Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Versorgungsunterschiede zwischen deutschen und ausländischen Rehabilitanden?

Vortrag auf dem 24. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 16. bis 18. März 2015 in Augsburg



Sammelwerk / Reihe:

Psychische Störungen - Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation


Autor/in:

Erbstößer, Sabine; Zollmann, Pia


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2015, Seite 30-33


Jahr:

2015



Link(s):


Link zu dem Beitrag im Tagungsband (PDF, 5 MB).


Abstract:


Fast ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, etwas weniger als die Hälfte davon mit einer anderen Staatsangehörigkeit (Statistisches Bundesamt, 2014). Menschen mit Migrationshintergrund unterscheiden sich in gesundheitlicher Hinsicht von Menschen ohne Migrationshintergrund. Sie sind zum Beispiel häufiger von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder Erwerbsminderungsrenten betroffen (Robert Koch-Institut, 2008). Dennoch nehmen sie seltener eine Rehabilitation in Anspruch (Voigtländer et al., 2013), die Rehabilitation ist bei ihnen im Durchschnitt weniger erfolgreich (Mösko et al., 2008). Diese Ergebnisse können nur zu einem Teil durch den Einfluss soziodemografischer und gesundheitlicher Faktoren erklärt werden (Brzoska et. al., 2013; zu etwas anderen Ergebnissen kommen Kobelt et al., 2013). Das Vorsorgungsgeschehen in der medizinischen Rehabilitation kann mit den Routinedaten der Rentenversicherung abgebildet werden; diese ermöglichen bislang allerdings nur Auswertungen nach Staatsangehörigkeit. Zugrundeliegende Fragestellung ist, ob sich Rehabilitanden unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten hinsichtlich soziodemografischer Aspekte, der Reha-Versorgung oder der beruflichen Wiedereingliederung (Return to work) unterscheiden?

Als Resultat wird festgehalten, dass die gravierenden Unterschiede in der beruflichen Wiedereingliederung zwischen Versicherten mit deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit, wie die Regressionen belegen, im Wesentlichen nicht auf die Staatsangehörigkeit zurückzuführen sind, sondern auf die unterschiedliche Beschäftigungssituation vor der Rehabilitation. Gleichwohl ist die unterschiedliche Beschäftigungssituation sicherlich auch Ausdruck der je nach Staatsangehörigkeit unterschiedlichen Bildungschancen, beruflichen Tätigkeiten bzw. Sozialschicht. Insgesamt lässt sich ableiten, dass die Erhaltung eines noch bestehenden Arbeitsplatzes für jeden Versicherten gleich welcher Nationalität von zentraler Bedeutung ist. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die relativ ähnliche Therapiedichte und -zusammensetzung zwingend als Indikator für eine gute Qualität der rehabilitativen Versorgung anzusehen ist.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '24. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Psychische Störungen - Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV396403


Informationsstand: 14.09.2015

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