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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Psychosoziale Rehabilitation laryngektomierter Karzinompatienten unter besonderer Berücksichtigung der Stimme

Abschlussbericht



Autor/in:

Schwarz, R.; Singer, Susanne; Meyer, A.


Herausgeber/in:

Rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsverbund Berlin-Brandenburg-Sachsen; Universität Leipzig - Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin


Quelle:

Leipzig: Eigenverlag, Online-Ressource, 2005, 141 Seiten


Jahr:

2005



Link(s):


Link zu dem Abschlussbericht (PDF | 2,36 MB)


Abstract:


Das Projekt beschäftigte sich mit der stimmlichen, beruflichen und psychosozialen Rehabilitation von Patienten nach einer Entfernung des Kehlkopfes (Laryngektomie).

Hintergrund:

Der Kehlkopfkrebs ist die häufigste maligne Erkrankung im Bereich der oberen Luftwege. Wenn aufgrund der Tumorausbreitung eine Laryngektomie vorgenommen werden muss, stellt für den Patienten der Verlust der Stimme eine besondere Belastung dar. Nicht immer kann eine zufriedenstellende Ersatzstimme erlernt werden.

Ziele und Fragestellungen:

Ziel der Studie war zunächst die Erhebung der psychosozialen Belastungen und der Sprechqualität von laryngektomierten Patienten im mitteldeutschen Raum. Es wurde untersucht, wie die Patienten sich rehabilitieren und welche Art der Rehabilitation - sowohl, was unterschiedliche chirurgische Rehabilitationsmethoden als auch, was verschiedene Heilverfahren betrifft - für das Erlernen einer Ersatzstimme, für die psychische Gesundheit und für die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben am erfolgreichsten ist. Desgleichen interessierte die psychosoziale Situation der Angehörigen der Kehlkopflosen.

Studiendesign:

In einem ersten Studienteil wurden alle an den HNO-Kliniken in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Halle während der vergangenen 20 Jahre laryngektomierten Patienten (N = 218) befragt. In einem zweiten Studienteil wurden neu operierte Patienten prospektiv untersucht. Der Zugang erfolgte über die operierenden Kliniken und die Rehabilitationseinrichtungen.

Messzeitpunkte:

t1 = Klinikaufnahme; t2 = Beginn der Anschlussheilbehandlung; t3 = Ende der Anschlussheilbehandlung; t4 = 12 Monate nach der Operation.

Erhoben wurden Indikatoren für Sprechqualität, Lebensqualität, Depressivität, Ängstlichkeit, Rehabilitationsmotivation, Gesundheitsverhalten, somatische Krankheitsmerkmale sowie soziodemografische Variablen. In beiden Studienteilen wurden die Angehörigen ebenfalls befragt, in der Längsschnittstudie fand diese Befragung zum vierten Messzeitpunkt statt.

Wichtige Ergebnisse:

1. Ein Viertel der Laryngektomierten ist auch noch Jahre nach der Operation psychisch stark belastet. Nur ein Bruchteil der psychisch erkrankten Patienten erhält eine entsprechende psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung.
2. Ein Drittel der Patienten erlernt keine geeignete Ersatzstimme. In der objektiv gemessenen Sprechverständlichkeit erweist sich die Prothesenstimme den anderen Stimmarten als überlegen. Die Anwendung der Prothesen ist jedoch mit einigen bekannten Komplikationen beziehungsweise Nachteilen (Pilzbefall, Abhängigkeit vom medizinischen System, Verwendung einer Hand beim Sprechen) verbunden.
3. Die berufliche Rehabilitation gelingt nur selten und eher bei Selbstständigen und Angestellten als bei den Arbeitern. Vielen Laryngektomierten wäre es sehr wichtig, wieder arbeiten gehen zu können.
4. Ein Fünftel der Angehörigen leidet unter psychischen Erkrankungen, von denen nur 27 Prozent fachgerecht behandelt werden.

Ausblick:

Die Studie kann dank einer Förderung durch die Deutsche Krebshilfe e.V. fortgeführt werden. Dadurch wird es möglich, den Katamnesezeitraum auf drei Jahre nach der Laryngektomie auszudehnen und weitere Patienten in die Studie einzubeziehen.

[Aus: Information des Herausgebers]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

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Referenznummer:

R/NV3798


Informationsstand: 25.07.2007

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