Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Jahresbericht 2009

Bericht über die Durchführung des Schwerbehindertenrechts im Jahr 2009



Sammelwerk / Reihe:

LWL-Jahresbericht


Autor/in:

Adlhoch, Ulrich; Wesselbaum-Ukas, Susanne


Herausgeber/in:

LWL-Integrationsamt


Quelle:

Münster: Eigenverlag, 2010, 110 Seiten


Jahr:

2010



Abstract:


Vorwort:

Liebe Leserin, lieber Leser, die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen ist das Leitbild des LWL und insbesondere des LWLSozialdezernats als einem der größten Leistungsträger für behinderte Menschen in Deutschland. Eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Handicap auf dem ersten, dem - im besten Sinne von Inklusion - allgemeinen Arbeitsmarkt so weit wie möglich zu initiieren, zu unterstützen und finanziell zu fördern - das ist Ziel, Aufgabe und Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LWL-Integrationsamts Westfalen.

2009 dieser Aufgabe gerecht zu werden, stand unter keinem guten Stern. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hinterließ selbstverständlich auch in Westfalen-Lippe deutliche Spuren. Ein untrügliches Anzeichen dafür: Die Zahl der Anträge von Arbeitgebern an das LWL-Integrationsamt auf Zustimmung zur Kündigung schwerbehinderter Beschäftigter stieg vom Jahr 2008 auf das Jahr 2009 nochmals deutlich an, und zwar um 17,4 Prozent. Das Gros dieser Anträge bezog sich auf betriebsbedingte Kündigungen. Ein schwieriges Umfeld also, in dem sich die vielfältigen behinderungsspezifischen Dienstleistungen, Unterstützungsangebote und Fördermaßnahmen des LWL-Integrationsamts auf der Grundlage des Schwerbehindertenrechts bewähren mussten.

Wir dürfen im Rückblick auf das vergangene Jahr nicht ohne Stolz feststellen: Wir in Westfalen-Lippe haben 'Poahl gehalten'. Es ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LWL-Integrationsamts und ihren Partnern - den Arbeitgebern und schwerbehinderten Menschen, den in den Betrieben und Dienststellen gewählten Schwerbehindertenvertretungen, den örtlichen Fachstellen für behinderte Menschen im Beruf sowie den Integrationsfachdiensten (IFD) im Zusammenwirken mit den Agenturen für Arbeit, den SGB-II-Trägern und den optierenden Kommunen - gelungen, trotz Finanz- und Wirtschaftskrise das gute Niveau der beruflichen Teilhabe schwerbehinderter Menschen in Westfalen-Lippe auch 2009 zu halten.

Dafür einige Beispiele: Die im Auftrag des LWL-Integrationsamts tätigen und von ihm ganz überwiegend finanzierten IFD konnten 2009 insgesamt 1.241 schwerbehinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vermitteln - und damit diese Zahl gegenüber 2008 (1.204 Vermittlungen) sogar noch steigern.

Besonders hervorzuheben ist, dass sich darunter 81 Abgängerinnen und Abgänger aus Förderschulen (vor allem des LWL) und 45 Beschäftigte aus Werkstätten für behinderte Menschen befanden, auch insoweit ein Zuwachs um 23 beziehungsweise 16 Personen gegenüber dem Jahr 2008 - der LWL ist damit nach Baden-Württemberg bundesweit an der Spitze.

Erfolge aber auch bei der Erhaltung gefährdeter Beschäftigungsverhältnisse schwerbehinderter Menschen: Die Kündigungsschutz-Sachbearbeiterinnen und -Sachbearbeiter des LWL-Integrationsamts versuchen in jedem Kündigungsfall unter Ausschöpfung der Unterstützungs- und Förderleistungen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben, das Arbeitsverhältnis schwerbehinderter Beschäftigter möglichst zu erhalten, oder, wenn dies nicht mehr möglich ist, eine gütliche Einigung zwischen Arbeitgeber und schwerbehindertem Arbeitnehmer zu erzielen. Dadurch gelang es ihnen 2009, in den zwischen Arbeitgebern und schwerbehinderten Menschen streitigen Kündigungsschutzverfahren in 48,2 Prozent der Fälle den Arbeitsplatz zu erhalten - auch insoweit sogar noch ein etwas besseres Ergebnis als 2008 (47,4 Prozent). Ebenso positiv zu vermerken ist, dass es die vom LWL-Integrationsamt zur Sicherung behinderungsbedingt gefährdeter Arbeitsverhältnisse eingeschalteten IFD 2009 geschafft haben, in über 70 Prozent der Fälle das Arbeitsverhältnis der schwerbehinderten Beschäftigten zu stabilisieren.

Auch der Blick auf die finanziellen Fördermaßnahmen des LWL-Integrationsamts im Jahr 2009 belegt, dass der Finanz- und Wirtschaftkrise erfolgreich begegnet werden konnte: Die Integrationsprojekte sind eine Erfolgsgeschichte gerade auch bei uns in Westfalen-Lippe. In einem kleinen, aber für beruflich besonders beeinträchtigte schwerbehinderte Menschen wichtigen Segment des allgemeinen Arbeitsmarkts ermöglichen sie die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung im Rahmen regulärer Beschäftigung in einer den behinderungsspezifischen Bedürfnissen der schwerbehinderten Menschen angepassten Form.

Integrationsprojekte zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziales Engagement keine Gegensätze bilden müssen und Inklusion auch auf dem ersten Arbeitsmarkt gelingen kann. Ende 2009 gab es 83 vom LWL-Integrationsamt geförderte Integrationsprojekte in Westfalen-Lippe mit mehr als 800 Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen. Ebenfalls positiv ist die gemeinsame Bilanz der Fördermaßnahmen des LWL-Integrationsamts und der örtlichen Fachstellen mit Mitteln der Ausgleichsabgabe an Arbeitgeber und schwerbehinderte Beschäftigte. Die Leistungen an Arbeitgeber zur Schaffung und Gestaltung behinderungsgerechter Arbeitsplätze erreichten trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit oft verbundenen Zurückhaltung bei Neueinstellungen und betrieblichen Investitionen 2009 das Vorjahresniveau; die Leistungen an schwerbehinderte Menschen zur begleitenden Hilfe im Arbeitsleben, die vor allem durch die örtlichen Fachstellen bei den kreisfreien Städten, Kreisen und großen kreisangehörigen Städten erbracht werden, konnten sogar um zehn Prozent gesteigert werden.

Dabei besonders wichtig: Das LWL-Integrationsamt arbeitet auf einer westfälisch-verlässlichen finanziellen Grundlage. Die Rücklagen an zweckgebundener Ausgleichsabgabe betrugen zum 31.12.2009 fast 80 Millionen Euro. Das Integrationsamt des LWL ist damit auf jeden Fall mittelfristig für die kommenden finanziellen Herausforderungen gerüstet. Der LWL und seine Arbeitsmarktpartner, vor allem die Arbeitgeber, die schwerbehinderten Menschen, die Integrationsprojekte und die IFD haben aufgrund dieser soliden Finanzen etwas, was heutzutage (auch) bei öffentlichen Haushalten als ein hohes Gut betrachtet werden muss: Planungs- und Handlungssicherheit, hier bezogen auf die Förderung der beruflichen Teilhabe schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie




Bezugsmöglichkeit:


Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Inklusionsamt Arbeit
Homepage: https://www.lwl-inklusionsamt-arbeit.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV413715


Informationsstand: 22.11.2010

in Literatur blättern