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Bibliographische Angaben zur Publikation

Behandlung arbeitsplatzbezogener Ängste im Rahmen einer dreiwöchigen stationären medizinischen Rehabilitation - Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Therapiestudie

Vortrag auf dem 24. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 16. bis 18. März 2015 in Augsburg



Sammelwerk / Reihe:

Psychische Störungen - Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation


Autor/in:

Muschalla, Beate; Fay, D.; Ayhan, H. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2015, Seite 213-215


Jahr:

2015



Link(s):


Link zu dem Beitrag im Tagungsband (PDF, 5 MB).


Abstract:


Arbeitsplatzbezogene Ängste sind spezifische Erkrankungen mit besonders ungünstiger Krankheitsfolgeproblematik (Muschalla, Linden, 2013a). Die Behandlung ist aufgrund der Stimulusbesonderheiten besonders kompliziert: Der Arbeitsplatz kann nicht anonym für Expositionsübungen aufgesucht werden, es kann keine kontrollierte gestufte Annäherung durchgeführt werden Vermeidungsverhalten in Form von Arbeitsunfähigkeit geht einher mit der Gefahr einer Langzeitkrankschreibung und kann in eine Erwerbsunfähigkeitsberentung münden.Therapeutische Ansätze bei Arbeitsängsten basieren auf kognitiven Technike (Imaginationsverfahren, Situationsanalysen, Rollenspiele), oder es werden Übungsfelder (zum Beispiel Probearbeitsplätze) genutzt. Arbeitsplatzängste kommen bei 30 bis 60 % der Rehabilitationspatienten vor. Man findet sie in allen Indikationsbereichen. In dieser randomisierten kontrollierten Therapieprüfung wird erstmalig im Rahmen einer dreiwöchigen medizinischen Rehabilitation eine verhaltenstherapeutische expositions-orientierte Gruppentherapie zur Arbeits-Angst-Bewältigung gegen eine ablenkungs- und freizeitorientierte Ergotherapiegruppe verglichen. Diese hier vorgestellten Ergebnisse stammen aus der ersten von zwei Therapiestudienkohorten.

Schlussfolgerungen und Ausblick: Eine kurze Gruppenintervention von vier Sitzungen im Rahmen einer üblichen dreiwöchigen medizinischen Rehabilitation führt nicht zu einer Reduktion von arbeitsbezogenen Ängsten oder zu einer früheren Wiedereingliederung. Die Behandlung arbeitsplatzbezogener Ängste erfordert mehr als eine Add-on-Gruppentherapie im Rahmen einer herkömmlichen dreiwöchigen medizinischen Rehabilitation. Es kann in einer solchen Kurzintervention ein Anstoß gegeben werden sich mit der eigenen Arbeitssituation bewusst auseinander zu setzen und ggf. zu einem positiven Reframing zu gelangen. Ernstzunehmen ist der Befund der Verstärkung einer ungünstigen Attribution ('Arbeit hat zu Gesundheitsproblemen beigetragen') im Fall der ablenkungs- und Wellnessorientierung und Unterlassung von arbeitsbezogener Exposition (Freizeitgruppe). Während der Rehabilitation (auch einer somatischen!) bereits bewältigungsorientiert über die Rückkehr zur Arbeit zu sprechen, scheint also zumindest einer dysfunktionalen Attributionsentwicklung entgegenzuwirken. Um über die harten Kriterien der Arbeitsfähigkeit hinaus Veränderungen im subjektiven arbeitsbezogenen Bewältigungsverhalten abzubilden ist der Einsatz zusätzlicher speziell arbeitsbewältigungsorientierter Maße notwendig. Ein neu entwickelter Fragebogen zu arbeitsbezogenem Coping und Rückkehrintention (Muschalla et al., 2013) wird in einer an diese Untersuchung anschließenden zweiten Therapiestudienkohorte eingesetzt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '24. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Psychische Störungen - Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV396459


Informationsstand: 14.09.2015

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