Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Behinderte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

Eine empirische Studie über Beschäftigungschancen und -barrieren für Schwerbehinderte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt



Autor/in:

Brandt, Franz


Herausgeber/in:

Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (ISO)


Quelle:

Saarbrücken: Eigenverlag, 1984, 410 Seiten


Jahr:

1984



Abstract:


Ziel der Studie war es zu erforschen, welche Faktoren die Bereitschaft der Arbeitgeber, Schwerbehinderte einzustellen und zu beschäftigen, beeinflussen und durch welche Maßnahmen diese Bereitschaft zusätzlich gefördert werden kann. Dazu wurde eine schriftliche Repräsentativbefragung bei 6710 Betrieben und Dienststellen beschäftigungspflichtiger Arbeitgeber durchgeführt. Diese ergab 2038 auswertbare Fragebögen. Sie wurden ergänzt durch Fallstudien in 30 Betrieben und Dienststellen sowie durch Expertengespräche in verschiedenen Institutionen.

Die Ergebnisdarstellung beginnt mit einem Überblick über den Personenkreis der Behinderten, die arbeitsmarktpolitischen Instrumente zur Eingliederung Schwerbehinderter und die Beschäftigungsentwicklung seit 1975. Anschließend wird die betriebliche Reaktion auf gesundheitliche Einschränkungen und Behinderung betrachtet. Hier zeigte sich, dass vier von zehn Betrieben und Dienststellen, die Schwerbehinderte beschäftigen, darin eine Belastung sehen, wogegen 62 Prozent der Arbeitgeber Behinderte für ebenso leistungsfähig wie vergleichbare nicht behinderte Arbeitnehmer halten.

Bei der Frage nach der Bereitschaft zur zusätzlichen Einstellung Schwerbehinderter ergaben sich als wichtigste einstellungshemmende Faktoren die betrieblichen Arbeitsanforderungen und Arbeitsplatzbedingungen, die Notwendigkeit, geeignete Arbeitsplätze für langjährige Mitarbeiter freizuhalten, die Furcht vor finanziellen Nachteilen und bestimmte Sonderrechte der Schwerbehinderten wie der Kündigungsschutz. Einer Erhöhung der Ausgleichsabgabe oder der finanziellen Eingliederungshilfen wird nur ein geringer zusätzlicher Beschäftigungseffekt bescheinigt.

Ebenso werden die Einflussmöglichkeiten der Vertrauensmänner als relativ gering beurteilt. Einer Intensivierung der Kontakte zwischen den Arbeitsämtern und den Betrieben und einer effektiven nachgehenden Betreuung der Schwerbehinderten durch die Hauptfürsorgestellen werden dagegen die größten Erfolgsaussichten zugebilligt.

[IAB]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V. (ISO)
Homepage: https://www.iso-institut.de/

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Referenznummer:

R/NV4550


Informationsstand: 24.10.1990

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