobilität der Patienten zu erhalten. Die Einzeltests sind den Subkategorien 'Gehen' (5 Items), 'Aufstehen' (5 Items), 'Stehen' (4 Items), 'Springen' (2 Items) und 'Gegenstände bewegen' (7 Items) der Mobilitätskategorien der ICF zugeordnet (DIMDI, 2010). Die bestandenen Einzeltests wurden zu Teilsummenscores addiert. Zur Überprüfung, ob die gewählten Testaufgaben für die Patienten eine ausreichende Trennschärfe aufweisen, wurde bei den Teilsummenscores die Normalverteilung mittels Kolmogorov-Smirnov Test (Signifikanzniveau p<0,05) berechnet.

Ergebnisse:

Die Teilsummenscores weisen keine Normalverteilung auf. 75,5 Prozent der Probanden lösten die einzelnen Items problemlos (Gehen 85,1 Prozent, Aufstehen 68,9 Prozent, Stehen 41,9 Prozent, Springen 88,5 Prozent, Gegenstände bewegen 93,1 Prozent). Lediglich die Items zur Kategorie 'Stehen' zeigten tendenziell einen zum Klientel passenden Schwierigkeitsgrad. Auch die Zeit beim TUG lag mit im Mittel bei 6,2±1,4 Sek. deutlich unter dem Normbereich (10 Sekunden), so dass die Trennschärfe der einzelnen Kategorien weitgehend als zu gering eingestuft werden kann.

Diskussion und Schlussfolgerungen:

Nach Bös und andere sollte mindestens ein Schwierigkeitsgrad von 50 Prozent bei Testverfahren erreicht werden, um eine aussagekräftige Trennschärfe zu gewährleisten. Die Anforderungen der einzelnen Items sind bei allen Kategorien außer 'Stehen' zu gering und lassen keine diagnostische Differenzierung zu. Auch beim TUG erreichen alle Patienten eine Zeit unter 10 Sekunden, so dass auch hier eine Belastungsdifferenzierung nicht möglich ist. Der TUG wurde für ältere Senioren entwickelt, so dass der Normbereich für jüngere Patienten angepasst werden muss.

Schlussfolgerung:

Die einzelnen Test-Items werden von etwa 75 Prozent der Patienten gelöst. Eine Differenzierung der Belastbarkeit ist durch diese Testbatterie also nicht möglich. Für Personen mittleren Alters sollte ein modifizierter TUG entwickelt werden. Die Test-Items müssen an weiteren Patientengruppen erprobt werden, um eine alters- beziehungsweise leistungsspezifische Zuordnung zu erreichen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362253


Informationsstand: 17.04.2014

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