Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Langfristige Erwerbsverläufe ausgewählter Erkrankungsbilder in der psychosomatischen Rehabilitation

Vortrag auf dem 24. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 16. bis 18. März 2015 in Augsburg



Sammelwerk / Reihe:

Psychische Störungen - Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation


Autor/in:

Holstiege, Jakob; Kaluscha, Rainer; Müller, G. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2015, Seite 321-323


Jahr:

2015



Link(s):


Link zu dem Beitrag im Tagungsband (PDF, 5 MB).


Abstract:


Psychische und psychosomatische Störungen verursachen häufig beträchtliche Verringerungen der allgemeinen Leistungsfähigkeit der Betroffenen und gehen mit starken Einschränkungen der Teilhabe am Erwerbsleben einher. In den letzten Jahren konnte sowohl eine Zunahme von Erwerbsminderungsrenten als auch in der Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitationen aufgrund psychischer Erkrankungen beobachtet werden. Ferner weisen Empfänger psychosomatischer Rehabilitationen im Allgemeinen eine schlechtere Erwerbsprognose als somatische Rehabilitanden auf (DRV Bund, 2014). Ziel dieser Arbeit war es, auf Basis einer großen Fallzahl zu untersuchen, ob und in welchem Ausmaß sich zahlenmäßig bedeutsame Erkrankungsbilder in der Psychosomatik in den langfristigen Erwerbsbiographien unterscheiden.

Diskussion der Ergebnisse: Die bereits vor Rehabilitation beobachteten erhebliche Unterschiede der sozialmedizinischen Kennzahlen deuten auf Unterschiede in der Chronifizierung psychischer Beschwerden in den betrachteten Diagnosegruppen hin, welche nicht auf Basis der ICD-Klassifikation abgebildet werden können. Viele Patienten kommen trotz eines fortgeschrittenen Erkrankungsverlaufs erstmals in der Rehabilitation mit psychotherapeutischen Interventionen in Berührung. Dies schränkt die Möglichkeiten, einer primär teilhabeorientierten Versorgung psychischer Erkrankungen in der Rehabilitation, deren zeitlicher Rahmen nicht auf eine intensive Psychotherapie ausgerichtet ist, stark ein. Insbesondere bei den depressiven Erkrankungen wird deutlich, dass nicht von einer Stabilisierung der erkrankungsbedingten Ausgliederungsprozesse im mittel- und langfristigen postrehabilitativen Verlauf ausgegangen werden kann. Erklärungsansätze dafür sind möglicherweise auch in einem defizitären Übergang von rehabilitativer zu ambulant psychologischer Betreuung und einer überwiegend symptom- und weniger teilhabeorientierten Ausrichtung in der Weiterbehandlung zu suchen. Weiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Frage, wie eine Teilhabeorientierung in der Reha-Nachsorge unter Einbeziehung der Weiterbehandler erhöht werden kann.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '24. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Psychische Störungen - Herausforderungen für Prävention und Rehabilitation'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV396474


Informationsstand: 14.09.2015

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